Porträt

Im desired.de-Close-up: Selfmade-Woman und Sex-Symbol Sofia Vergara

am 06.08.2015 um 15:53 Uhr

Sie gilt als eine der schönsten Frauen der Welt und wurde mit der Erfolgsserie „Modern Family” international berühmt. In ihrem aktuellen Kinofilm „Miss Bodyguard“ porträtiert sie einmal wieder den Stereotypen des sexy Latino-Vamps: Das ebenmäßige Gesicht, der perfekte Schmollmund, die schimmernde Mähne und diese Wahnsinnskurven – einmal wieder sieht sie aus und hört sich an wie Miss Lateinamerika. Was die meisten aber nicht wissen: Sofia Vergara ist nicht nur wunderschön, sondern auch eine echte Businessfrau, die smart, sympathisch und über Jahrzehnte hinweg ehrgeizig am Erklimmen des Karrieregipfels gearbeitet hat. Nun wurde die 43-Jährige sogar in der Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt gewählt, sogar noch weit vor Taylor Swift, Miuccia Prada oder sogar Dana Walden. Wieso das? Antworten auf diese Frage sowie alles weitere über das bewegte Leben unseres desired.de Close-ups Sofia Vergara, erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie.

Beim Durchblättern der Forbes-Liste der 100 einflussreichsten Frauen des Jahres 2015 dürfte sich der eine oder andere wohl gewundert haben: Sofia Vergara landete nämlich auf Platz 57, noch weit vor Größen wie Dana Walden, Taylor Swift und sogar Tory Burch. Auch ihre Wahl als bestbezahlter TV-Star der Welt wirft Fragen auf: Wie kann das sein? Tatsächlich spielt Sofia Vergara nämlich ihre größte Rolle in „Modern Family“, bekommt aber laut Forbes bekanntlich nur 325.000 Dollar pro Folge – wie kommt also der Rest ihrer unglaublichen 37 Millionen pro Jahr zustande? Rollen wir die Geschichte doch einfach mal von hinten auf und beginnen mit einem Blick auf Vergaras Kindheit.

Aller Anfang ist klein: Von Gebeten und Pepsi-Soda

Dass Sofia Vergara ihren internationalen Durchbruch erst mit 37 Jahren schaffte, ist vielen gar nicht richtig bewusst. Tatsächlich war die kolumbianische Schönheit zu diesem Zeitpunkt bereits eine echte Veteranin im Showbusiness und hatte, in für Frauen geltenden Hollywood-Jahren, bereits die Blüte ihrer Jugend längst hinter sich gelassen.

Mit jungen 17 Jahren hatte Vergara ihren ersten Ausflug in die Welt des Modelns und der Schauspielerei: In ihrem Heimatort Baranquilla in Kolumbien, wurde das katholische Schulmädchen, dass die Marymount-High School der ‚Sacred Heart Of Mary‘ besuchte, ‚oh Wunder‘ am Strand entdeckt und für einen mehr als freizügigen Werbespot für Pepsi Cola gecastet. Die Werbung, bestehend aus einer sich vergnügt und quietsch fidel entblößenden Vergara, wurde in Lateinamerika ein voller Erfolg und verschaffte der jungen Kolumbianerin über Nacht eine Flut an Angeboten. Sie jedoch lehnte ab: Jung und unerfahren wie sie war, konnte sie sich nicht vorstellen, aus Barranquilla fortzuziehen und das einfache, simple Leben, das sie führte, aufzugeben. Mit 18 heiratete sie zum ersten Mal, und zwar ganz klischeehaft, ihren High-School-Freund Joe Gonzalez und begann Zahnmedizin zu studieren. Kürzlich sagte sie in einem Interview mit der NY Daily:

“Ich wollte nie eine Schauspielerin sein, sondern Zahnärztin. Aber du weißt nicht, was das Leben mit dir vorhat!”

In diesem Falle? Großes! Denn schon nach zwei Jahren musste die 20-jährige Vergara einsehen, dass sie doch nicht für das simple Leben, sondern für Größeres bestimmt war. Sie erwartete mehr vom Leben, packte ihre sieben Sachen und zog mit ihrem neugeborenen Sohn Manolo nach Bogotá. Mitte Zwanzig war sie bereits eine Moderatorin bekannter lateinamerikanischer Fernsehsendungen, Mitte der 90er legte sie den nächsten Meilenstein für ihre Karriere und zog nach Los Angeles. Dort begann sie für Univision zu arbeiten, einem der wenigen US-amerikanischen Fernsehsender, der die lateinamerikanische Community bedient. „Ich wurde von jedem Lateinamerikaner in Amerika erkannt, weil es damals eben nur zwei Sender für uns gab“, sagte Vergara im Interview mit der Vanity Fair zu ihrer damaligen Situation, „jeder MUSSTE dich einfach anschauen, ob du nun gut warst, oder schlecht, die Leute schauten einfach weiter.“

