Food

Saisonale Gaumenfreude: 10 interessante Fakten zu Spargel

am 29.04.2015 um 15:48 Uhr

Früher das Gemüse armer Leute, heute ein kulinarischer Genuss: Spargel hat eine lange Tradition und die saisonale Ernte des „weißen Goldes“ wird jedes Jahr aufs Neue von allerlei Feinschmeckern, Hobbyköchen und Profi-Chefs erwartet. Denn ob mit Sauce Hollandaise, zart geschwenkt in Bärlauch-Öl, als zartes Risotto oder herzhafter Auflauf: Das heutige Gourmet-Gemüse ist nicht nur köstlich, unglaublich vielfältig, sondern auch noch gesund und kalorienarm. Aber wissen Sie denn überhaupt, wo der Spargel eigentlich herkommt? Wie man ihn fachmännisch putzt? Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen grünem und weißem Spargel? Welche Nährwerte hat das Gemüse und verfügt es wirklich über eine aphrodisierende Wirkung? Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie 10 interessante Fakten über den saisonalen Küchenliebling.

Die Spargelsaison ist eröffnet! Aber wie viel wissen Sie eigentlich genau über das schmackhafte, weiße oder grüne Gemüse, das bald auf Ihrem Teller liegt?

1. Kleine Geschichtsstunde: Woher stammt das Wort Spargel überhaupt?

„Weißes Gold“, „kaiserliches Gemüse“, „essbares Elfenbein“: Die poetischen Spitznamen für das leckere Stangengemüse sind vielfältig. Aber woher stammt eigentlich der Name der Delikatesse? Der botanische Name ‚Asparagus‘ leitet sich vom griechischen Wort ‚asp(h)áragos‘ ab und steht für ‚junger Trieb‘. Denn schon die antiken Griechen verzehrten den Spargel gerne und wussten, dass nur die Triebe der Pflanze auf den Teller kommen.

Auch die Römer liebten den Spargel und zählten ihn zu den schmackhaften Heilpflanzen. Mit der römischen Kultur fand das Stangengemüse vermutlich auch den Weg über die Alpen, mit dem Niedergang der Römer verschwand aber auch der Spargelanbau in Europa und wurde erst im 16. Jahrhundert wieder eingeführt – als Delikatesse für die feinen, aristokratischen Kreise.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte verlor der Spargel seine Exklusivität und wurde als Essen für Arme berühmt: Jeder Bauer mit sandigem Boden im Garten hatte eine eigene Reihe und satte Spargel-Ernte. Heute gilt der Spargel wieder als saisonale Feinkost und wahrer Gaumenschmaus: Das ‚weiße Gold‘ ist eine regionale und saisonale Delikatesse und zählt zu den teuersten Gemüsesorten überhaupt.

2. Ein kurzes Vergnügen: Wie lange dauert eine Spargel-Saison?

Die lang ersehnte Spargelsaison dauert in Deutschland traditionell von Ende April bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach wird die ca. siebenwöchige Ernte beendet, damit die Pflanzen Zeit haben, sich bis zum nächsten Jahr zu regenerieren und neue Sprossen zu bilden.

3. Frische-Test: Wie erkenne ich erntefrischen Spargel?

Frische ist beim Spargel tatsächlich das entscheidende Qualitätsmerkmal und deshalb sollte das ‚weiße Gold‘ unbedingt frisch gestochen in den Kochtopf kommen. Der Expertentrick? Erntefrischen Spargel erkennt man an einem ganz besonderen Geräusch: Wenn Sie nämlich zwei Stangen aneinander reiben, sollten diese quietschen! Außerdem unbedingt auf die Enden und Spitzen achten: Erstere dürfen nicht ausgetrocknet und erst recht nicht verholzt sein, letztere müssen noch fest verschlossen sein und seidig schimmern. Alle Faktoren erfüllt? Dann nichts wie rein in den Kochtopf, solange der Gaumenschmaus noch erntefrisch ist.

4. Farbspiel: Was ist der Unterschied zwischen grünem und weißem Spargel?

Die grüne Variante wächst, im Gegensatz zum weißen Stangengemüse, oberirdisch und wird durch die Fotosynthese grün. Weißer Spargel befindet sich während des gesamten Reifungsprozesses in der Erde und hat somit keine Gelegenheit, ein wenig Sonnenlicht zu erhaschen. Das erklärt seine vornehme Blässe.

Von den Inhaltsstoffen her sind die zwei Spargelsorten auch nicht gleichauf: Grüner Spargel ist tatsächlich gesünder, enthält mehr Vitamin C und Karotin. Außerdem hat die grüne Delikatesse einen etwas herzhafteren Geschmack, ist bissfester und muss auch nicht ganz geschält werden. Der weiße Spargel hingegen sollte ganz geschält werden – und zwar gründlich. Schon kleine Schalen-Reste können nämlich unangenehme Bitterstoffe abgeben und so den zarten Geschmack des frischen Spargels untergraben.

