Christoph Waltz gewinnt seinen zweiten Oscar

am 25.02.2013 um 10:39 Uhr

Christoph Waltz hat erneut triumphiert: Nach seinem ersten Nebenrollen-Oscar für “Inglourious Basterds” ist der deutsch-österreichische Schauspieler bei der Verleihung 2013 wieder in dieser Kategorie ausgezeichnet worden. Diesmal bekam er die kleine goldene Statue für seine Rolle in “Django Unchained” überreicht.

Waltz überzeugte die Oscar-Jury für seine Leistung als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz in Quentin Tarantinos Western “Django Unchained”. Eine herbe Enttäuschung waren die Academy Awards 2013 dagegen für Steven Spielberg. Sein Historien-Drama “Lincoln” konnte bei zwölf Nominierungen nur zwei Preise (Bester Hauptdarsteller, Bestes Produktionsdesign) einstreichen.

Waltz setzt sich gegen Tommy Lee Jones, Robert de Niro & Co. durch

Waltz verbeugte sich bei seiner Dankesrede vor den mit ihm nominierten Darstellergrößen Tommy Lee Jones (“Lincoln”), Philip Seymour Hoffman (“The Master”), Robert De Niro (“Silver Linings”) und Alan Arkin (“Argo”) – allesamt ebenfalls Oscar-Gewinner. Anschließend bedankte er sich bei Tarantino. Bereits vor drei Jahren hatte Waltz seinen ersten Oscar als bester Nebendarsteller in “Inglourious Basterds” erhalten – ebenfalls ein Werk des US-amerikanischen Kult-Regisseurs.

Auch Tarantino selbst durfte einen Oscar mit nach Hause nehmen. Er gewann die Trophäe für das beste Originaldrehbuch – seine zweite Auszeichnung in dieser Kategorie. Bereits 1995 hatte er den Preis für “Pulp Fiction” gewinnen können.

Haneke gewinnt Oscar für besten fremdsprachigen Film

Der Oscar für Christoph Waltz sollte nicht die einzige Auszeichnung für Österreich bleiben. Auch Michael Hanekes Drama “Liebe” wurde mit einer begehrten Gold-Statuette geehrt. Die für fünf Oscars nominierte österreichisch-deutsch-französische Koproduktion erhielt den Academy Award in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film”.

“Argo” ist bester Film

Die wichtigsten Oscars wurden ansonsten friedlich geteilt, wobei es keine Überraschungen gab: Als bester Film wurde Ben Afflecks Politthriller “Argo” ausgezeichnet. Den Oscar für die beste Regie erhielt zum zweiten Mal nach 2006 (“Brokeback Mountain”) Ang Lee für die Literaturverfilmung “Life of Pi”. Bester Hauptdarsteller wurde zum dritten Mal Daniel Day-Lewis (“Lincoln”), als beste Hauptdarstellerin wurde Jennifer Lawrence für ihre Leistung in der Komödie “Silver Linings” geehrt.

Einen großen Gewinner bei den Oscars 2013 gab es dementsprechend auch nicht. Mit vier Trophäen konnte “Life of Pi” die meisten Goldjungs abräumen, allerdings auch nur in einer der Hauptkategorien siegen.

Michele Obama verliest Gewinner “Bester Film”

Den Gewinner in der Kategorie “Bester Film” verlas übrigens niemand Geringeres als Präsidenten-Gattin Michelle Obama. Sie war live der Oscar-Verleihung zugeschaltet und präsentierte gemeinsam mit dem im Dolby Theatre anwesenden Jack Nicholson die Kandidaten.

Shirley Bassey singt “Goldfinger”

Einen großen Auftritt hatte Shirley Bassey. Um das 50-jährige James-Bond-Jubiläum angemessen zu feiern, bot die britische Sängerin (76) ihren Klassiker “Goldfinger” noch einmal live auf der Bühne dar. Später trat auch noch Adele mit dem aktuellen Bond-Titel “Skyfall” auf, der außerdem den Oscar für den besten Song erhielt.

Für ein weiteres musikalisches Highlight und Gänsehautgefühl sorgte Barbra Streisand, die seit 36 Jahren zum ersten Mal bei den Oscars auftrat. Zum Gedenken an die Toten des vergangenen Jahres präsentierte sie ihren Klassiker “The Way We Were” aus dem gleichnamigen Film (dt. Titel “So wie wir waren”) von 1973.

Moderator MacFarlane macht seine Sache gut

Moderator Seth MacFarlane brachte bei der 85. Verleihung der Oscars im Dolby Theatre in Los Angeles frischen Schwung in die Show. Alle Befürchtungen, der für seinen derben Humor bekannte Komiker würde die Grenzen des guten Geschmacks sprengen, erwiesen sich als unbegründet. Professionell führte MacFarlane durch die Veranstaltung und sorgte für viele Lacher. Seine Fans dürften sich hier und da sogar die ein oder andere Spitze mehr gewünscht haben.

Geschickt nahm MacFarlane sich und die Bedenken an seiner Verpflichtung als Moderator auf die Schippe. So erschien auf einem großen Bildschirm über der Bühne William Shatner in seiner Rolle als Captain Kirk. Er sei aus der Zukunft gekommen, um MacFarlane daran zu hindern, die Oscar-Verleihung zu zerstören. In Einspielern wurden dann dessen zukünftige Verfehlungen während der Show gezeigt – wie zum Beispiel ein Song über entblößte Brüste oder die Nachstellung der wichtigsten Szenen aus dem Film “Flight” mit sockenähnlichen Handpuppen.

Zur Freude von Captain Kirk bot MacFarlane dann statt dessen klassische Showeinlagen mit bemerkenswertem Gesangstalent und prominenter Unterstützung von Stars wie Daniel Radcliffe, Joseph Gordon-Levitt und Charlize Theron.

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