Interview

„SPY – Susan Cooper under-cover“: Rick Kavanian, Melissa McCarthy und Co. im Interview

am 18.06.2015 um 18:16 Uhr

CIA-Mitarbeiterin Susan Cooper verbringt die meiste Zeit ihres Jobs hinter dem Schreibtisch, anstatt auf spannende Missionen geschickt zu werden. Als zwei Top-Agenten, gespielt von Hollywood-Beau Jude Law und Action-Star Jason Statham, für eine besonders heikle Mission ausfallen, ist Susans Einsatz verlangt. Langsam mausert sie sich dadurch von der schüchternen Assistentin, deren Arbeit nie wertgeschätzt wird, zur selbstbewussten Power-Agentin. Zum Kinostart der Action-Komödie „SPY – Susan Cooper undercover“ am 4. Juni 2015 trafen wir Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, Regisseur Paul Feig sowie Comedian Rick Kavanian, der die Figur des lüsternen Möchtegern-Casanovas Aldo synchronisiert. Welche interessanten Hintergrundinfos die Drei zum Film und zu ihrer Arbeit parat hielten, verraten wir Ihnen hier und in der Fotoshow .

Für unsere drei Interviewpartner waren es einmal mehr Paraderollen in ihrem Berufsfeld: Melissa McCarthy gilt schon seit einiger Zeit als Comedy-Queen unter den Hollywood-Schauspielerinnen und ist auch im „SPY“-Film in der Rolle der höchst amüsanten, aber genauso schlagfertigen CIA-Agentin Susan Cooper wieder ein absolutes Comedy-Highlight. Auch für Regisseur Paul Feig war es nicht die erste Komödie: Sein Talent konnte er schon mit seinen erfolgreichen Filmen „Brautalarm“ und „Taffe Mädels“, beide bereits mit Melissa McCarthy als Darstellerin, unter Beweis stellen. Und auch Rick Kavanian ist in der Comedy- und Synchronszene kein Neuling: Neben seiner Schauspielkarriere in Kino-Komödien wie „Der Schuh des Manitu“ oder „Otto’s Eleven“ und Fernsehshows wie der „Bullyparade“, konnte er auch als Synchronsprecher wortwörtlich von sich reden machen. Alle drei schilderten uns ganz eigene Eindrücke zum Film und zu ihrer Arbeit.

Rick Kavanian über Aldo, seine Berufe und welchen Dialekt er noch lernen will

In „SPY – Susan Cooper undercover“ leihen Sie dem Italiener Aldo, gespielt von Peter Serafinowicz, Ihre Stimme. Wie viel Ähnlichkeit haben Sie mit dem Casanova?

„Ich selbst bin überhaupt nicht wie Aldo, sondern total zurückhaltend! Das, was er macht, finde ich jedoch wahnsinnig komisch. Mit seinem ständigen Anfassen von Susan ist er einfach so klischeehaft, dass ich jedes Mal lachen muss. Er macht alles so voller Überzeugung und ist dabei schon sehr extrem.“

Und wie haben Sie sich auf die Sprechrolle vorbereitet?

„Ich habe mir die Szenen von Aldo mit dem Synchronregisseur angeschaut und hatte einen Italienisch-Coach zur Seite, der mich unterstützt und mir den ein oder anderen Tipp in Sachen italienischer Akzent gegeben hat.“

Sie sprechen also selbst kein italienisch?

„Nein, leider nicht!“

Wir kennen Sie nicht nur als Synchronsprecher, sondern natürlich auch als Schauspieler. Zwei ganz unterschiedliche Berufe – liegt Ihnen einer mehr als der andere?

„Es sind beides Teile meines Berufs, die für mich einfach zusammengehören. Was mir am Synchronsprechen Spaß macht, ist der Fokus auf die Stimme und die Sprache. Wenn man ein gutes Team hat, mit dem man zusammenarbeitet, kommt man bei der Arbeit schnell in einen angenehmen Rhythmus voller Konzentration rein. Es ist faszinierend, sich danach das Ergebnis anzuschauen und zu sehen, dass es passt.

Ich liebe es aber auch, vor der Kamera zu stehen. Ich verkleide mich gerne und spiele andere Rollen. Es ist jedoch wirklich ein ganz anderer Beruf. Aber ich mag die Abwechslung.“

Dass Sie der Meister der Akzente und Dialekte sind, wissen wir ja bereits aus Ihrer bisherigen Schauspiel- und Synchronarbeit. Haben Sie allgemein einen Lieblingsdialekt?

„Nein, nicht wirklich. Aber ich möchte unbedingt noch Kölsch und Pott lernen. Und an Sprachen sehr gern noch Spanisch und Französisch. Aber das sagt sich ja so leicht!“

Paul Feig über seine Filmideen und Jason Stathams Comedy-Potential

Mr. Feig, „SPY“ ist zwar eine Komödie, aber mit doch sehr ernsthaften und auch brutalen Szenen. Wollten Sie eine solche Mischung bewusst haben?

