Mode-Business

Nicht Plus Size, sondern echt: Modelagentur IMG macht Platz für Kurven

am 07.02.2014 um 17:31 Uhr

„Esst! Seid ihr selbst! Denn genauso wie ihr seid, seid ihr am besten!“ – Eine Aufforderung, die Models im knochenharten Fashion-Business wohl eher selten hören. Deswegen schlägt die Ankündigung von IMG Senior-Vizepräsident Ivan Bart auch ein wie eine Bombe: Die weltweit größte Modelagentur, welche Topmodels wie Gisele Bündchen, Karlie Kloss oder Kate Moss unter Vertrag hat, machte vor Kurzem bekannt, dass sie sich dem Diktat der Size Zero und den immer jünger werdenden Models nicht mehr unterwerfen will. Wie genau das aussieht, erfahren Sie hier und in unserer Fotoshow.

Eine Modelagentur mit Sitzen in den größten Fashion-Metropolen der Welt: In New York, Paris, London, Mailand und Sydney wird in den Räumen von IMG Models darüber entschieden, welche Models Laufstege, Werbekampagnen und Cover großer Magazine erobern. Trotz immer wieder aufflackernder Diskussionen um die Gefahr Size Zero und den immer noch eher schleichenden Vormarsch von Plus Size sahen diese allerdings flächendeckend gleich aus: Mager, jung und makellos. Das soll sich nun ändern.

„Eine alterslose, rassenlose und gewichtslose Agentur“

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für die Fashion-Industrie. In einem exklusiven Interview mit der Cosmopolitan, eines der beliebtesten Mode-Magazine der Welt, macht Ivan Bart deutlich, dass Schönheit für ihn und die Zukunft von IMG nicht abhängig ist von einem bestimmten Gewicht, einer Körpergröße oder einer Hautfarbe. Ein Aufruf, den man aus dem Fashion-Business sicher nicht zum ersten Mal hört. Der Clou daran ist jedoch, dass es sich bei IMG nicht um irgendeine Modelagentur handelt, sondern um eine, die weltweit ganz vorne mit dabei ist, das Fashion-Business zu bestimmen. „Wir wollen einfach nur die talentiertesten Menschen dieser Industrie repräsentieren. Ich glaube, die Konsumenten wollen vor allem sich selbst sehen. Natürlich gibt es Frauen, die von Natur aus so dünn sind, dass sie in ein Designer-Sample (Größe 0-1, also 30/32) passen, und der Plus-Size-Markt startet mit Größe 12 (Größe 44), doch wo bleibt die Durchschnittsfrau mit einer Größe von 2 bis 10 (Größe 34/36 – 42)?“, so Ian Bart im Interview.

Weder Size Zero noch Plus Size: IMG Models lässt Taten folgen

Könnte das der Anfang eines langfristigen Umdenkens sein? IMG geht nämlich mit gutem Beispiel voran und hat im Zuge der selbst angestoßenen Debatte nicht nur auf der eigenen Homepage eine Umkategorisierung vorgenommen, sondern auch neue Models verpflichtet. Alle weiblichen Models werden in Zukunft unter der Kategorie „Damen“ geführt – unabhängig von Gewicht, Alter oder Hautfarbe: „Für uns ist nur wichtig: So lange das jeweilige Model ein für sich gesundes Gewicht hat, welches auch der jeweilige Arzt bestätigt, und sie sich dazu auch fit hält, ist das für uns ein gesunder Lebensweg, den die Industrie auch genauso reflektieren sollte.“, so Ivan Bart.
Gleich fünf Models nahm IMG deshalb neu auf. Models, die eben nicht dünn, sondern gesund, rund und vor allem normal aussehen. Dazu gehören Ashley Graham, Danielle Redman, Julie Henderson, Inga Eiriksdottir und Marquita Pring. Junge Frauen, die nicht Plus Size und nicht Size-Zero sind, sondern eben vollkommen normale Körperbauten repräsentieren.

Diese und andere „normale“ Models können Sie in unserer Fotoshow noch einmal genauer kennenlernen.

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