Der Weg nach oben: Mache deine Schwäche zur Stärke

Es ist diese fast übernatürliche Schönheit, die ihr oftmals auch viel Häme bescherte: Sie sehe aus wie ein Transvestit! Sie trage immer die selben Klamotten, sie sei ein stereotypes Latino-Dummchen, lauten die fiesen Kommentare. Tatsächlich ist Vergara ein seltenes Phänomen: Sie trägt ihre weibliche Schönheit wie eine Krone, spielt scheinbar ungewollt mit dem visuellen Overkill, den sie der Presse tagein tagaus bietet. Warum das Ganze nicht etwas herunterspielen, ihre Outfits bedeckter halten, die Dekolletés weniger freizügig gestalten, die Säume etwas länger sein lassen? Wieso sind ihre High Heels stets einen Tick zu hoch, die Bandage-Kleider einen Hauch zu eng? Ist es nicht so, dass überbordende Schönheit für ein als ‚authentisch‘ geltendes Künstlertum eher ein Hindernis ist, als ein Gewinn, ist es nicht so, dass als zu schön geltende Frauen nur Oscars gewinnen, wenn Sie 20 Kilos zunehmen oder sich Nasenprothesen ins Gesicht setzen lassen?

Heute nutzt Sofia Vergara diese Doppelmoral für sich aus. Damals, als sie ernsthaft versuchte den amerikanischen Markt zu erobern, musste sie schnell einsehen, dass es schwerer war, als sie gedacht hatte: Ihr Akzent sei viel zu stark, hörte sie die ganze Zeit und engagierte prompt einen Sprachlehrer. Die Arbeit war sehr mühsam und langwierig, die Mühen jedoch vergebens. Die Castings liefen schlecht, das Verstellen lähmte sie:

„Ich konnte gar nicht mehr richtig spielen! Und dann habe ich mir gedacht: Wenn ich keinen Job bekommen kann mit meinem Akzent, dann ist es eben doch nichts für mich!“

Dieser Gedanke sollte sich als extrem wichtig herausstellen, denn nun setzte Vergara alles auf eine Karte und ging „all in“, wie man so schön sagt: Sie nahm ihre Schwäche und verwandelte sie kurzerhand in ihr Markenzeichen. Die Kolumbianerin färbte sich ihr naturblondes Haar dunkelbraun, sodass sie noch ausländischer aussah und nahm das Klischee der Latina-Sexbombe als Lebensrolle an. Mit Köpfchen und reiner Willenskraft verwandelte sie sich selbst in eine Marke, und die Charaktere, die sie spielt, die Kleider, die sie trägt und die Entscheidungen, die sie trifft, sind alle Teil dieser Rolle.

So ließ auch die Erfolgsrolle der Gloria bei „Modern Family“ nicht lange auf sich warten: Christopher Lloyd, der Produzent der Serie, verliebte sich schon beim ersten Casting in Vergara und ließ ihr die Rolle der kolumbianischen, superheißen und superfemininen, deutlich jüngeren zweiten Ehefrau von Jay Prittchett, praktisch auf den Leib schneidern. Und Vergara wurde international berühmt.

Die wahre Karriere: Gründerin von LatinWE

Natürlich machte die Komödie „Modern Family“ Vergara quasi über Nacht zum internationalen Superstar, führte zu Hollywood-Ruhm und dem berühmten Stern auf dem Walk of Fame. Zum vermögendsten Fernsehstar machte sie „Modern Family“ jedoch nicht. Um nun wieder an den Anfang und die Forbes-Liste der einflussreichsten Frauen anzuknüpfen: Hinter der Kamera ist Vergara schon seit den 90er-Jahren dabei, ein Business-Imperium aufzubauen. Nach ihrer Zeit bei Univision gründete sie mit ihrem Manager Luis Balaguer die Talentsuche- und Entertainment-Marketing-Firma Latin World Entertainment, ein ganzes Jahrzehnt, bevor die amerikanischen Fernsehzuschauer sie als Gloria kennenlernen sollten. Vergara und Balaguer erkannten sehr früh, dass lateinamerikanisches Talent in den Staaten vernachlässigt und übersehen wurde und nahmen in Sachen Scouting und Talentsuche bald eine Pionierstellung ein. Latin We wurde so zu einer prosperierenden, reichen Medien-Instanz, die sich um Lizenzen, Produktionen und Werbungen kümmert. Als Vergara dann im Jahre 2009 den Durchbruch mit „Modern Family“ schaffte, wurde sie über Nacht zu einer der gefragtesten, lateinamerikanischen Werbe-Testimonials: „Ich bin einfach die perfekte Kandidatin dafür“, erklärt Vergara selbstsicher, „wer mich engagiert, spricht zur selben Zeit den englischen und spanischen Mark an.“ Das klingt so, als hätte sie tatsächlich Ahnung wovon sie spricht und ihre Werbedeals sprechen Bände. Diet Pepsi, Head & Shoulders, Covergirl und so weiter: Vergara weiß sich zu vermarkten. Von wegen Latino-Dummchen, ihr sorgfältig aufgebautes Image als sexy Vamp ist ihr größtes Kapital:

