Der Rollkragenpullover: Turtle Neck oder Mock Neck?

am 22.10.2013 um 17:38 Uhr

Was hält uns im Herbst die Hälse wunderbar warm? Der Rollkragenpulli! Denn der Pullover mit dem hohen, in der Regel umgekrempelten Kragen und den langen Ärmeln ist eine geschichtsträchtige (und wärmere!) Variante der einfachen Bluse – wir haben die schönsten Modelle für Sie zusammengestellt!

Ja, der Rollkragenpullover ist wieder da – da sind sich ausnahmsweise auch mal wieder die Designer einig. Wohlig warm eingepackte Hälse sah man nämlich von Céline bis Marc Jacobs oder Stella McCartney – jedes Modell auf seine eigene Art und Weise interpretiert, versteht sich. Vor allem die moderne Variante des Turtle Neck, genannt Mock Neck (im Sinne von einem angedeuteten Rollkragen), lässt sich cool, lässig und sehr modern kombinieren – vorbei sind die Zeiten, in denen der Rollkragen-Pulli als spießig und bieder galt.

Der Rollkragen – Eine Uniform der Denker und Rebellen

Und sowieso: Wo kam dieses Image denn überhaupt her? Während der 50er Jahre galt der Rollkragen schließlich noch als Symbol des Intellekts und der geistigen Freiheit, er wurde sogar zur Uniform des Studenten, des nach Wahrheit Strebenden. Das Modeblog Thisisjanewayne packte zum Revival des Turtle Necks sogar ein altes Zitat des artmagazins aus: „Man legte den speziellen Existenzialisten-Look auf, und es wurde Mode, schwarz gekleidet zu sein, im Rollkragenpullover aufzutreten, die filterlose Zigarette im Mundwinkel und die Daseinsproblematik im Herzen.“ Und was passierte danach?

Der Rollkragen verkam zu einem Item der Vorstadt-Hausfrau, er wurde zum Symbol der hochgeschlossenen, ewigen Jungfrau: Gemeinsam mit einem, an einer schlichten, goldenen Kette baumelnden Kreuz-Anhänger stand er für Sittsamkeit und Spießertum. Glücklicherweise wird der Rollkragen-Pullover nun Schritt für Schritt von diesem falschen Image befreit: Stella McCartney interpretiert ihn diese Saison mit einer schönen Portion an Grunge, bei Céline ist der Turtle Neck elegant und androgyn, bei Calvin Klein zeitlos und bei Marc Jacobs mit grafischen Elementen versehen.

Streifenhörnchen: Doppelt gemoppelt hält besser!

Tatsächlich ist Stella McCartneys Interpretation des Turtle Necks mit den feinen Nadelstreifen ein doppelter Trend: Hier trifft der Rollkragenpulli auf die Nadelstreifen – wer hätte gedacht, dass das so wunderbar zusammen geht? Aber auch breite Streifen suchen sich ihren Weg auf den Rollkragen-Pullover und verpassen ihm somit einen schönen, puristischen Twist. Sei es mit einem goldenen Balken wie bei Jil Sander oder einem farbigen Streifen bei Chloé – weniger ist, wie so oft, einfach mehr.

Skandinavische Puristen: Clean Chic

Die beste Adresse für einen puristischen Rollkragen-Look bietet das skandinavische Label Acne. Vor allem den modernen Mock Neck bietet das Label in vielen verschiedenen Farben und Schnitten an, stets gewohnt clean interpretiert. Das weiße Modell mit dem großem Blockdruck „Acne Studios L.NYG.23 entpuppte sich sogar beinahe über Nacht als das beliebteste Mock-Neck-Stück des Labels und ist bereits so gut wie überall vergriffen – der Beiname „It-Piece“ ist also wirklich nicht mehr weit.

Qualitätsteil vs. Trendteil

Sollten Sie jetzt mit dem Gedanken spielen, sich einen Rollkragenpullover anzuschaffen (,was wir doch sehr hoffen), haben wir noch einen letzten Tipp für Sie: Setzen Sie bei diesem Trend definitiv auf ein originales Qualitätsteil, Ihre Haut wird es Ihnen danken! Denn der Rollkragenpulli hat, besonders wenn Sie auf ein Unterhemd verzichten, direkten Kontakt mit Ihrer Haut – und das vom Nabel bis zum Kinn! Auf juckende, unangenehme Materialien wollen Sie getrost verzichten.

Die schönsten Rollkragenpullover von Acne bis Carven haben wir für Sie in unserer Bildershow zusammengestellt.

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