„Ja! Es war für mich sehr wichtig, nicht einfach eine Parodie des Spionage-Genres zu produzieren. Wenn es keine richtige Gefahr gibt, dann geht ein Film nur von einem Witz zum nächsten und das wollte ich nicht. Ich wollte Action und Spannung genauso wie Humor im Film haben.“

Wie schwierig war es dabei, eine Ausgewogenheit zu finden?

„Als Regisseur muss man natürlich darauf achten, dass der gesamte Tonus des Films nicht ins Lächerliche abrutscht. Ein Witz kann noch so gut sein: Wenn er nicht in einen gewissen Moment passt, dann merkt das auch das Publikum später und verliert das Interesse. Und das möchte man natürlich nicht!“

Sie sind nicht nur Regisseur, sondern auch Drehbuchautor des Films. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

„Einen Agenten-Film wollte ich schon immer machen, am liebsten einen eigenen James-Bond-Film! Aber das lässt mich ja leider keiner machen, schließlich bin ich ein Comedy-Regisseur. Dann dachte ich mir: Du kennst alle diese witzigen Frauen und hast die Möglichkeit, mit ihnen zu arbeiten, warum also nicht einfach einen Film für sie schreiben und einen eigenen Spionage-Film mit weiblicher Hauptbesetzung kreieren?“

Das ist Ihr dritter Film mit Melissa McCarthy in einer Hauptrolle. Mit der Rolle in Ihrem Film „Brautalarm“ haben Sie ihr 2011 zu großem Erfolg verholfen. Was macht die Arbeit mit ihr so besonders?

„Das schöne ist, dass sie sich über die Jahre als Person nicht wirklich verändert hat. Sie war ja schon vor ,Brautalarm’ lange im Geschäft, weshalb sie der plötzliche Ruhm nicht unerwartet getroffen hat und sie ihn nach der ganzen Zeit wirklich zu schätzen weiß. Das Filmemachen mit ihr ist auch deshalb so toll, weil wir beide gemeinsam wirklich hart und konzentriert an den Projekten arbeiten.“

Neben Melissa McCarthy sind auch Jason Statham und Jude Law als Agenten im Film zu sehen. Waren die beiden von Anfang an Ihre Wunschbesetzung?

„Bei Jude hätte ich nie gedacht, dass ich ihn für meinen Film bekommen könnte. Doch als sein Agent darauf aufmerksam wurde, rief er mich an und schon hatte Jude die Rolle des Agenten ,Bradley Fine’ sicher!

Jason hatte ich dagegen schon immer im Hinterkopf, mit ihm wollte ich schon lange zusammenarbeiten, weil ich weiß, dass er auch lustig sein kann. Also habe ich die Rolle des ,Rick Ford’ auch für ihn geschrieben, ohne zu wissen, ob er überhaupt daran interessiert ist.“

Mussten Sie ihn dann überreden, die Rolle zu übernehmen? Immerhin persifliert er als ungeschickter und gleichzeitig extrem von sich überzeugter Superagent die Rolle des typisch heroischen Action-Stars, welche er sonst in vielen Filmen typischerweise einnimmt.

„Als ich ihm von meiner Idee erzählt habe, war er glücklicherweise sehr daran interessiert. Er war jedoch zugegebenermaßen etwas unsicher, was seine Rolle angeht, weshalb ich ihm erklärte, dass er keine sinnlosen Dinge machen müsste, die nicht durch den Charakter von Rick Ford gerechtfertigt sind. Daraufhin war er an Bord! Und er hat seine Szenen so lustig gespielt, dass ich selbst die meisten Takes durch mein Lachen versaut habe.“

Melissa McCarthy über Ruhm, schreckliche Nebenjobs und ihr Comedy-Image

Regisseur Paul Feig hat erzählt, dass Sie sich trotz des großen Erfolges der vergangenen Jahre nicht verändert haben. Wie schwierig ist das?

„Ich bin einfach, wer ich bin. Ich musste lange Zeit hart in meinem Beruf arbeiten und währenddessen drei oder vier Nebenjobs machen. Jetzt bin ich keine 19 mehr, bin verheiratet, habe zwei Kinder. Allein meine beiden Töchter halten mich schon auf dem Boden der Tatsache. Man ist einfach zu müde, um sich großartig zu verändern (lacht)! Außerdem arbeite ich mit Leuten, die ich wirklich gerne habe. Mit Paul arbeite ich sehr viel, auch mit meinem Ehemann, sie machen jeden Tag zu etwas besonderem. Ich bin wirklich vom Glück gesegnet worden. Und ich glaube, ich werde mich auch nicht mehr verändern.

