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Kleiderschrank-Blues: Wie Sie Ihren Kleiderschrank effizient nutzen

„Mein Kleiderschrank ist mein ganz persönliches Universum“ – so sehen es viele Frauen. Hier tummeln sich sowohl schöne als auch peinliche Erinnerungen: Das Kleid vom ersten Date, der Hosenanzug vom schief gelaufenen Bewerbungsgespräch, das ruinierte Lieblings-Oberteil, welches Sie nicht übers Herz bringen wegzuschmeißen, in der Hoffnung doch noch eine Lösung zu finden und die zerrisse Hose, die ungewollt ein wenig zu viel entblößt hat. Doch im stressigen Alltag, nach gefühlten zwanzig Outfitwechsel am Tag, gleicht das kleine Universum eher einem Schlachtfeld. Um endlich Recht und Ordnung in Ihrem Kleiderschrank regieren zu lassen, haben wir die Stylistin Diana Nagler rund um das Thema „Ausmisten, Behalten und Organisation im Kleiderschrank“ befragt.

Diana Nagler ist eine erfolgreiche Modestylistin und Beraterin, die unter anderem Stars wie Franziska Weisz und Jana Ina Zarella gestylt hat und mit Magazinen wie Instyle, Gala und Vogue zusammengearbeitet hat. Grund genug für uns, sie um wertvolle Tipps beim „Take or Toss“ zu bitten.

Take or Toss: Was muss gehen und was darf bleiben?

Im Kleiderschrank einer Frau finden sich in der Regel gleich viele Lieblingsteile und nie getragene Fehlkäufe. Wirft frau allerdings ausnahmsweise etwas weg, findet sich mit Sicherheit bald der perfekte Anlass für das in der Kleidersammlung verloren gegangene Kleid – auch gerne Murphys Gesetz der Mode genannt. Daher kann eine Ausmist-Aktion im eigenen Kleiderschrank zu einer wahren Zerreißprobe werden. Plötzlich ist es unmöglich, uns von dieser einen Hose zu trennen, die wir seit Jahren nicht mehr getragen haben. Sätze wie „Wenn ich endlich diese lästigen vier Kilos abnehme, könnte ich sie doch wieder tragen. Ich behalte Sie als Motivation.“ sind in diesem Fall gravierend.

Diana Nagler empfiehlt: „Erinnern Sie sich zunächst daran, wann und wo Sie dieses Kleidungsstück zuletzt getragen haben. Kam es gut an oder eher weniger? Sollten Sie es sehr oft und gerne getragen haben, macht es Sinn, es zu behalten. Falls dieses Teil schon länger in Ihrem Schrank verweilt, dann wird es sicherlich einen guten Grund dafür geben – weg damit!“ Alles, was länger als einen Monat im Schrank samt Preisschild verweilt, ist womöglich bei jemand anderem besser aufgehoben. Vielleicht wäre es was für Ihre beste Freundin?

Doch was darf bleiben? „Basic-Items, die noch eine gute Stoffqualität aufweisen und zu einer Vielzahl von Outfits kombiniert werden können, sollten definitiv bleiben.  Auch besondere Teile, die einzigartig im Schnitt und Stoff sind und Stücke, die eine wertvolle Investition gewesen sind, wie Kaschmirpullover, Seidenblusen und Designermode.“, so Diana Nagler. Denken Sie daran, dass Designermode mit der Zeit an Wert gewinnt und daher gut verwahrt werden sollte, auch wenn Sie diese eine Weile lang nicht getragen haben.

Check-Liste: Die Pros und Kontras

Sollten Sie eine notorische „Kleidersammlerin“ sein, empfiehlt es sich, gezielte Fragen zu stellen und eine Art „Pro und Kontra“-Liste zu erstellen. Das klingt nach zu viel Aufwand? Sie haben die Wahl: Kleiner Aufwand = Ordnung in der Garderobe oder kein Aufwand = Chaos und wenig Platz für Neues. Neben den bereits genannten Fragen sollten Sie zudem Folgendes beantworten: Wie sieht die Qualität des Materials nach mehreren Wäschen aus? Sollte der Stoff schon verwaschen und die Farbe verblasst sein, gehört dieses Teil auf die „Toss“-Liste, es sei denn, es ist eines Ihrer absoluten Lieblingsstücke und Sie finden einen Weg, die Farbe wieder zum Leuchten zu bringen.

