Porträt

Desired.de Close-up: Die Metamorphose der unwiderstehlichen Robin Wright

am 26.03.2015 um 18:32 Uhr

Sie mag vielleicht so etwas wie ein Spätzünder unter den Hollywood-Schauspielerinnen sein, aber deshalb steht sie mit 48 Jahren erst am Anfang ihrer internationalen Karriere: Robin Wright, Schauspielerin, Model, Stilikone, schlüpft nun für das Netflix Polit-Drama „House Of Cards“ zum dritten Mal in die Haut der eleganten Eiskönigin Claire Underwood. Wright, selbst das Abbild purer Eleganz und Grandezza, ist eine Frau, die man einfach bewundern muss, ob man will oder nicht. Ihre exzellente Inszenierung der über-kalkulativen Präsidenten-Gattin Underwood brachte ihr 2014 bereits einen Golden Globe ein, ihr pointiertes und minimalistisches Gespür für Mode schlägt unlängst Wellen. Wohin diese Reise gehen wird? Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie alles über unsere neue Close-up-Powerfrau Robin Wright.

„Es ist so surreal, so surreal!“, sagte sie immer wieder, in der großen Nacht, als sie ihren ersten Golden Globe in der Kategorie „Beste Seriendarstellerin“ gewann – übrigens das erste Mal in der Geschichte der Globes, dass eine reine Internet-Serie den Titel holte. „Ich wurde damals Schauspielerin, um die Menschen zu bewegen, um sie zu berühren, und jetzt, nach so vielen Jahren, kann dieser Award nur bedeuten, dass es mir endlich gelingt“, sagte Wright unmittelbar nach der Preisverleihung im Interview mit dem britischen Magazin The Telegraph. Dabei hatte Wright die Menschen mit ihrem Schauspiel durchaus schon früher bewegt…

„Lauf Forrest, lauf!“

Diese Worte haben sie damals berühmt gemacht: 1994 drehte Robin Wright zusammen mit Tom Hanks das Drama „Forrest Gump“ und schuf damit einen Klassiker, der zu den meistgesehenen Filmen aller Zeiten avanciert ist. Die Rolle der Jenny, einer hin- und hergerissenen jungen Frau, die das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen hinnimmt, ist auch heute noch oftmals die erste Assoziation, die man mit Wright verbindet.

Dabei startete die Karriere der Texanerin schon viel früher: Bevor sie ihre ersten Gehversuche als Schauspielerin wagte, arbeitete Wright als junges Mädchen mit 15 Jahren schon als Model. Wie so viele Schauspieler, hatte auch die junge Robin Wright eine nomadische Kindheit, die Eltern unglücklich geschieden, pendelte sie zwischen Mutter und Vater, San Diego und Dallas hin und her. Die Schule fiel ihr aufgrund ihrer Dyslexie ziemlich schwer: Wright suchte einen Ausweg und fand ihn, wenig überraschend, im Modeln.

Mit 15 zog sie nach Tokyo zu ihrem Bruder. „Eigentlich hat mich meine Mutter dort nur ‚geparkt’“, gibt Wright heute im intimen Interview mit dem Telegraph zu. „Mein Bruder sollte sich damals um mich kümmern, aber ich war komplett auf mich allein gestellt. Ich war alleine, sehr jung und hatte große Angst.“ 1984 verließ sie endgültig die Schule und ergatterte eine Rolle in der Soap Opera „Santa Barbara“, wo sie auch ihren ersten Ehemann Dane Witherspoon kennenlernte. Die Seifenoper wurde zwar zu einem wichtigen Sprungbrett für ihre schauspielerische Karriere, trotzdem sagt die Power-Frau heute über diese Zeit:

„Eine meiner größten Bedauern ist es, dass ich niemals aufs College gegangen bin!“

Von 1984 bis 1988 spielte sie in „Santa Barbara“ (in Deutschland: California Clan) die Rolle der Kelly Capwell, welche der jungen Wright immerhin drei Emmy-Nominierungen bescherte. 1987 folgte mit „Die Braut des Prinzen“ der erste nennenswerte Kinofilm. Der Fantasystreifen wurde ein Überraschungshit und Wright über Nacht eine hochgehandelte Newcomerin. Es folgten Filme wie „Im Vorhof der Hölle“, „Toys“ oder „Die Playboys“ und dann endlich 1994 „Forrest Gump“ und der internationale Durchbruch.

Das Auf und Ab mit Sean Pean

„Berühmtheit ist Bekanntheit und das will ich nicht“, soll Wright damals gesagt haben. Anders als erwartet, startete die Schauspielerin nach Forrest Gump nicht voll durch, sondern setzte ihre Prioritäten bewusst anders: Familie statt Rampenlicht und liebevolle Unterstützung anstatt eigene Karriere. Bei den Dreharbeiten zu „Im Vorhof der Hölle“ hatte die blonde Schöne den Schauspiel-Kollegen Sean Penn kennen und wenig später, wie das im wilden Hollywood eben so läuft, auch lieben gelernt. Tochter Dylan Frances kam bereits 1991 zur Welt, Sohn Hooper Jack 1993. Drei Jahre später, 1996, heirateten Wright und Penn, sie nahm sogar seinen Namen an, bereit, eine ‚richtige‘ Familie zu gründen.

Wenn die frischgebackene Ehefrau Robin Wright Penn in den folgenden Jahren überhaupt Filme drehte, dann nur mit ihrem Ehemann vor oder hinter der Kamera: Bei „Crossing Guard – Es geschah auf offener Straße“, „Missbrauchte Liebe“ oder „Alles aus Liebe – Call it Love“ war sie ständig an Seans Seite.

Leider gibt es auch zu dieser Liebesgeschichte kein Happy End: Obwohl Wright alles daran setzte, ihre Familie zusammenzuhalten, reichte das Paar nach zwanzig Jahren Ehe 2010 offiziell die Scheidung ein. Nach zahlreichen Trennungen und Aussöhnungen hatte der Wright-Penn-Kampfgeist sogar nahezu legendären Status erreicht – denn selbst für Hollywood-Standards galt die On-Off-Ehe schon zu lange als instabil. Zur Scheidung sagte Wright, sie sei

„absolut am Boden zerstört. Scheidung, vor allem mit Kindern, ist zerstörerisch. Schlimmer als das! Ein Grund, warum wir uns so oft getrennt und versöhnt haben, war ja gerade, weil wir die Familie zusammenhalten wollten. Wenn du das willst, dann versuchst du es wieder, und wieder, und wieder.“

Leider war am Ende auch der größte Kampfgeist nicht stark genug und das Paar erreichte 2010 den Punkt jenseits aller Wiederkehr. Trotzdem lässt und ließ sich Wright niemals auf den Punkt eines öffentlichen Rosenkrieges herab. Sie behandelt eben alles, selbst die unschönen Tage ihrer Vergangenheit, mit Würde und Anmut:

„Meine Augen sehen nach vorne und ich war niemals glücklicher,“

antwortet sie mittlerweile, wenn man sie nach ihrem Ex-Mann fragt. „Ich habe viel zu viel Respekt für Sean und unsere zwei unglaublichen Kinder, um unsere vergangenen Freuden und Leiden einer öffentlichen Verzerrung auszusetzen!“

Eine Lady schweigt und gewinnt, nicht wahr?

Neue Liebe, neues Glück?

Lange blieb Wright aber natürlich nicht alleine, bereits 2011 traf sie am Set zu ihrem Film ‚Rampart‘ den 15 Jahre jüngeren Schauspieler Ben Foster. Als der Film fertig gedreht war, fragte Foster Wright, ob sie Lust hätte, mit ihm an einer Lyrik-Lesung teilzunehmen. „Ich bin noch niemals, niemals in meinem Leben zu einem Date eingeladen worden, ob Sie es glauben oder nicht,“ sagte Wright im Interview mit dem britischen Telegraph zum Anfang ihrer neuen Beziehung. „Ich war mein ganzes Leben lang verheiratet und noch niemals niemals zu einem Date eingeladen worden.“ Die Beziehung zu Foster entwickelte sich schnell, Ende 2014 folgte eine Verlobung, aber auch, wie sollte es auch anders sein, eine gehörige Portion an Gegenwind.

Hollywoods Lieblingsthema „Ältere Frau liebt jüngeren Mann“ bescherte auch Wright einige, hämische Kommentare. Nichts jedoch, womit die Powerfrau nicht umgehen könnte, wie sie im Interview mit der Modezeitschrift ‚Harper‘s Bazaar‘ bewies. Auf die Frage, wie es sich denn anfühle, mit einem jüngeren Mann zusammen zu sein, lieferte die mittlerweile 48-Jährige eine gesalzene Antwort: „Es ist eine Schande, dass diese Gesellschaft eine bestimmte Fixierung hat, denn wäre es umgekehrt – hätte ein älterer Herr eine junge Frau, dann würde sich keiner drum scheren! Wir verdrehen unsere Augen, wenn junge Frauen ältere Männer heiraten und sagen: ‚Oh wow, klar, er hat eine Midlife-Crisis und will einen sexy, jungen Körper‘. Hilfe, was für ein Klischee! Wenn es aber eine ältere Frau wagt, einen jungen Mann zu lieben, dann wird gleich ein nahezu religiöses Gericht gehalten, dann wird verurteilt. Das ist manipulativ. Und sehr ansteckend.“