Übrigens: Kochen Sie den frischen weißen Spargel, je nach Dicke, 15-20 Minuten in kochendem Wasser mit etwas Salz und einem kleinen Stück Butter. Finger weg von starken Gewürzen oder gar Zitronensaft, dies würde nur das feine Spargelaroma verderben. Die Garzeit beim grünen Spargel ist mit nur ca. 15 Minuten kürzer: Dafür eignet er sich traditionell besser für bunte, schnelle Gemüsepfannen oder Salate.

5. Kalorienbilanz: Ist Spargel wirklich ein ‚Schlankmacher‘?

Ja, allerdings nur, wenn Sie auch auf die Sauce Hollandaise verzichten! Spargel besteht zu etwa 93 Prozent aus Wasser und hat daher nur ca. 18 Kalorien pro 100 Gramm, davon 0,1 Gramm Fett, 1,9 Gramm Kohlenhydrate und 2,1 Gramm Proteine – ein echtes Leichtgewicht also.

Dazu kommt neben der entschlackenden Asparaginsäure auch ein gutes Verhältnis aus Kalium, Phosphor, Kalzium, Folsäure und die Vitamine A, B1, B2, C, E.

6. Wie und wie lange soll das Stangengemüse am besten aufbewahrt werden?

Frischer Spargel mag es sauber, kalt und schön eingepackt in ein kühles, feuchtes Baumwolltuch. So kann er problemlos bis zu drei Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Aber Achtung: Niemals vorher schälen, sonst wird er schnell holzig. Grüner Spargel sollte am besten aufrecht stehend in ein wenig Wasser aufbewahrt werden, dann bleibt auch er länger frisch.

7. Restefest: Darf Spargel wieder aufgewärmt werden?

Falls nach dem sonntäglichen Festessen etwas übrig bleibt, kann der Spargel auch nach dem Kochen noch bedenkenlos aufgewärmt werden, da er zu den nitratarmen Gemüsesorten gehört. Das einzige, was hier jedoch leiden könnte, ist natürlich der Geschmack.

8. Ist der Spargel wirklich ein Aphrodisiakum?

Hartnäckig hält sich das Gerücht seit der Antike: Spargel soll eine aphrodisierende Wirkung haben! Sein Image als lustförderndes Gemüse verdankt er wahrscheinlich seiner ‚phallischen‘ Form. Schon im Frankreich des 19. Jahrhunderts gab es die mancherorts noch heute praktizierte Tradition, dass ein Bräutigam große Mengen an Spargel verzehren musste, um für die Hochzeitsnacht ‚gewappnet‘ zu sein. Aber eine tatsächliche biologische Wirkung des Spargels als Lustbringer wurde bisher noch nicht nachgewiesen. Also, bevor Sie Ihrem Liebsten Unmengen an Spargel einflößen, setzen Sie hier lieber auf altbewährte Mittel.

9. Vorsicht: Giftig?

Ja, dies ist in der Tat kein Gerücht, sondern Tatsache: Der Spargel ist eine Giftpflanze! Hätten Sie es gewusst? Es sind natürlich nicht die Stangen selbst, sondern die roten Beeren des Spargellaubes die offiziell als ‚gering giftig‘ eingestuft werden und Erbrechen sowie Bauchkrämpfe auslösen können. Dafür reicht es schon, fünf bis sieben dieser Beeren zu essen, ab sieben sollte man sogar schon Kohle verabreichen. Also Finger weg von den schönen, roten Spargelbeeren!

10. Für alle Rohkost-Fans: Greifen Sie zu!

Die meisten Menschen kennen den Spargel selbstverständlich gekocht oder gebraten, aber man kann das gut geschälte Stangengemüse tatsächlich auch roh genießen, etwa mariniert im Salat oder sogar im grünen Gemüse-Smoothie. Roher Spargel schmeckt etwas eigentümlich nach Erbsenschoten, ist kräftig im Biss mit einer süßen Unternote. Spargelrohkost ist besonders harntreibend und wirkt entwässernd.

Falls Sie es diese Saison einmal mit dem Spargel-Smoothie ausprobieren möchten: Mischen Sie das Stangengemüse mit Äpfeln, Rucola, Datteln, Avocado, Birne und Kokoswasser im leistungsstarken Mixer zu einem gesunden und leckeren Drink.

Impressionen zum grünen und weißen Spargel sowie noch weitere Gemüse-Fakten zum Nachlesen, finden Sie nun hier in unserer Bildergalerie.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel