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Schönheitswahn: Wie falsche Ideale Ihr Selbstwertgefühl und Ihre Beziehung zerstören können

am 18.12.2015 um 12:08 Uhr

Hand aufs Herz: Finden Sie sich selbst schön? Können Sie zufrieden in einen Spiegel schauen und überall nicht nur Makel sehen, sondern mit Überzeugung behaupten: Ich mag mich genau so wie ich bin! Falls nicht, sind Sie leider nicht alleine: Immer mehr Menschen entwickeln aufgrund von falschen Idealvorstellungen aus Werbung und Modeindustrie ein gestörtes Körperbild, das nicht nur auf sie selbst einen fatalen Einfluss hat, sondern sogar zu ernstzunehmenden Problemen in der Partnerschaft führen kann. Der gefährliche Schönheitswahn zerstört somit nicht nur die Beziehung zu unserer besseren Hälfte, sondern auch die eigentlich noch wichtigere Beziehung, nämlich die zu uns selbst. Wie Sie aus dieser Negativ-Spirale einen Weg herausfinden, verraten wir Ihnen hier und in unserer Bildergalerie.

Nur wer schön, jung und schlank ist, ist erfolgreich – das wird uns jeden Tag von allen Seiten her suggeriert. Diese unrealistischen Perfektionsansprüche an den eigenen Körper sind die neue, moderne Form von Selbstgeißelung: Sie führen dazu, dass man sich immer kritischer beäugt, niemals zufrieden sein kann und – das Schlimmste – sich ständig mit anderen vergleicht.

Warum der ständige Vergleich das größte Übel ist

Heutzutage fällt es aber auch zu leicht: Man muss sich nur einmal schnell durch Instagram, Facebook und Co. klicken und schon sieht man sich nur wunderschönen, superschlanken und erfolgreichen Menschen gegenüber, die ein scheinbar ideales Leben führen. Sie alle sind unfassbar schön und wer so schön ist, muss auch glücklich sein, oder? Und schon keimt der Neid auf: Die ist viel schöner als ich, viel schlanker, ihre Haut reiner und die Beine länger! Bevor man sich versieht, vergleicht man nicht mehr nur die Kleidergröße, man legt gleich sein ganzes Selbstwertgefühl in die Social-Media-Waage – und kann dabei nur haushoch verlieren. Das Fiese ist nämlich, dass diese Vergleiche (meist) nicht dazu führen, dass man Motivation und positiven Auftrieb für das eigene Leben gewinnt, sondern sich im Gegenteil minderwertig fühlt und ohnehin schon vorhandene Komplexe verstärkt werden.

Die Folge? Minderwertigkeitskomplexe sind eine ernste Sache, die nicht selten zu Depressionen und sozialen Hemmungen führen. Manchmal fühlen sich Frauen so unsicher, dass sie sich völlig von ihren Partnern zurückziehen und in Eifersüchteleien verlieren. Plötzlich dominiert einen die Angst, dass der Liebste einen nicht mehr schön und anziehend findet. Man vergleicht sich ständig mit fremden Frauen, die einem auf der Straße, im Café, im Club begegnen und fürchtet, der Partner könnte sie ebenfalls schöner finden. Diese Ängste führen oftmals zu sinnlosem Streit und Entfremdung: Man fühlt sich unverstanden, hilflos und ungeliebt. Das Problem ist aber, dass einem der Partner, so oft er einem auch sagt, dass man schön sei und geliebt werde, nicht das gewünschte Sicherheitsgefühl vermitteln kann. Er ist nicht schuld, im Gegenteil. Es ist ein Teufelskreislauf: Das Selbstwertgefühl und die Bestätigung, die man sich wünscht, können nur aus einem selbst heraus entstehen.

