Psychologie

Schluss mit Schüchternheit: Fünf Tipps für mehr Selbstbewusstsein

am 06.11.2015 um 16:24 Uhr

Es gibt Kollegen oder Freunde, die einfach zu beneiden sind. Sie treten stets selbstbewusst auf, sei es vor fremden Leuten, dem Chef oder im Mittelpunkt zwischen lauter Freunden. Als schüchterne Person steht man dann nicht selten schweigend und mit einem gewissen Neidgefühl daneben und fragt sich, warum man das nicht auch hinbekommt. Um ein solches Selbstvertrauen zu gewinnen, ist nicht oft einiges an Übung und Verständnis für die eigenen Gefühle notwendig. Wir verraten Ihnen hier und in der Bildergalerie , worin die Gründe für Schüchternheit liegen und wie Sie Hemmungen überwinden können.

Soziale Phobie nennt man es ganz wissenschaftlich, wenn Menschen in Gesellschaft starke Hemmungen entwickeln und sich nicht trauen, mit anderen zu interagieren. Auch wenn die Schüchternheit nicht ganz so stark ausgeprägt ist, kann es schon frustrierend sein, wenn man sich in einigen Situationen nicht unter Beweis stellen kann, weil einfach der Mut fehlt, es überhaupt zu versuchen. Wenn es Ihnen auch so geht, dann wird es Zeit, dieses Gefühl von Hemmung einmal näher zu beleuchten.

Warum so schüchtern?

Wie so oft bei bestimmten Persönlichkeitszügen liegen die Gründe für Schüchternheit oft schon in der Kindheit und Jugend begründet. Schließlich bildet sich die Persönlichkeit in dieser Zeit durch Erfahrungen, die uns prägen, besonders aus. Bezugspunkt sind dabei natürlich die eigenen Eltern, deren Verhalten unseres am meisten beeinflusst. Wer als Kind zum Beispiel oft mit Strenge behandelt und einem Leistungsdruck ausgesetzt war, der prägt sich langfristig ein, dass ihm bei Versagen oder Nichterfüllen von Vorstellungen Strafe oder zumindest Unzufriedenheit von anderen entgegengebracht wird. Oder waren die Eltern vielleicht selbst einfach schüchtern? Dann überträgt sich diese Art nicht selten auf die Kinder.

Natürlich sollte man nicht einfach alles auf die Eltern schieben. Auch, wenn Sie sich als Kind beispielsweise einmal besonders blamiert haben und dafür ausgelacht oder sogar gemobbt wurden, kann dies eine nachhaltige Erfahrung sein, der Sie auch noch Jahre später mit aller Konsequenz aus dem Weg gehen wollen. Sie sehen, dass Schüchternheit viele Gründe haben kann, die zu einem Teufelskreis führen. Man hat Angst, sich gewissen sozialen Situationen zu stellen, in denen man sich potentiell blamieren könnte, kann durch dieses Zurückweichen aber niemals positive Erlebnisse für sich verzeichnen, weshalb das Schamgefühl, das man sich im Kopf zurecht spinnt, nur noch genährt wird. Wie schafft man es also, etwas gegen seine Schüchternheit zu unternehmen?

Fünf Tipps gegen Schüchternheit

Schüchternheit überwindet man nicht einfach so von einem Moment zum anderen. Klar, schließlich haben wir diesen Teil unserer Persönlichkeit lange gehegt und gepflegt, ihm immer wieder schamvoll Bestätigung gegeben. Deshalb sollten Sie Ihre Schüchternheit erst einmal ganz nüchtern beleuchten und nach dem Auslöser suchen: In welchen Situationen haben Sie besonders Angst vor einer Blamage? Wenn Sie diese ausgemacht haben, dann hilft es tatsächlich nur, in den sauren Apfel zu beißen und sich diesen zu stellen, allerdings Schritt für Schritt und unter Beachtung einiger Dinge, die es Ihnen leichter machen:

1. Ins kalte Wasser springen

Es kann ja erst einmal im Kleinen beginnen: Haben Sie bereits Hemmungen, eine fremde Person nach der Uhrzeit zu fragen? Dann starten Sie mit solchen kurzen, sozialen Interaktionen, um eine erste Barriere Ihrer Schüchternheit zu durchbrechen. Steigern Sie sich dann nach und nach: Stellen Sie sich unter Freunden einmal bewusst in den Mittelpunkt oder melden Sie sich freiwillig für eine vermeintlich unangenehme Aufgabe auf Arbeit, zum Beispiel dem Halten einer Präsentation. Auch, wenn Sie sich zu Beginn unwohl fühlen, und das wird nicht ausbleiben, halten Sie daran fest, um Ihren natürlichen Flucht- und Schaminstinkt langsam aber sicher umzukrempeln und sich neue Verhaltensweisen anzueignen. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, wird er sich mit der Zeit auch an solche Situationen gewöhnen und Sie werden sich gelassener fühlen.

2. Fehler nicht zu ernst nehmen

„Errare humanum est“, also „Irren ist menschlich“, das wussten schon die alten Römer. Wenn Sie sich in einer Situation blamieren, dann sehen Sie es nicht so dramatisch, es hätte auch jedem anderen passieren können. Lachen Sie Ihr Schamgefühl weg, um Selbstbewusstsein und gleichzeitig Menschlichkeit zu demonstrieren. So bieten Sie anderen übrigens auch gar nicht erst die Möglichkeit, auf Anzeichen von Schwäche oder Angst herumzureiten.

3. Mit Stimme und Körpersprache arbeiten

Sehen Sie sich einmal genau an, wie sich selbstbewusste Personen präsentieren: Dabei kommt es nämlich oft nicht darauf an, was sie sagen, sondern vor allem, WIE sie es tun. Die Stimme ist gefestigt und laut, die Körperhaltung ist offen, die Mimik freundlich und aufmerksam. Bei schüchternen Personen ist oft das Gegenteil der Fall: Leises Sprechen, sogar Stammeln und dazu eine gekrümmte Körperhaltung, verschränkte Arme oder Beine. Auch hier heißt es wieder abschauen und lernen: Lächeln Sie, halten Sie Augenkontakt und nehmen Sie eine gerade Haltung ein. Das sorgt für eine ganz neue Wahrnehmung!

4. Mit anderen beschäftigen, nicht mit sich selbst

Schüchterne Personen sind Egozentriker. Wieso? Weil sie sich so stark mit der Sorge beschäftigen, wie sie auf anderen wirken können, dass ihre Gefühlswelt völlig vom eigenen Selbstbild bestimmt ist. Stellen Sie Ihre Sorgen doch einmal in den Hintergrund und lassen Sie anderen Personen ihren Wirkungsraum. Fangen Sie an, sich mit Leuten zu unterhalten, indem SIE Fragen stellen und den anderen das Reden überlassen. Zeigen Sie Interesse an den Belangen anderer, konzentrieren Sie sich auf Ihr Mitgefühl. Schon sind Ihre Gedanken von Ihren eigenen Unsicherheiten abgelenkt und Ihr Gegenüber wird sich Ihre Aufmerksamkeit auch positiv im Gedächtnis behalten.

5. Ein Look zum Wohlfühlen

Ja, auch dieser Tipp sollte bei Schüchternheit beachtet werden, denn hier es geht es darum, sich im eigenen Körper wohlzufühlen. Das ist die Grundvoraussetzung, um anderen gegenüber selbstbewusst aufzutreten. Und dazu kann das richtige Styling schon einiges beitragen. Hier geht es rein um Ihre Vorlieben: In welcher Kleidung fühlen Sie sich wohl, vielleicht sexy, aber auch taff und seriös? Je nach Situation kann dies natürlich anders aussehen. Tragen Sie jedoch gerade, wenn Sie wissen, dass eine solche Bestandsprobe in Sachen Schüchternheit auf Sie wartet, etwas, worin Sie sich einfach gut fühlen.

In unserer Bildergalerie haben wir für Sie nochmal die wichtigsten Fakten und unsere fünf Tipps gegen Schüchternheit zusammengefasst.

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