Power Plate

Das Training der Stars: Wir haben den Power-Plate-Trainer Kristaps Vaicis interviewt

am 04.11.2014 um 16:10 Uhr

Es wackelt gewaltig und sieht erst einmal gar nicht so anstrengend aus, dachten wir. Wenn aber selbst Stars wie Madonna oder Verona Poth auf dieses Training schwören und sich Model Marcus Schenkenberg sogar als Video-Trainer anbietet, kann es sich ja gar nicht um ein Fitnessgerät für Couchpotatoes handeln. Um das Geheimnis der vibrierenden Platte namens Power Plate zu lüften, haben wir den Trainer Kristaps Vaicis zum Interview getroffen und ihn nach den Besonderheiten der angesagten Trainingsmethode gefragt. Unsere Redakteurin Lisa hat sich dafür auf wackeliges Terrain begeben und das Training selbst ausprobiert. Was uns Kristaps Vaicis über das Power-Plate-Training verriet und wie sich unsere Redakteurin schlug, das erfahren Sie hier und in unserer Fotoshow.

Einige Fitnessstudios bieten, häufig für einen Aufpreis, die Nutzung von Power Plates mit an. Bei „Lifestyle Ladies“ wird allerdings ausschließlich auf den wackeligen Platten trainiert. Wir haben uns einen Verantwortlichen des Frauenfitnessstudios zur Brust genommen und den Trainer Kristaps Vaicis gefragt, ob das Workout wirklich so viel hergibt, wie es der Hersteller der Platten verspricht.

„Lifestyle Ladies“? Sie trainieren in Ihren Studios also ausschließlich Frauen? Das hört sich interessant an, immer raus mit der Sprache.

„Ja genau. Ich trainiere nur mit Frauen. Eigentlich ist es auch gar nicht so schwer. Viele Frauen haben dieselben Wünsche – Bauch, Beine und Po. Dieses Training bekommen sie natürlich auch, allerdings versuche ich mehr aus ihnen herauszuholen, ihre Kondition und das ganzheitliche Körperbild zu verbessern.“

Gibt es Probleme, die vor allem beim Training mit Frauen auftreten?

„Probleme eher weniger, vielmehr sehe ich Tendenzen. Beispielsweise trainieren bei mir viele Frauen, die einer Bürotätigkeit nachgehen. Beim ersten Training sehe ich sofort, wie steif sie im Nacken sind, ein Großteil hat sogar Beschwerden. Das müssen wir dann ganz schnell ändern. Auch die Körperhaltung und das Körpergefühl spielt eine große Rolle. Viele Frauen kennen ihren Körper nicht gut genug und wissen gar nicht, wie sie eine einzelne Muskelgruppe anspannen – ich bin dann dafür da, ihnen das zu beizubringen. Witzig sind hingegen die Männer der Frauen. Die holen ihre Liebsten nämlich ab und zu vom Training ab und belächeln das Workout ihrer Frauen gern – solange, bis ich sie mir schnappe und sie auf der Platte vom Gegenteil überzeuge.“

Werden Power Plates also hauptsächlich mehr von Frauen genutzt?

„Ich denke, dass es schon einige Männer gibt, die auf der Power Plate trainieren, allerdings liegt es vielen Frauen am Herzen, betreut zu werden. Männer verzichten hingegen gern auf einen persönlichen Trainer. Außerdem plappern Frauen auch gerne, solange sie nach dem Workout noch Luft dazu haben. Ehrlich gesagt, sind die Frauen nach dem Training echt sehr positiv gestimmt – ‘Vollgeschwitzt, aber mit einem Lächeln’, unter diesem Motto trainiere ich.“

Worin liegt der markanteste Unterschied zum Training im Fitnessstudio oder der Joggingrunde im Park?

„Im Zeitfaktor. Ich kann in 20 Minuten jede Muskelgruppe ansprechen. Viele Frauen kommen sogar in der Mittagspause vorbei, während es sich die anderen auf der Couch gemütlich machen. Die Joggingrunde ist definitiv gut, ein Schritt in die richtige Richtung. Ich denke allerdings, dass man beim Training auf der Platte weitaus schneller Resultate sehen kann. Das liegt an der Intensität und der ganz körperlichen Anstrengung. Es ist eben kein typischer Besuch im Fitnessstudio oder der Zehn-Kilometer-Run, es sind 20 Minuten, die sich anfühlen, wie zehn Kilometer.“

Ist das Training deshalb so beliebt bei Prominenten?

„Die großen Pluspunkte liegen in der Zeitersparnis und der Effektivität des Trainings. Nicht nur die Stars haben wenig Zeit.“

Wie können 20 Minuten so effektiv sein?

„Die Vibration der Platte kann variieren. Ich arbeite meist mit einer Frequenz von 40, das heißt 40 Stöße in einer Sekunde und das dreidimensional, die Platte bewegt sich also seitlich, nach oben und unten. Allerdings hängt die Vibrationsfrequenz ganz von der Kundin ab, manchen ist auch eine Frequenz von 30 angenehmer. Durch die Bewegung der Platte entsteht ein ganz natürlicher Muskelreflex, gegen diese Bewegung zu arbeiten – vorausgesetzt man spannt die Muskeln auch an. Dafür ist dann das Auge des Trainers nötig, ich korrigiere und überprüfe die Haltung der Frauen, um sicherzustellen, dass der gesamte Körper unter Spannung steht. Ist die Spannung einmal da, werden dann noch Übungen ausgeführt, wobei ich auch hier darauf achte, dass diese richtig ausgeführt werden. Ihr könnt euch also vorstellen, wie intensiv das für den Körper ist.“

Können durch die starke Vibration Kopfschmerzen auftreten?

