Stress

Stressfaktor To-do-Liste: Leiden Sie unter “Precrastination”?

am 26.02.2016 um 16:48 Uhr

Sie haben den Zwang, jede Aufgabe so schnell wie möglich erledigen zu müssen? Aufschieben ist nicht drin? Dann leiden Sie wahrscheinlich an Precrastination (z.dt. Prekrastination). Was für viele ungewöhnlich erscheint, ist für manche ein wahrer Stressfaktor. In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, was es mit der Prekrastination wirklich auf sich hat.

Prekrastination ist das Gegenstück zu Prokrastination. Letzteres ist ein Phänomen, welches jeden fünften Deutschen betreffen soll. Hierbei handelt es sich um den Drang, Dinge, die eigentlich dringend erledigt werden sollten, immer wieder aufzuschieben.

Warum kann Prekrastination gefährlich sein?

Eigentlich hört es sich erst mal gar nicht schlimm an, wenn man Dinge auf seiner To-do-Liste sofort erledigt. Aber die Prekrastination ist tatsächlich die böse Schwester der Aufschieberei. Denn hinter dem Fleiß und der vorgaukelnden Arbeitstugend steckt ein großer Stressfaktor. Warum? Weil Dinge oft viel zu früh oder mit einem viel zu großem Aufwand erledigt werden, welcher eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Und das Ganze hat mit einem inneren Zwang zu tun – denn eigentlich stehen gar keine Deadlines für die Erledigungen an, es gibt keinen triftigen Grund. Lieber schnell irgendetwas machen, bevor man gar nichts tut. Doch fängt der viel zu frühe Vogel auch den Wurm? Letztendlich setzt dieses ineffiziente Verhalten eine Person unter einen enormen Druck. Der selbstgemachte Stress könnte zu Überlastung und sogar einem Burnout führen.

David Rosenbaum ist ein Psychologe an der Pennsylvania State Universität. Zusammen mit seinen Kollegen erforschte er das Thema näher und initiierte dazu außerdem eine Reihe an Experimenten. Den Probanden wurden verschiedene Aufgaben gestellt. Hierbei hatten sie zwei Lösungsalternativen. Alle entschieden sich immer für die erstbeste Lösung. Das Wichtige für die Probanden war nur, dass die Aufgabe erledigt wurde. Ob diese eine physische oder psychische Anstrengung erforderte, war ihnen egal – was sie in den anschließenden Interviews sogar bestätigten. Und genau hier liegt auch das Problem der Soforterlediger. Denn der mentale Druck der unerledigten Aufgabe wiegt so schwer, dass sie alles tun würden, um diese so schnell wie möglich abzuschließen.

Was kann man gegen Prekrastination tun?

Sachen immer aufzuschieben ist nicht gesund und kann kurz vor der Deadline zu einem enormen Stress führen. Aber auch das zwanghafte Soforterledigen setzt unter Druck. Versuchen Sie deswegen, die goldene Mitte zu finden. ‘As soon as possible’ macht nur Sinn, wenn keine Arbeitsüberlastung dahinter steckt. Hinterfragen Sie sich! Warum müssen Sie bestimmte Dinge sofort erledigen? Vielleicht hilft es Ihnen, hierbei einen Plan mit allen To-do’s zu erstellen. So schaffen Sie sich einen Überblick, was ansteht, und können alles zeitlich einplanen und nach und nach abarbeiten. Schnell werden Sie merken, dass es Ihnen gut tut, wenn Sie nicht alles auf einmal machen, sondern gezielt erledigen. Wichtig ist es, hierbei Prioritäten zu setzen. So wird Ihnen deutlicher, was zeitnah erledigt werden sollte, und, was noch etwas ruhen kann.

Machen Sie sich insgesamt weniger Druck. “Ich muss aber” hat hier nichts zu suchen. Machen Sie sich stattdessen bewusst, dass Sie eine Wahl und vor allem noch Zeit haben. Letztendlich hat alles mit Ihren Gedanken zu tun. Den Stress machen Sie sich nämlich erst mal im Kopf. Sobald Sie sich aber lockern und an die Tipps halten, wird sich Ihr Geist bei Ihnen bedanken. Denn wer organisiert handelt, kommt stressfrei durch’s Leben. Und davon träumen wir doch alle, oder?

In unserer Bildergalerie haben wir für Sie das Phänomen der Prekrastination noch einmal zusammen gefasst.

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