Verkauft an den Meistbietenden: Sotheby’s fährt Rekordumsatz ein

am 09.12.2012 um 16:06 Uhr

Sotheby’s, das Auktionshaus aus englischer Tradition, konnte sich 2012 über Rekordumsätze freuen. Erst im November erreichten sie mit der Auktion zeitgenössischer Kunst eine Summe von 375,1 Millionen US-Dollar und schrieben damit Geschichte. Noch nie zuvor wurde eine derart hohe Summe ersteigert.

Wenn wir das Wort “Auktion” hören, denken wir unweigerlich an gewissenhafte Auktionatoren mit einem Holzhammer, an die spannungsgeladene Stimmung bei ausgewählten, sehr beliebten Objekten und – natürlich – an Sotheby’s. Das Luxus- und Traditions-Auktionshaus versteigert schon seit 1744 edlen Schmuck, kostbare Gemälde und seltene Sammlerstücke. Sorgfältig ausgewählte und aufbereitete Gegenstände befinden sich im Besitz der in London gegründeten Firma und werden an den Meistbietenden verkauft. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Millionenbeträge für exklusive Artikel, für die die Kenner und Experten persönlich oder auch anonym bieten können und die sie nach einem aufregenden Kampf mit den Geboten ihr Eigen nennen dürfen, vorausgesetzt sie haben die Konkurrenz abgehängt. 2012 ist nun schon fast vorüber und so lässt sich für dieses Jahr bereits eine Bilanz für das Auktionshaus feststellen, die besser nicht ausfallen könnte. Denn 2012 sollte ein erfolgreiches Jahr werden, konnte Sotheby’s sich gleich über zwei große Versteigerungen freuen, die jeweils in die Geschichte des Hauses eingehen.

Rekordumsätze im Jahr 2012

Am 2. Mai 2012 kam Edvard Munchs wohl bekanntestes und einzigartiges Kunstwerk “Der Schrei” unter den Hammer. Für 120 Millionen wurde das Meisterwerk verkauft und erreichte damit 40 Millionen mehr als erwartet. Somit toppte Edvard Munch bereits versteigerte Objekte von zum Beispiel Picasso und Dalí und wurde so zum teuersten Werk, das je in einer Sotheby’s-Kunstversteigerung verkauft wurde. Frenetischer Applaus setzte ein, als der Auktionator endlich den Hammer fallen ließ und machte dieses Erlebnis für einige der Angestellten zu einem Highlight ihrer Karriere, wie sie laut Medienberichten ekstatisch verrieten.

375,1 Millionen Dollar an einem Abend

Am 13. November 2012 hingegen wurde dieses Erlebnis mit der Versteigerung zeitgenössischer Kunst sogar noch überboten. Diverse Bilder von Andy Warhol, je ein Meisterwerk von Jackson Pollock und Gerhard Richter und auch ein Mark Rothko befanden sich unter den angebotenen Werken. Letzterer erlangte eine Rekordsumme von 67 Millionen, ohne Sotheby’s-Gebühren. “No.1 (Royal Red and Blue)” konnte so für eine viel größere Summe an einen mysteriösen Bieter verkauft werden und stellte deswegen die Überraschung des Abends dar. Zusammen mit den Fotografien “Green Disaster (Green Disaster Twice)” und “Suicide” von Warhol und einigen anderen konnte eine Gesamtsumme von 375,1 Millionen Dollar eingenommen werden, die sogar den Rekordverkauf vom Mai 2008 um 13,1 Millionen US-Dollar übertrifft. Somit geht der 13. November 2012 unweigerlich in die Geschichte von Sotheby’s ein als der umsatzstärkste Verkauf aller Zeiten. Anwesende seien erstaunt gewesen über das Resultat, denn es fiel weitaus höher aus als erhofft. Tobias Meyer, weltweiter Leiter der Abteilung “Zeitgenössische Kunst”, sagte laut der offiziellen Pressemitteilung: “Das heutige Rekordergebnis bringt unsere Gesamteinnahmen 2012 weit über eine Milliarde Dollar und wir haben noch einige Auktionen vor uns, unter anderem in Paris. Der Rothko war das unumstrittene Highlight des Abends. Wer nach Beweisen sucht, dass der heutige Markt lebendig ist und dass es ihm gut geht, braucht nicht weiter zu schauen.”

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