Ausstellung

Die nackte Wahrheit: The Ideal Woman Project

am 08.09.2014 um 09:39 Uhr

So richtig zufrieden mit sich selbst sind wohl die wenigsten unter uns. Bevor man das Haus verlässt, wird oft schnell noch ein Blick in den Spiegel geworfen. Zuerst das Gesicht: „Ganz schön dunkle Augenringe, vielleicht sollte ich doch ein wenig mehr Concealer auftragen.“ Dann einmal kurz das Shirt nach oben gezogen: „Die Bauchrolle nervt, ich greife besser doch wieder zur Shapewear.“ Einmal gedreht und die Kehrseite betrachtet: „Oh je, mein Hintern sieht scheußlich in dieser Hose aus, ich ziehe lieber einen Rock an.“ Welche Dinge an Ihrem Körper gefallen Ihnen denn zur Abwechslung einmal richtig gut und was genau sehen Sie eigentlich, wenn Sie in den Spiegel schauen? Diese Frage stellten Skip und Tasha Copley im amerikanischen Orlando ihrem Publikum in der beeindruckenden Ausstellung „Franchise: The Ideal Woman” und regen damit zum Nachdenken an. Wir verraten Ihnen hier und in unserer Bildergalerie alles über das interessante Projekt.

Was ist wirklich perfekt? Was ist schön? Und ist perfekt denn gleich schön oder sehen wir dann am schönsten aus, wenn wir zu unseren Makeln und Fehlern stehen? Das Künstlerduo Skip und Tasha stellt sich diesen Fragen in einer Ausstellung, die zum Nachdenken anregt.

Die Zwei-Seiten-Ansicht

In ihrer Ausstellung „The Ideal Woman Project“ führen uns der Künstler Skip und seine Verlobte, die Fotografin Tasha Copley, vor Augen, wie wir uns selbst wahrnehmen. Zu sehen sind zwei Nacktbilder von Tasha Copley. Die eine Fotografie zeigt sie in weichem Licht mit sinnlicher Pose in einer selbstbewussten Haltung, die ihre weibliche Figur in Szene setzt. Eine natürlich schöne Frau also. Das zweite Bild ist ein erschreckender Anblick, der Tasha mit unbeeindrucktem Blick, gerade zur Kamera gerichtet mit wilden Strichen am ganzen Körper inszeniert. Die Markierungen sind die eines Schönheitschirurgen und zeigen, was die schöne Frau alles an sich verändern lassen müsste, um einen „perfekten“ Körper zu haben.

Neben diesen beiden Fotos beinhaltet die Ausstellung des Paares einen Spiegel mit der Aufschrift „Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen“, darunter eine Box für Publikums-Kommentare mit der Aufschrift „Nennen Sie etwas, was Sie an sich selbst schön finden“. Die tausend Gedanken, die einem beim Betrachten der Bilder durch den Kopf sausen, sollen also direkt auf sich selbst reflektiert werden, man soll sich mit seinem eigenen Körper auseinandersetzen und endlich lernen, die eigenen Makel zu akzeptieren.

Die Reaktionen

Die Kommentare, die die Besucher der Ausstellung in der Box hinterließen, veröffentlichte das Paar nun nach und nach. Darunter waren Statements wie „Meine Augen und meine kleinen Brüste“, „Meine Jugend trotz meines Alters“, „Meine Lippen, meine Augen, mein Muttermal … mein Körper“.

Fakt ist, dass sich Frauen in der Gesellschaft dem enormen Druck des perfekten Schönheitsideals aussetzen. Und dass sie sich selbst gar nicht mehr als die schöne, selbstbewusste, stolze Frau sehen, die sie eigentlich sind, sondern sich mit dem identifizieren, was ihnen täglich vorgespielt wird. Makel, die verbessert werden müssen. Aber warum?

Die Intention

Die Idee zu dieser beeindruckenden Ausstellung kam Skip durch die Kämpfe mit seinem eigenen Selbstbewusstsein. Er erklärte der Huffington Post, dass er sich immer zu dünn, zu klein und zu blass, seine Ohren zu groß und seine Beine zu haarig fand. Dass er für einen Teil seines Lebens fast alles hasste, was er im Spiegel sah. Nun forderte der Künstler Akzeptanz von Frauen und zwar die ihres eigenen Körpers und stellt die derzeitigen Vorstellungen von Schönheit in Frage.

Welche Kommentare die Besucher der „Franchise: The Ideal Woman“-Ausstellung noch hinterließen, das zeigen wir Ihnen in unserer Bildergalerie.

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