Motivation: Ausmisten

Behalten Sie während des Ausmistens im Kopf, dass sie so viel Platz für aufregende neue Trends schaffen und für wunderschöne It-Pieces, die einen ganz besonderen Platz bekommen sollten. Wahre Modeliebhaberinnen gehen behutsam mit ihren Schätzen um. Zudem sparen Sie durch einen gut organisieren Kleiderschrank am Morgen sehr viel Zeit. Die Tage, an denen Sie förmlich in Ihre Schubladen krabbeln mussten, um endlich ein ansehnliches Outfit zusammenzustellen, sind somit endlich vorbei. Jetzt können Sie in wenigen Handgriffen den perfekten Tages-Look kreieren und haben wieder Zeit für wichtigere Dinge.

Recht und Ordnung im Land der Textilien

Nachdem Sie mit Bravour die Ausmist-Aktion bewältig haben und alle aussortierten Kleidungsstücke weggebracht haben, geht es darum, für die verbliebenen Items Ordnung zu schaffen. „Kleidung sollte grundsätzlich nach Typ, sprich T-Shirt, Hose, Pullover und so weiter, sortiert und anschließend nach Farben geordnet werden. So behalten Sie einen guten Überblick und es sieht zudem optisch sehr ansprechend aus, besonders wenn Sie einen offenen Kleiderschrank haben.“, rät Stylistin Diana Nagler.

Außerdem ist es empfehlenswert, in hochwertige Kleiderbügel zu investieren: Mit den richtigen Bügeln für Hosen, Blazer und Kleider, schaffen Sie nicht nur zusätzlich Platz, sondern schützen die Form des Kleidungsstückes. Unschöne Abdrücke an den Schultern aufgrund des Bügels können tatsächlich eine edle Seidenbluse ruinieren.

Verstauungs-Tipps für Schuhe

Um Schuhe sinnvoll aufzubewahren, empfiehlt Ihnen Diana Nagler: „Schuhe sollten gepflegt werden und daher niemals wahllos in eine Kiste geworfen werden, denn so bekommt das Material unschöne Macken und nichts ist trauriger anzusehen, als ruinierte Lieblingsschuhe. Empfehlenswert ist es, Schuhe entweder in separaten Schuhboxen oder in einem Schuhregal sorgfältig zu verstauen. Für Stiefel mit langem Schaft gibt es praktische Stiefelspanner.“

Aufbewahrungs-Tipps für Saison-Kleidung

Mutti sagte früher immer: „Alles in einen Kleidersack und ab in den Keller!“ Da läuft es jeder Modekennerin eiskalt den Rücken runter. Praktisch ist dieser Tipp ja schon, aber fatal für edle Textilien wie Seide, Samt und Leder, denn die feuchte Temperatur und Bedingungen des Kellers schaden feinen Materialien. Zudem sind diese zum Zeitpunkt des Tragens meist mit Staub, im schlimmsten Fall mit Schimmel befallen und untragbar – der blanke Horror! Aus diesem Grund sollten Sie Saison-Kleidung und Schuhe in luftdichte PVC-Boxen, beispielsweise von Ikea, verwahren und diese im Idealfall im Gästezimmer oder unter dem eigenen Bett verstauen.

Mit diesen wertvollen Ratschlägen überwinden Sie mühelos Ihren Kleiderschrank-Blues und verwandeln diesen wieder in ein modisches Paradies. Weitere sinnvolle Tipps, wie Sie Ihren Kleiderschrank effizient nutzen und organisieren, finden Sie in unserer Bildergalerie .

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