Himalaya Birkin Hermes

Rekordpreis

Das ist die teuerste It-Bag der Welt

Miriam Bektasiam 07.06.2017 um 09:56 Uhr

Sie ist der Traum vieler Frauen: Nicht nur eine Modelegende, sondern auch ein Statussymbol – die Birkin Bag von Hermès ist der Bentley unter den Handtaschen. Und diese hat jüngst wieder einmal Auktionsgeschichte geschrieben: Für die unglaubliche Summe von 338.000 Euro kam nun ein ganz besonders seltenes Modell bei Christie’s in Hong Kong unter den Hammer. Somit ist die Birkin aktuell die begehrteste und teuerste Tasche der Welt. Warum das französische Traditionshaus Hermès Wiederverkaufspreise im Wert eines Einfamilienhauses erzielt und Luxushandtaschen gar keine so schlechte Investition sind, erfährst du hier.

Bei der versteigerten Hermès-Tasche handelt es sich natürlich nicht um eine gewöhnliche Birkin, sondern um das Modell Himalaya – laut Christie’s die seltenste Handtasche der Welt. Nur ein bis zwei Exemplare der handgefertigten Luxus-Taschen aus Krokodilleder werden jährlich hergestellt. Ihre Beschläge sind nicht nur aus 18-karätigem Weißgold gefertigt, sondern ihre Henkel sind über und über mit Diamanten besetzt. Der charakteristische grau-weiße Farbverlauf, der mit einer aufwendigen Färbetechnik erzielt wird, erklärt den Namen des Luxusaccessoires: Er erinnert an die Berggipfel des Himalayas.

Auch andere Luxusmodelle wie die von Chanel oder Louis Vuitton sind beliebt bei Kundinnen.

Vom einfachen Accessoire zum begehrten Kultstück

Seit der Etablierung der sogenannten „It-Bags“ in den Nullerjahren haben sich Handtaschen vom einfachen Accessoire zum Kultobjekt entwickelt. So muss man mittlerweile mehrere Tausend Euro für eine Luxushandtasche berappen und der Markt für Onlineplattformen mit Designermode und -accessoires aus zweiter Hand boomt wie nie zuvor. Eine neue Entwicklung ist auch, dass sich Kulthandtaschen zu begehrten Investitionsobjekten entwickelt haben: Als vor einigen Jahren bei Christie’s eine diamantenbesetzte, fuchsiafarbene Birkin Bag aus Krokodilleder von Hermès versteigert wurde, herrschte noch Aufruhr über die astronomische Summe von 223.000 Dollar. Nur wenige Monate später wurde der Rekord aber schon von einer anderen Birkin gebrochen, die für 298.000 Dollar über den Ladentisch ging. Nach der mattweißen Niloticus-Krokodilleder Himalaya Birkin, die zu einem Preis von 300.168 Dollar versteigert wurde, ist nun die grau-weiße Himalaya Bag aus dem Hause Hermès die teuerste „Secondhand-Tasche“ aller Zeiten. So sieht das edle Unikat aus dem außergewöhnlich gefärbtem Exotenleder übrigens aus:

Birkin Bag – die bessere Anlagestrategie?

Zwei Jahre ist die Warteliste für eine reguläre Birkin Bag.

Warum gerade das französische Familienunternehmen Hermès den Sammlermarkt für Taschen anführt, weiß Caitlin Donovan, die für den An- und Verkauf von Luxustaschen bei der New Yorker Dependance von Christie’s verantwortlich ist: „Keiner hat eine derart restriktive Verkaufspolitik wie Hermès. Vor allem deshalb sind die Taschen auf dem Wiederverkaufsmarkt so begehrt“, verrät sie in einem Interview mit Iconist. Nicht nur in unsicheren Zeiten wie diesen – die Verknappungsstrategie war schon immer ein gutes Rezept, um Begehrlichkeiten zu wecken. Und laut Untersuchung des amerikanischen Online-Taschenhändlers Baghunter ist eine Birkin Bag im Vergleich zu Aktien oder Gold sogar die bessere Investition. In den letzten 35 Jahren hat sich ihr Wert um 500 Prozent gesteigert und wird sich laut Experten in den nächsten zehn Jahren noch einmal verdoppeln. Seit ihrer Markteinführung 1984 ist ihr Wert nie gesunken, während Gold und Aktien in Krisenzeiten durch Markt- und Börsenturbulenzen beeinflusst wurden. Mit einer Rendite von 14,2 Prozent ließ das Sammlerstück die beiden Geldanlagen ziemlich alt aussehen. Warum also nicht mal lieber in die Traumhandtasche als in einen Aktienfonds investieren?

Ob die Käuferin die Luxustasche tatsächlich trägt oder im Banktresor deponiert, wissen wir leider nicht. Bei einem Preis von 338.000 Euro wäre letzteres aber eher anzunehmen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber die Vorstellung, dass das gute Stück in der U-Bahn-Tür eingeklemmt wird oder sogar geklaut wird, löst bei mir Schweißausbrüche aus. Zumal man von dem Geld bestimmt einige Jahre auf Weltreise gehen könnte und dann immer noch Geld übrig hätte, um sich eine Wohnung plus ein Auto zu kaufen — und eine reguläre Birkin Bag obendrauf. Wie denkst du über die Rekordsummen, die für die Hermès-Sammlerstücke ausgegeben werden? Wärst du bereit so viel Geld in eine Handtasche zu investieren, wenn du das Budget dafür hättest oder findest du das dekadent? Wir freuen uns auf deine Meinung in den Kommentaren.

Bildquellen: Getty Images/Isaac Lawrence/Jemal Countess/Mehdi Fedouach

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