Die Wurzel des Übels: Mediale Hyper-Ideale

Auch wenn wir uns als relativ abgeklärt und smart empfinden, die Medien und vor allem die Werbung prägen uns mehr, als wir vielleicht denken. Je öfter und intensiver uns etwas vor Augen geführt wird, desto eher empfinden wir die falsche Norm als erstrebenswert und ‚schön‘. Und schon wird unsere eigene Unzufriedenheit zum Milliardengeschäft: Denn, wer mit sich selbst unzufrieden ist, kauft auch die zehnte Anti-Cellulite-Creme, auch wenn sie gar nicht wirkt. Logischerweise kann man diese Rechnung auch von hinten aufrollen: Wenn die unzufriedenen Kunden, die besten Kunden sind, warum dann nicht gleich nachhelfen, und alle noch ein klein wenig unzufriedener machen? So manipuliert uns die Werbeindustrie, setzt auf noch unerreichbare Schönheitsideale, die man im wahren Leben gar nicht erreichen kann, so hart man auch dafür schwitzen und hungern möchte. Und wenn an einem nahezu perfekten Model dank Photoshop auch noch der allerletzte kleinste Makel wegretuschiert wird, dann ist die absolute Perversion des medialen Schönheitszirkus endgültig erreicht.

Aus Liebe zum Partner sich selbst lieben lernen

Perfektion und Bauchmuskeln sind nicht der Weg zum Glück, egal, was uns die Werbe-Industrie vormachen möchte. Denn unrealistische Schönheitsideale und eine ungesunde Fixierung auf das Äußere bringen nur Unglück und Schmerz. Unser Aussehen ist das Vergänglichste, das es in unserem Leben gibt. Je eher wir das verstehen und akzeptieren, desto besser.

Wer an starken Komplexen leidet, kann es seinem Partner einfach nicht glauben, wenn dieser behauptet, er finde einen attraktiv. Egal wie ernst es dieser meint, die Komplexe und das Misstrauen sitzen viel zu tief. Irgendwann gibt der Andere dann frustriert auf, was nur zu mehr Eifersucht und sexuellen sowie emotionalen Hemmungen führen kann. Dabei sollte Ihnen stets bewusst sein: Ihr Partner ist sicherlich nicht Schuld an dieser Misere, sondern ganz Sie selbst. Sie stehen auf Kriegsfuß mit dem eigenen Körper und das ist das Problem! Und es gibt nur einen Ausweg: Hören Sie auf, sich ständig mit anderen Frauen zu vergleichen, vergleichen Sie sich lieber mit sich selbst. Versuchen Sie, die beste Version Ihrer selbst zu sein, nicht jemand anderes! Nehmen Sie sich an, mit all Ihren Makeln und Fehlern und lernen Sie sich zu lieben, nur dann können Sie auch die Liebe Ihres Partners annehmen. Ihren Körper nicht zu mögen, macht ihn weder schlanker noch schöner. Den eigenen Körper abzulehnen wird Sie niemals so weit bringen, wie ihn zu lieben. Das ist ein Fakt!

Sie denken nun vielleicht: Alles klar, was für ein Unsinn, ich muss mir doch keine Märchen erzählen, ich bin nun mal einfach kein Model! Da können wir Ihnen eines entgegnen: Wieso sind so ungerecht zu sich selbst? Würden Sie über Ihre beste Freundin auch so vernichtend urteilen? Auch wenn Sie mit Vorliebe all Ihre Makel gegen sich ins Feld führen, bleiben Sie doch einfach mal fair und betrachten Sie auch Ihre Vorzüge, um die Sie sicherlich die eine oder andere beneidet. Ihre schönen Augen, die wohlgeformten Beine, die melodiöse Stimme oder die glänzenden Haare. Niemand ist perfekt! Niemand muss es sein, auch Sie nicht!

Dieses Plädoyer für mehr Selbstliebe wollen wir mit einem ganz hervorragenden Zitat von Sophia Lauren beenden, einer wahren Grand Dame und eine der stärksten Frauen unserer Zeit: „Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann.“

Impressionen zum Thema Schönheitswahn und falsche Idealvorstellungen finden Sie nun hier in unserer Bildergalerie.

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