Ich arbeite immer noch sehr hart und liebe meinen Job. Das treibt mich an. Ob ich auf einer kleinen Theaterbühne stehe oder einen Film drehe, es ist einfach mein Traumberuf. Zehn Jahre habe ich schon gearbeitet, ohne großartig etwas zu verdienen. Aber ich machte trotzdem immer weiter. Dass ich den Beruf jetzt ohne weitere Nebenjobs ausüben kann, ist großartig!“

Welche anderen Jobs haben Sie damals während der Schauspielerei noch ausgeübt?

„Ich habe zum Beispiel Austern aus ihren Schalen gelöst. Da habe ich aber nur zwei Tage durchgehalten, ich konnte es einfach nicht und mir wurde gesagt, dass ich wegen der Schnittverletzungen lieber mal ins Krankenhaus fahren sollte. Das war der schlimmste Job! Außerdem habe ich schon im Telemarketing gearbeitet, wo uns Telefonbücher gereicht wurden und wir einfach einen Buchstaben nach dem anderen abtelefonieren sollten. Babysitting und Restaurant-Jobs habe ich auch viele gemacht. Insgesamt waren es dann eben immer drei oder vier auf einmal.“

Trotzdem haben Sie nie aufgehört, an Ihrem eigentlichen Traum von der Schauspielkarriere festzuhalten. Ihrer Rolle im „SPY“-Film, Susan Cooper, wurde dagegen von ihrer Mutter gesagt, dass sie aufhören soll zu träumen.

„Das ist einer der Gründe, warum ich diesen Charakter so liebe! Sie wurde völlig unterschätzt und als wertlos betrachtet und ich denke, dass es tatsächlich vielen Leuten in ihren Jobs so geht. Mir ging es auch schon so, schließlich bin ich Schauspielerin (lacht). Mir haben Leute schon gesagt, wie toll ich bin und dann verlässt du den Raum und sie denken: ,Die kommt nicht mehr! ’. Deshalb fand ich es besonders schön, eine Frau zu spielen, die sich zunächst selbst so sieht, wie andere es ihr weismachen wollen, die aber mit ihrer Aufgabe als Agentin an Selbstvertrauen gewinnt und am Ende feststellt, dass sie so geworden ist, wie sie es selbst gerne sein möchte.“

Wie war die Arbeit mit Jude Law und Jason Statham?

„Sie sind beide natürlich Traummänner. Sehr nett, aber auch sehr professionell. Wenn man sich zum Beispiel anschaut, wie viele Filme Jude schon gemacht hat! Und beide waren immer für jeden Spaß beim Dreh zu haben. Wenn man Jason etwas gesagt hat, dann hat er es ohne zu Zögern umgesetzt. Es war großartig, ich musste so viel lachen. Ich würde gerne nochmal mit ihnen zusammenarbeiten.“

Sie mussten im Film viele Action-Szenen absolvieren. Durften beziehungsweise wollten Sie die Stunts selbst machen?

„Es gibt natürlich immer jemanden am Set, der sofort ‘Nein’ sagt, wenn man einen Stunt selbst machen will. Aber ich glaube: Alles was man tun könnte, sollte man auch versuchen! Selbst, wenn das Resultat nicht so toll ist und sie es mit einem Stuntman nochmal nachdrehen müssen. Meine Rolle Susan Cooper wurde ja für den aktiven Agenten-Dienst ausgebildet. Um ihrem Können gerecht zu werden, habe ich mich einige Monate vor Drehbeginn mit einer Trainerin in Los Angeles auf die Szenen vorbereitet.

Susan musste ja zum Glück nicht perfekt kämpfen können, weshalb mein Können ganz gut dazu gepasst hat. Ich habe wirklich versucht, alles selbst zu machen.“

Sie sind vor allem für Ihre lustigen Rollen bekannt. Würden Sie gerne mal etwas Ernsthafteres spielen?

„Als ich mit der Schauspielerei angefangen habe, habe ich viele düstere, dramatische Charaktere gespielt. Wenn mir die Rolle gefällt, macht es für mich keinen Unterschied, ob ich in einem Drama oder einer Komödie mitspiele. Gerade die Vielfalt macht Spaß!“

Also fühlen Sie sich nicht in die Comedy-Spate gedrängt?

„Nein. Das ist vielleicht das, womit mich Leute heutzutage gleich in Verbindung bringen, aber ich habe schon so viele ernsthafte Rollen gespielt, dass es mir wie ein ausgeglichenes Verhältnis vorkommt.“

Wir bedanken uns bei Rick Kavanian, Paul Feig und Melissa McCarthy für die Interviews und freuen uns auf eine lustige und Action-reiche Zeit im Kino! In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen einige Impressionen aus dem Film „SPY – Susan Cooper undercover“ und haben für Sie die wichtigsten Infos nochmal zusammengefasst.

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