Oscars 2014

Unterm Regenbogen oder Glitzerregen? Eine Kleid-Prognose für die Oscar-Verleihung

am 22.01.2014 um 18:36 Uhr

Es ist Anfang des Jahres und das bedeutet für die Damen in Hollywood Fashion-Stress pur. Während man in europäischen Gefilden damit beschäftigt ist, von Fashion Week zu Fashion Week zu reisen, stehen Julia Roberts, Amy Adams und Co. auf den roten Teppichen der wichtigsten Award-Verleihungen und hoffen nicht nur auf die Trophäen, die ihre Schauspielkunst belohnen, sondern auch auf möglichst viele positive Fashion-Schlagzeilen. Nachdem die ersten großen Preise bereits verliehen wurden, wagen wir eine kleine Roben-Prognose für die größte aller Preisverleihungen: die Academy Awards. Stolz wie Oscar schreiten die Diven am 2. März 2014 den roten Teppich entlang. Doch zu welchen Kleidern werden sie dann greifen? Und was werden wir sehen? Pailletten? Pastell? Schwarz und Weiß? Alles über mögliche Trends in puncto Oscar-Roben erfahren Sie heute hier und in unserer Bildergalerie.

Drei große Award-Verleihungen liegen bereits hinter den Damen. Ob bei den Critics’ Choice Awards, den Golden Globes oder den Screen Actors Guild Awards – das richtige Kleid war hier fast so wichtig wie die richtige Filmrolle. Eine Filmrolle, die vielleicht sogar einen Oscar einbringen könnte. „Wenn du nicht besser als dein Konkurrent sein kannst, dann zieh dich einfach besser an!“, sagte die gute Anna Wintour einst. Ob das ein Grund dafür ist, dass gerade bei der Oscar-Verleihung eine Robe die andere im Sekundentakt übertrumpft?

Golden Globes, Critics’ Choice und Screen Actors Guild Awards: Was bisher geschah

Innerhalb von nur einer Woche musste so manch eine Hollywood-Diva mindestens zwei atemberaubende Roben ausführen, um auf den roten Teppichen der Golden Globes, der Critics’ Choice Awards oder den Screen Actors Guild Awards modisch zu beeindrucken. Ein Trend zeichnete sich hier klar ab: Lange Roben, die den Fuß komplett bedecken, sind absolute Vorreiter. Die finden sich entweder als gerade geschnittene Variante, gerne auch mit hohem Schlitz oder in der romantischen Mermaid-Version. Amy Adams entschied sich für eine blaue One-Shoulder-Kreation von Antonio Berardi, die durch einen eleganten Schlitz ausreichend Bewegungsraum bot. Malin Akerman überzeugt hingegen in einer aufwendig gearbeiteten, bodenlangen Robe von Naeem Khan, dessen gelbe und nudefarbenen Linien sich zu einem folkloristischen Muster formten.
Aber auch verspielt angedeutete Vokuhila-Kreationen waren vertreten. Natürlich hatte bei diesem Trend „New Girl“-Star Zooey Deschanel die Nasenspitze ganz weit vorne, die zu den Golden Globes in einem Tüll-Kleid von Oscar de la Renta glänzte und von der wir überzeugt sind, dass sie auch bei den Oscars zu einem mädchenhaft romantischen Look greifen wird.
Sandra Bullock entschied sich bei den Globes ebenfalls für die Vokuhila-Variante – allerdings in einer expressiveren Kreation von Prabal Gurung. Für die Schauspielerin mit deutschen Wurzeln wird es schon schwieriger eine eindeutige Prognose abzugeben: Während sie für die Critics’ Choice Awards eine pflaumenfarbene schulterfreie Robe von Lanvin trug, die von oben bis unten durch viele kleine Rüschen bezauberte, erschien sie zu den Screen Actors Guild Awards in einem grünen Metallic-Dress, ebenfalls von Lanvin, mit hohem Schlitz und drapierter Schleife an der Hüfte. Macht 2:1 für das Modehaus Lanvin und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, tippen wir für die Oscars ebenfalls auf eine ausladende Robe mit sexy Details aus dem Hause Lanvin.

Das Farbbarometer: Der Regenbogen im Land von Schwarz und Weiß

Wir lieben ja zarte Pastelltöne, die sich zu zuckersüßen Kleidern formieren, die an ein schmackhaftes Sahnebaiser erinnern. Doch bisher wurde unsere Vorliebe in der Rückschau der letzten drei Preisverleihungen nicht wirklich befriedigt. Einziger zartrosa Lichtblick war hier Cate Blanchett, die in einer Givenchy-Robe, welche sie bei den Screen Actors Guild Awards trug, an eine griechische Göttin in Rosé erinnerte. Ob sie das zu den Oscars wiederholt? Schwierig, denn zu den Critics’ Choice Awards trug sie ein dunkelgrünes, langes A-Linien-Kleid mit halblangen Ärmeln von Lanvin und zu den Golden Globes einen bodenlangen schwarzen Traum aus Spitze von Armani Prive. Die Tendenz geht also eher zu dunklen Nuancen.
Vielleicht lässt sich die blonde Mimin ja ein wenig von Julia Roberts inspirieren, die überzeugte nämlich bei den SAG-Awards in einem pinkfarbenen Jumpsuit mit tiefem Dekolleté von Valentino. Als farbenfrohes Vorbild kann aber auch Lupita Nyong’o gelten: Die Schauspielerin aus dem Drama „12 years a slave“ hat nicht nur gute Chancen auf einen Oscar für die beste weibliche Nebenrolle, sondern auch der Fashion-Oscar wäre bei ihr richtig: Zu den Screen Actors Guild Awards erschien diese nämlich in einem türkisfarbenen Kleid von Gucci mit aufwendiger Blumenverzierung am Brustkorb – da haben wir doch gleich einen weiten Ozean vor Augen. Lupita Nyong’o überzeugt aber auch in zurückhaltenden Kreationen und machte in ihrem schneeweißen Cut-Out-Dress mit leicht ausgestelltem Saum von Calvin Klein bei den Critics’ Choice Awards eine ebenso gute Figur.
Damit wären wir auch schon beim nächsten Farbtrend, den viele der Damen vor allem in klassischer Kombination zu Schwarz bevorzugen. Bestes Beispiel: Hayden Panettiere bei den Golden Globes in einer grafischen Schwarz-Weiß-Kreation mit seitlichem Schlitz von Tom Ford.
Pikanter Skandal am Rande: Eigentlich werden die Stars von den Designern mit den Roben ausgestattet. Hayden Panettiere kaufte sich hingegen ihr Ford-Dress selbst, da dieser bereits Naomi Watts mit einer Robe beglückte. In Hollywood-Kreisen ein Skandal. Der Designer bedankte sich allerdings nach der Verleihung mit einem großen Blumenstrauß und lieben Dankesworten für ihre Kleiderwahl. Puh, Glück gehabt!
Wie Sie sehen – farblich ist es schwer, einen genauen Trend auszumachen, denn natürlich möchte sich keine der Damen bei einer gewissen Vorliebe ertappen lassen. Auf dem Red Carpet zählt ja auch immer noch der textile Überraschungseffekt.

Kleine Material-Kunde: Pailletten-Glitzer und Metallic-Schimmer

Claire Danes, Sofia Vergara, Elisabeth Moss und Kate Beckinsale – sie alle setzten bei den vergangenen Preisverleihungen auf Pailletten, Glitzer und funkelnde Elemente in grauen bis schwarzen Nuancen. Unser Favorit: Claire Danes bei den Screen Actors Guild Awards in einem Dress von Vionnet, das mit rautenförmigen, blaumetallisch funkelnden Pailletten besetzt war. Der transparente Tüll wurde ab der Hüfte an den Seiten mit nudefarbenem Stoff unterlegt, was für einen aufregenden Look sorgte. Doch werden all diese Damen zu der großen Oscar-Verleihung noch einmal zum Pailletten-Effekt greifen? Oder entscheiden sie sich einfach für Glitzer-Plan-B und wählen ein komplett metallisches Dress, wie zum Beispiel das hautenge Tom-Ford-Kleid von Naomi Watts, welches sie bei den Golden Globes trug?

Verzweifelt gesucht

Was wir bisher nicht in rauen Stoffmengen gesehen haben ist Spitze – in seiner Bestform auch in Kombination mit Tüll. Liegt hier also das Geheimnis der Oscar-Trend-Roben? Spitze eröffnet nämlich vor allem viele Styling-Möglichkeiten. Sie kann sexy in Form von Pencilskirt-Kleidern getragen werden, an denen sich die Spitzenelemente lasziv ans Dekolleté schmiegen. Spitze ist aber auch besonders aufregend an langen Schlauchkleidern, die hochgeschlossen und mit langen Ärmeln einen Hauch Mystik versprühen. Atemberaubend ist dieses Material natürlich in Verbindung mit Tüll – vereint zu einer ausladenden Prinzessinnenrobe. Ist Spitze also an der Oscar-Spitze?

Das werden wir und Sie spätestens am 2. März 2014 erfahren, wenn es in Los Angeles heißt „And the Oscar goes to…“. Die Wartezeit können Sie sich bis dahin mit den schönsten Looks der Golden Globes, der Critics’ Choice und der Screen Actors Guilde Awards vertreiben. Vielleicht erkennen Sie ja einen geheimen Oscar-Trend!

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