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Selbstbewusst am Arbeitsplatz: So treten Sie Kollegen gegenüber noch sicherer auf

am 16.04.2015 um 15:05 Uhr

Mit dem Festlegen der Frauenquote und der damit erstrebten Gleichstellung von Männern und Frauen in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft, wurde das Wort „Durchsetzungsvermögen“ zu einem recht vagen, oft theoretischen Schlagwort. Wir alle wissen, wie schwierig es sein kann, diese Fähigkeit zu beweisen, wenn man mit Unsicherheit, Introvertiertheit oder fehlender Akzeptanz zu kämpfen hat. Allerdings handelt es sich beim Durchsetzungsvermögen nicht um eine angeborene Fertigkeit, sondern um eine Eigenschaft, die man erlernen kann. Wir verraten Ihnen hier und in unserer Fotoshow , wie Sie noch sicherer am Arbeitsplatz wirken und Ihre Ziele gar nicht mehr so weit scheinen.

In unserer Vorstellung besteht die Welt oft aus bunten Plüsch-Landschaften auf denen frische Blumen sprießen und Konflikte kaum existieren. Machen Sie sich nun allerdings auf die Realität gefasst, denn nur allein durch Sonnenschein und gute Laune hat bisher kaum jemand seine erhofften Erfolge erzielt.

Wägen Sie Risiken ab

Sie haben Bammel, vor Ihren Kollegen zu sprechen, Ihnen Ansagen oder Vorschläge zu unterbreiten? Dann machen Sie sich im Vorfeld erst einmal über das Schlimmste und das Beste, was im Ernstfall nach Ihren Äußerungen passieren könnte, Gedanken. Und entscheiden Sie dann, ob das Beste das Risiko des Schlimmsten wert wäre. Können Sie diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten, sollte einer selbstbewussten Darbietung auch absolut nichts mehr im Wege stehen.

Kommen Sie auf den Punkt

Ja, Frauen reden gern um den heißen Brei herum, umspielen Dinge nett und schmücken Tatsachen aus. Vergessen Sie das im Berufsalltag und kommen Sie auf den Punkt. Menschen, die ihre Sichtweise mit Hintergrundgeschichten abschwächen oder sich vorab nach der Meinung anderer erkundigen, wirken nervös und unsicher. Beginnen Sie Ihre Erläuterungen lieber mit Einleitungen wie „Ich habe herausgefunden, dass …“ oder „Ich sehe das anders. Was halten Sie von …“.

Raus mit der Sprache

Es ist auch ein weibliches Phänomen, sich um das Urteil der anderen zu sorgen und meist das sozial sicherste Ergebnis anzustreben. Oft ist uns die Meinung anderer über unsere Persönlichkeit dabei sogar noch wichtiger, als die in Bezug auf unsere Arbeit. Deswegen zweifeln wir auch häufig daran, Menschen unsere Ideen näherzubringen, wenn wir diese nicht bis ins kleinste Detail ausformuliert und geformt haben. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass schon nur ein kleiner Input sehr wichtig und hilfreich sein kann und verschwenden Sie nicht all Ihre Gedanken an die Urteile anderer: Immer raus mit der Sprache.

Argumente festigen

Wenn Sie Vertrauen in Ihre Ideen, Aussagen und Statements haben, wird Ihnen das Argumentieren auch deutlich leichter fallen und das Durchsetzungsvermögen von ganz allein zum Vorschein kommen. Dieses Vertrauen bauen Sie am besten auf, wenn Sie Fakten überprüfen und so aus einer Vermutung eine Tatsache machen. Wenn Ihnen also ein wichtiges Meeting bevorsteht, lesen Sie alle Fakten zu diesem noch einmal gründlich durch und gehen Sie dann ganz selbstbewusst mit all Ihrem Wissen in diesen Termin.

Akzeptieren Sie Meinungsverschiedenheiten

Uneinigkeiten sind am Arbeitsplatz zwingend notwendig, um die eben beste Möglichkeit für ein Projekt oder die Unternehmung an sich herauszufiltern. Stempeln Sie Meinungen, die nicht Ihrer entsprechen, deswegen nicht als falsch ab, sondern hören Sie sich die Zweifel und Hoffnungen Ihrer Kollegen an. Erkennen Sie Chancen und Probleme und eröffnen Sie dann alternative Möglichkeiten. Dank dieser höflichen Form, wird auch Ihr Anliegen auf offene Ohren stoßen und Sie können Ihre Idee noch besser definieren, Pro und Kontra abwägen.

Mut zum Anderssein

Es ist nicht immer leicht, alle Mitarbeiter glücklich zu machen, manchmal erreicht man sogar niemanden mit seiner Meinung. Doch genau dieser Schachzug ist eben besonders wichtig, um selbstbewusst am Arbeitsplatz aufzutreten. Wenn Ihre Meinung also auf noch so starken Gegenwind stößt, bleiben Sie überzeugt und mutig. So wissen Ihre Kollegen Ihr durchsetzungsstarkes Verhalten zu schätzen und können womöglich sogar von Ihnen lernen.

