Plus Size

Wunderschöne Vielfalt: ModCloth zeigt „echte“ Frauen in sinnlicher Retro-Swimwear

am 25.02.2015 um 15:08 Uhr

Sie sind groß, klein, kurvig, schlank, hellhäutig, dunkelhäutig, haben grüne, braune, blaue Augen, ganz natürliche Problemzonen und echte WOW-Attribute: Frauen sind vielfältig, faszinierend und können mit Sicherheit nicht auf das eine, plastische und surreale Schönheitsideal reduziert werden, das im Size-Zero-Mekka Hollywood propagiert wird. Kein Wunder also, dass sich Plus-Size-Models und realistische Werbekampagnen einen immer größeren Platz in unserer Unterhaltungsindustrie erkämpfen. Das US-amerikanische Label ModCloth launchte nun ein ganz besonderes Advertorial und holte für die neue Swimwear-Kollektion kurzerhand die eignen Mitarbeiterinnen vor die Kamera: Echte Frauen in allen Größen, Formen und Farben, ganz ohne Mogelmeister Photoshop, wurden in all ihrer schillernden Diversität und natürlichen Schönheit dargestellt! Entdecken Sie diese einzigartige Kampagne und weitere, vielfältige und kurvige Schönheiten hier in unserer Bildergalerie.

Was bedeutet heutzutage sexy? Was ist Schönheit? Neben der traditionellen Fashion-Welt mit ihren dürren Laufsteg-Models, setzt sich in einem langsamen, fortwährenden Prozess ein neues Körper-Verständnis durch: Kurvige Wahnsinnsfrauen wie Ashley Graham, Tara Flynn und Crystal Renn zieren nicht nur Titelblätter der Hochglanzmagazine, sondern verändern langsam auch unsere Wahrnehmung vom gängigen Schönheitsideal. Natürlich gibt es in diesem Kampf ständige Rückschläge sowie eine widersinnige Skurrilität. Ein langsames Umdenken scheint trotzdem ins Rollen gekommen zu sein.

Echte Frauen selbstbewusst im Bikini: ModCloth setzt auf Authentizität

Bereits letztes Jahr machte ModCloth von sich reden, als der Onlineshop kurzerhand verkündete, dass er von nun an auf die Verfälschungs- und Verschönerungsmaschinerie Photoshop verzichten werde. Mit der neuen Badewäsche-Kampagne führt ModCloth nun die Hingabe an ein positives, realistisches Körperbild noch einen ganzen Schritt weiter: Für das Shooting der neuen Badewäsche-Kollektion engagierte der Retailer nicht etwa Plus-Size-Models, sondern schickte gleich die eignen Mitarbeiterinnen vor die Linse. Sogar Gründerin und CEO Susan Koger war Teil des Shootings, welches alle Figurentypen, Haarfarben und Frauencharaktere ins rechte Licht rückte und einmal mehr bewies, dass echte Schönheit in allen Größen daherkommt.

Ich liebe Mode, aber ich liebe nicht die Botschaft, die sie an junge Mädchen und Frauen sendet,“ sagte Koger im Interview mit der Plattform Refinery29. „Wenn es eine Botschaft gibt, die ich mit meiner neuen Kampagne aussagen möchte, dann, dass jeder Körper individuell ist und dass dies etwas wundervolles ist, und nicht etwas, weswegen man sich schämen müsste!“

Die Kampagne war eine direkte Antwort auf das Furore, das die „SwimsuitsForAll“-Werbung in der berühmten Zeitschrift Sports Illustrated ausgelöst hatte. Dort wurde zum ersten Mal ein echtes Plus-Size-Model gezeigt: Ashley Graham steht in einem schwarzen Bikini vor einem blauen Pool und strahlt in all ihrer sinnlichen Weiblichkeit. Für ModCloth-CEO Koger zwar diese Werbung zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch nicht eindeutig genug.

Wieso wurde lediglich eine Werbeanzeige geschaltet? Wieso bekam Ashley Graham nicht die Möglichkeit, ein Fashion-Editorial zu schießen?

Was ist Plus Size?

Die Tatsache, dass sich das Magazin wie die Sports Illustrated damit rühmt, mit Robyn Lawley habe sehr wohl ein Plus-Size-Model einen Editorial-Shoot in der Ausgabe ergattert, zeigt die Skurrilität, die vor allem in der Betitelung „Plus Size“ liegt: Lawley gilt derzeit als das erfolgreichste Plus-Size-Model der Welt, zierte unzählige Magazin-Cover, darunter auch das berühmte Cosmopolitan-Cover der März-Ausgabe 2014. Aber ist die schöne Blonde denn wirklich noch „Plus Size“?

In der letzten Zeit verlor Lawley stetig an Kurven und trägt mittlerweile die Konfektionsgröße 36/38. Die Frage, ob man dies denn als Übergröße bezeichnen dürfe, ist also durchaus berechtigt. Wie unglaubwürdig ist es, dass eine Frau, die man im alltäglichen Leben als „schlank“ betiteln würde und die eine Wahnsinnsfigur hat, als Übergrößen-Model gilt und sich gewisse Magazine dann auch noch damit schmücken, sie wären Plus-Size-wohlwollend?

ModCloth entging dieser Kontroverse einfach, indem das Label noch einen Schritt weiter in Richtung Echtheit ging und gleich auf Profi-Models verzichtete: Die verschiedenen Frauen machten nichtsdestotrotz in der verspielten, Retro-inspirierten Bademode, designt von Esther Williams, eine tolle Figur und bewiesen einmal mehr, dass die neue Natürlichkeit 2.0 durchaus erfolgreich sein kann. Ziel der Kampagne ist es, sich beim Betrachten der Bilder einfach gut zu fühlen, egal welche Kleidergröße man trägt und zu akzeptieren, dass der weibliche Körper vielfältig und aufregend ist.

Vielleicht ist der Weg hin zu „echten“ Frauen in Werbung und Fashion Editorials die einzige Lösung des modernen Körperdilemmas: Aber in einer Industrie, die sehr langsam lernt und sich wenig veränderungsbereit zeigt, ist ein solch drastischer Kurswechsel in absehbarer Zeit noch nicht zu erwarten.

Entdecken Sie die vielfältigen Kampagnenbilder von ModCloth und weitere natürliche Schönheiten hier in unserer Bildergalerie.

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