Rihanna zeigt für River Island – “Horror Show?” Nicht ganz!

am 18.02.2013 um 18:00 Uhr

Mit großer Spannung richteten sich gestern alle Augen der London Fashion Week auf einen ganz bestimmten, ziemlich überfüllten Showroom: Popstar und Mode-Ikone Rihanna zeigte ihre Entwürfe für die Streetwear-Line der Modekette River Island und sorgte damit für unerwartet gegensätzliche Reaktionen.

Die einen sprachen von der absoluten „Horror-Show“ der Fashion Week, dem „Porno Debüt“ oder einer „wenig überraschend vulgären und doch ermüdend hervorsehbaren“ Kollektion, die anderen nannten die Entwürfe einen Erfolg, wenn auch nicht gerade einen überschwänglichen. Einzig „Elle“-Modechefin Anne-Marie Curtis lobte Rihannas  Ästhetik wohlwollend und nannte sie einen Mix aus Norma Kamali und der Luxus-Sportwear von Alexander Wang. Dabei darf man jedoch auch nicht vergessen, dass Rihanna das April-Covergesicht der Elle sein wird – eine gefloppte Kollektion wäre hierbei nicht gerade günstig gewesen.

Back to the 90ies

Bh‘s umfunktioniert als bauchfreie Tops, Jumpsuits im Batik-Look, durchsichtige Blusen, lange Röcke mit extremem Beinschlitz, Netz-Shirts, Plateau-Heels: Zu dröhnenden Hip-Hop-Beats präsentierte die 24-jährige Neu-Designerin eine auffällig an die 90er angelehnte Kollektion, sogar der rote Baywatch-Badeanzug und die Jeans-Latzhose wurden referenziert. Zugegebener Maßen: Die nur 7 Minuten lange Show war wohl nicht das kreativste und spannendste, was der Modewelt jemals vorgesetzt wurde: Aber wer hatte denn auch was anderes erwartet? Etwa konzeptionelle Avantgarde? Abendroben? Wohl eher nicht. Der empörte Aufschrei sowie die Betitelung als Porno-Mode sind trotzdem lächerlich und maßlos übertrieben.

Rihanna pur

Rihanna hatte bei ihrer Kollektion offensichtlich vor allem eines im Sinn: Ihren Namen für eine Linie herzugeben, die auch wirklich nach Rihanna aussieht, und die sie durchweg selbst anziehen könnte, vom Bühnen- bis zum Partyoutfit. Im Grunde hat sich Riri die gesamte Kollektion auf den eignen Leib geschneidert und eines ist klar: So wie Kate Moss das Aushängeschild für Topshop wurde, die Fans der Kardashians Dorothy Perkins einrannten um sich ein Teil im idiosynkratischen Leoparden-Print zu sichern, so werden die Scharen an Rihanna-Fans zu River Island strömen um sich das Piece im exklusiven Riri-Style zu sichern.

Berechenbar ? Na und!

Wer den Style der Sängerin in der letzten Zeit mitverfolgt hatte; für den war die Kollektion sowieso keine allzu große Überraschung. Nichtmal vor drei Monaten rückte Rihanna mit einer Stil-Debatte in den Fokus: Auf sämtlichen Mode- sowie Musik-Blogs wurden Rihanna und Kollegin Azelia Banks beschuldigt, den aus dem pop-underground entstammenden Seapunk-Style, der in seinen Ausprägungen ebenfalls extrem an die 9oer erinnert, „geklaut“ und als eigene „Erfindung“ ausgegeben zu haben. Hierbei beschwerten sich vor allem weniger berühmte Künstler jenseits vom Mainstream, Rihanna und Co. hätten ihre Ästhetik einfach gestohlen und sie der breiten Masse als eigene Idee zugefüttert. Ungeachtet dessen, wie unsinnig – oder auch nicht –diese Debatte erscheinen mag, vermittelt sie doch zumindest eines: Riri ist interessiert und scheint so langsam aber sicher ihren Stil gefunden zu haben. Dieser befindet sich mittlerweile irgendwo zwischen exzentrischer Schrägheit, Interesse an Avant-Garde-Inspiration, sexy Hipster-Chick im Retro-Look und doch klassischer Eleganz (Man denke hierbei nur an das Kleid, dass sie für den Grammy wählte.)

Da muss man sich eben auch nicht wundern, wenn es heißt: Wo Rihanna draufsteht, ist auch Rihanna drin.

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