„Am Anfang kann es schon sein, dass vor allem Menschen, die Verspannungen im Nacken haben, einen leichten Druck im Kopf spüren. Das kommt daher, dass die Vibration in die Verspannung zieht und der Kreislauf auf einmal gepusht wird. Ganz wichtig ist, dass man auf seine Atmung achtet und Pausen einlegt. Beim zweiten Training spüren die Frauen dann meist gar keinen Druck oder ähnliches mehr.“

Wie sehen 20 ganz normale Minuten auf der Power Plate aus?

„Generell geht jedes Training mit einer Dehnung los, dafür besprechen wir, wo im Körper Spannungen liegen und welche Muskelgruppen noch unter heftigem Kater vom letzten Training leiden. Bei Frauen, die ich noch nicht so gut kenne, geht es dann mit den großen Muskelgruppen wie den vorderen und hinteren Oberschenkeln, dem Po, den Armen, der Taille und dem Bauch weiter, wobei ich den Fokus meist auf den Bauch und den Rücken setze, um zu sehen, wie stark diese wichtigen Muskeln ausgeprägt sind.

Jede Übung wird dann jeweils 45 Sekunden ausgeführt, danach wird die nächste Übung erklärt – es gibt also kurze Pausen. Allerdings sind auch die 45 Sekunden nur ein Richtwert für Anfänger. Ich will natürlich, dass sich meine Kundinnen verbessern und die Übungen nach beispielsweise zwei oder vier Wochen 60 Sekunden lang und als Verbindung aus statisch und explosiv ausführen. Wenn die Muskeln zu sehr brennen, legen wir individuelle Lockerungsübungen ein, um die Muskeln zu entspannen. Dann wären wir also bei etwa 15 Minuten reinem, intensivem Training.

Zum Schluss gibt es eine Massage, bei der die Muskeln ordentlich durchgerüttelt werden. Hartgesottene verzichten manchmal sogar auf diese und ziehen auch die letzten drei Minuten noch mit dem Training durch. Die Massage ist übrigens gut gegen Cellulite. Der Muskel wird während des Workouts trainiert und das Gewebe bei einer erhöhten Massage-Frequenz gestrafft.

Fortgeschrittene Damen bekommen bei mir ein Extra-Training, bei dem die Platte neun Minuten lang durch vibriert und die Übungen hintereinanderweg, ohne Pause ausgeführt werden. Danach tun wir dann noch etwas für den Muskelaufbau, Krafttraining mit Thera-Bändern, Redondo-Bällen und Hanteln, um es auf den Punkt zu bringen.“

Warum wird das Training in so kleinen Gruppen durchgeführt?

„So kann ich meine Kundinnen am besten korrigieren. Ich möchte auf jeden Trainingswunsch eingehen, die Durchführungen überprüfen. Das geht nun mal nicht, wenn hier 20 Leute auf einmal sind. Ich versuche das Workout so zu organisieren, dass Frauen mit dem gleichen Leistungsstand miteinander trainieren und wir so mit den Übungen variieren können.“

Kommt tatsächlich jeder auf seine Kosten – die, die abnehmen wollen, genauso wie die, die Muskeln aufbauen wollen?

„Das Workout bringt definitiv allen etwas, wenn man weiß, wie man mit der Power Plate umzugehen hat – diese Platte kann so vielfältig sein, deswegen habe ich mir auch verschiedene Herangehensweisen für Frauen mit Rückenproblemen, trainierte Frauen oder Frauen mit beispielsweise Knieproblemen überlegt. Es kann sogar sein, dass es einer Frau, die Sport nicht gewohnt ist, schon vollkommen genug ist, nur auf der Platte zu stehen und die Körperspannung zu halten. Ich bin der Meinung, dass sich ein Muskel entwickeln muss.“

Was, wenn wir Frauen dann einmal nicht voller Motivation zum Training kommen?

„Jeder, der trainiert, sollte wissen, dass er das nur für sich macht. Ich gebe mich dem Ganzen hin und möchte sie gern dabei unterstützen. Wenn jemand nicht motiviert ist, werde ich lauter – nicht böse, aber lauter und feuere sie an. In den meisten Fällen ziehen hier auch alle durch, in den anderen Fällen tut die Gruppendynamik das Nötige.“

Möchten Sie uns und allen Interessierten noch etwas mit auf den Weg geben?

„Regelmäßigkeit ist wichtig. Man darf es nicht schleifen lassen und muss sich über die eigene Verantwortung im Klaren sein. Auch die Power Plate entschuldigt keine süßen Sünden.“

Stichwort „Süße Sünden“. Die sind vor allem im Herbst und Winter tückisch, haben Sie einen Tipp?

„Wie man weiß, sind Sünden abends doppelt so schlecht. In der kalten Jahreszeit fällt es oft schwer auf sie zu verzichten, man sollte allerdings abwägen und nicht alles in sich hineinschieben, entweder der Glühwein oder die Waffel.“

Wir danken Kristaps Vaicis für dieses interessante Interview, die vielen Antworten und zeigen Ihnen in unserer Bildergalerie, wie sich unsere Redakteurin Lisa auf der Power Plate angestellt hat.

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