Genug entschuldigt

Warum entschuldigen wir Frauen uns eigentlich für so viele Dinge, die wir tun? Natürlich sind Entschuldigungen angebracht, wenn man einen Fehler gemacht, jemanden emotional oder physisch verletzt hat. Aber was soll denn eine Entschuldigung für das, was man tun soll? Liebe Damen, entschuldigen Sie sich nicht dafür, dass Sie Ihre Arbeit tun. Wenn ein Problem in Ihren Aufgabenbereich fällt, haben Sie sich für dieses auch nicht zu entschuldigen. Ein „Sorry“ ist in diesem Fall nicht nur wahnsinnig unnötig, sondern begünstigt zudem ungesunde Stimmungen zwischen Ihnen und Ihren Kollegen.

Nein.

Sie mögen es nicht glauben, aber „Nein“ kann als vollständiger Satz verstanden werden – Punkt, Aus, Ende. Gewöhnen Sie es sich ab, dieses Wort unter Vorbehalt und in Anbetracht von Eventualitäten zu benutzen, denn manchmal ist es auch okay, einfach Nein zu sagen. Wir alle wollen angenehm und hilfsbereit wirken, doch manchmal ist das eben nicht möglich. Keine Sorge, Sie können auch beim Sagen dieses Wortes, Pardon Satzes, noch höflich wirken und denken Sie daran, nicht wieder eine Entschuldigung nachfließen zu lassen.

Man muss keine Freunde finden

Freundschaften sind am Arbeitsplatz zwar von Vorteil, allerdings keine Notwendigkeit. Wenn Sie sich diesen Fakt vor Augen halten, wird es Ihnen leichter fallen, sich auf Ihre eigentliche Rolle am Arbeitsplatz zu konzentrieren. Wenn Sie dennoch Freundschaften am Arbeitsplatz pflegen, ist das natürlich super, reflektieren Sie allerdings berufliche Auseinandersetzungen (und die wird es geben) nicht auf Ihre Persönlichkeit.

Klären Sie Konflikte sofort

Am Arbeitsplatz kann es schnell passieren, dass man im Umgang mit Kollegen an seine zwischenmenschlichen Grenzen stößt. Hier kann nur ein Gespräch unter vier Augen helfen und das am besten so schnell wie möglich. Die direkte Konfrontation mag viele von uns vor eine Herausforderung stellen, vor allem die Schüchternen oder die Verdränger. Wenn Sie allerdings offen, ehrlich und respektvoll mit Ihren Problemen umgehen, bestehen durchaus gute Chancen, dass auch Ihr Gegenüber nicht mit der Situation unzufrieden ist, Sie zwar vielleicht nicht direkt eine Lösung finden können, aber wenigstens darüber gesprochen haben.

Keine Zeit für Gefühlsausbrüche

Oft neigen wir dazu, Konflikte auf emotionaler Basis zu regeln und mit Sätzen wie „Das macht mich wütend“ oder „Das verletzt mich“ zu argumentieren. Vergessen Sie nicht: Sie sind am Arbeitsplatz und nicht beim Beste-Freundinnen-Klatsch auf dem heimischen Sofa. Um Ihren Kollegen trotzdem deutlich zu machen, wie sie auf Sie wirken, ohne dabei auf die Gefühlsschiene zu geraten, versuchen Sie es mit Worten wie „Für mich klingt das, als …“ oder „Es klingt, als wollen Sie mir sagen, dass …“.

Nehmen Sie Hilfe an

Sie brauchen Hilfe? Holen Sie sich diese. Geben Sie in jedem Fall Ihr Bestes, doch erkennen Sie auch, wenn Sie mit Ihrem Latein am Ende sind und nehmen Sie dann gern den Rat eines Besserwissenden an. Das ist bei Weitem kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt vielmehr von gewissenhafter Wahrnehmung und Rückgrad.

Eine Hinterlist für Ihr Gehirn

Manchmal kann der Grund für unsicheres Verhalten am Arbeitsplatz auch ganz einfach an der Hartnäckigkeit Ihres Gehirns liegen. Es versucht nämlich gegen alles anzugehen, was sich unangenehm anfühlt und redet uns daher veränderte Verhaltensweisen aus. Sicher ist es im ersten Moment etwas beängstigend, seine Komfortzone zu verlassen. Wenn man diesen Schritt allerdings erst einmal gewagt hat, merkt man, dass er gar nicht so schwer war. Im Gegenteil, es ist ziemlich cool, sein Gehirn auf diese Art und Weise auszutricksen und so neue Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden zu lassen.

Neue Komplimente

Zu gern ärgern wir Frauen uns über herrische Kollegen, rechthaberische Chefs und Mitarbeiter, die gern den Kommandanten-Ton anschlagen. Und noch dazu werden vor allem Frauen in höheren Positionen oft mit diesen Adjektiven beschrieben, dennoch halten uns diese Urteile nicht davon ab, weiter vorankommen zu wollen. Diese Eigenschaften sind in Wahrheit nämlich Indizien für Erfolg, weil sie Mut und Prägnanz bedeuten. Sollten Sie also mal wieder mit einem der „bösen“ Worte beschrieben werden, nehmen Sie dies doch dankend als Kompliment entgegen.

Sehen Sie in unserer Fotoshow, wie Sie noch souveräner und selbstsicherer am Arbeitsplatz auftreten können und welche Verhaltensmuster Ihren Erfolg verhindern können.

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