Das wichtigste? Dass Wright ihr persönliches Glück gefunden hat, fernab von Klischees und veralteten, gesellschaftlichen Reglements. Mit ihrem unwiderstehlichen Charme, ihrer irisierenden Aura voller femininer Stärke, ihrem ausdruckstarken Gesicht und feinen Fashion-Gespür, sicherte sie sich aktuell sogar das Cover der ‚Vanity Fair‘ und strahlt unter dem Titel ‚Defrosting Ice Queen‘ absolutes Selbstvertrauen aus. Außerdem verriet Wright im intimen Cover-Interview auch gleich, dass sie „niemals in ihrem Leben glücklicher gewesen sei als heute. Vielleicht ist es nicht sehr ladylike dies auszusprechen, aber ich wage es: Ich habe niemals mehr gelacht, mehr gelesen, und bin öfter gekommen als mit Ben. Er inspiriert mich mein bestes Ich zu sein. Und es gibt noch so viel zu lernen, es ist endlos und großartig.“

Eine neue Stilikone: Die Metamorphose

Minimalistisch, elegant, pointiert und klassisch mit einem unerwarteten Hang zum avantgardistischen Detail: Robin Wright hat sich über die Jahre hinweg nicht nur als Schauspielerin weiterentwickelt und neuerfunden, sondern auch in puncto Stil eine große Wandlung hingelegt. Der große Einschnitt, die Metamorphose zur Stilikone sozusagen, fand im Jahre 2010 statt, als Wright ihre lange, blonde, feminine Wallemähne einfach abschnitt und damit ihren Look komplett veränderte

Fast über Nacht wurde aus der femininen Südstaatenschönheit mit Vorliebe für elegante Cocktail-Kleider und Levi’s-Shirt-Kombinationen eine markante, starke Erscheinung: „Ich war früher immer das T-Shirt, Levi’s, Lederjacke und Boots-Girls. Aber mein Kleiderschrank hat sich dramatisch geändert, seitdem ich meine Haare abgeschnitten habe. Zu dieser Zeit drehte ich zwei verschiedene Filme und musste während dieses ganzen Hin- und Her meine Haare ständig umfärben, sodass sie nach all den Strapazen nur noch wie Sägespäne aussahen!

Also schnitt ich sie ab – und liebte es. Es ist mein Ich-bin-jetzt-endlich-erwachsen-Haarschnitt und ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder lange Haare zu tragen. Aber die Form eines Kragens ist zum Beispiel ganz anders, wenn man kurze Haare ist, dein Hals ist die ganze Zeit entblößt.“

Man müsse jetzt eben noch besser wissen, wie man sich inszeniert, verriet sie dem US-amerikanischen ‚Harper‘s Bazaar‘ weiter, deshalb liebe sie neuerdings Rollkragen-Pullover. Aber nicht nur Rollis stehen Frau Wright fabelhaft und unterstreichen ihre nahezu aristokratischen Gesichtszüge, auch ihre berühmten Hosenanzüge und Ensembles im Androgyn-Look begeistern uns immer wieder aufs Neue. Legendär auch ihr Golden-Globes-Outfit, in dem sie ihre goldene Trophäe entgegennahm: Das rückenfreie, hautenge Kleid von Reem Arca bot genau die richtige Mischung aus Feminität, Stärke und klassischer Eleganz.

Darum liebt desired.de Robin Wright:

Sie ist eine Frau, die ganz klar weiß, was sie will, die aber auch zu ihren Schwächen steht und das Leben als stetige Reise mit Entwicklungspotential sieht:

„Ich glaube, wir werden zu dem, was wir nach außen hin in unsere Welt ausstrahlen. Wenn du Negativität abgibst, dann kommt diese direkt wieder zu dir zurück. Wenn du Freude ausstrahlst und deinen Mitmenschen mit Freundlichkeit begegnest, dann kommt Positivität zurück.“

Wenn dies nicht ein Lebensmotto ist, von dem sich ein jeder eine Scheibe abschneiden könnte? In jedem Fall ist Frau Wright noch lange nicht am Ende ihrer Erfolgsreise angekommen, noch lange nicht. Wir freuen uns auf noch viele weitere filmische sowie modische Highlights.

Stöbern Sie nun durch unsere Bildergalerie und entdeckten Sie zahlreiche Impressionen sowie ikonische Looks der unwiderstehlichen Robin Wright.

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