„Oftmals lese ich in der Presse Dinge wie: Oh, Sofia trägt schon wieder die selbe Art von Shape-Dress und ich würde Ihnen am liebsten antworten und rufen, was zur Hölle wollt ihr denn, dass ich trage? Offensichtlich gibt es ja einen Grund, warum ich mich immer wieder dafür entscheide!“

Wenn Liebe so einfach wäre: Von Verlobungen und Entlobungen

Sofia Lauren ist ihr größtes Vorbild: Wir sehen zumindest viele Gemeinsamkeiten mit dem 1934 geborenen Sex-Symbol. Beide propagieren ihre sexuellen Reize und ausladende Weiblichkeit ganz frei von jeglicher Ironie und sind gesegnet mit einer Extraportion an Charme und Humor. Auch das wilde, aktive Liebesleben Vergaras steht dem des ikonischen Sex-Symbols Lauren in Nichts nach: Von Craig David, Enrique Iglesias, Tom Cruise, Tyrese Gibson bis hin zu ihrem vorletzten Verlobten Nick Loeb, ist die Liste der reichen, berühmten Ex-Freunde lang und exotisch. Ihr aktueller Verlobter Joe Manganiello scheint nun aber doch mehr als nur eine Station zu sein: „Ich hätte niemals gedacht, dass Beziehungen gar nicht so viel Arbeit bedeuten müssen“, sagte die frischverliebte Latina in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin Redbook.

„Seit ich [Joe] kenne, ist es plötzlich total einfach. So einfach, dass ich misstrauisch bin, wir streiten uns einfach nie!“

Grund zum Streiten hätte höchstens eine skurrile, mediale Diskussion zwischen Vergara und Ihrem Ex-Verlobten Loeb geben können: Mehrere Jahre war sie mit dem erfolgreichen New Yorker Geschäftsmann und Millionenerben Nick Loeb (39) zusammen. Im Sommer 2012 verkündeten die beiden ihre Verlobung, im April 2013 machte Vergara öffentlich bekannt, sie habe von Loeb ein paar ihrer Eizellen befruchten und zwei Embryos einfrieren lassen. So weit so gut, aber ein Jahr danach verkündete das Paar das Aus und ein regelrechter Streit um die gefrorenen Eizellen entstand. Loeb wollte sie zurückhaben, Vergara sie aber nicht herausrücken. Wie die Geschichte genau ausging, lässt sich nicht nachverfolgen, dennoch gab Vergara der Vanity Fair einen kleinen Wink mit dem Zaunpfahl. Auf die Frage, ob sie nun, erneut im Liebesglück, etwa daran denke, diese Eizellen endlich aus dem ewigen Eis zu holen, sagte sie nur mit einem charmanten Lächeln und fragenden Schulterzucken: „Joe will ein Baby und wenn ihn das so glücklich macht, dann…“

Warum desired.de Sofia Vergara liebt:

Die mittlerweile 42-Jährige ist nicht auf dem Ponyhof aufgewachsen: In ihrem Lebenslauf gibt es dunkle Punkte, wie etwa die Ermordung ihres Bruders in Kolumbien oder eine Schilddrüsenkrebs-Diagnose aus dem Jahre 2000, über die sie öffentlich ungern spricht. Ihre Karriere begann als blutjunge, alleinerziehende Mutter, die sich im Klischee-genährten Amerika einen Weg zum Erfolg suchte, ohne ihren unglaublich ansteckenden Humor und Charme zu verlieren. Auf den größten Vorwurf ihrer Zweifler, sie sei ein lebendes Klischee, eine dümmliche Sexbombe, hat sie ebenfalls eine Antwort: „Ich denke, ich werde für immer stereotypisiert werden, aber davor habe ich keine Angst.“ Nicht nur hat sie davor keine Angst, sie führt uns alle an der Nase herum. Lassen Sie uns daran denken, wie Vergara so reich und berühmt wurde: Indem sie sich all die Klischees zu Eigen machte, den Spieß umdrehte und all die Leute ausnutzte, die vorher ihre Community ausgenutzt haben.

I mpressionen unseres desired.de Close-ups zu Sofia Vergara finden Sie hier und in unserer Bildergalerie.

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