Thinspiration

Wut zur Lücke: Zwischen „Thigh Gaps“, „Bikini Bridges” und Co.

am 28.01.2014 um 17:11 Uhr

„Thinspiration“ nennt sich der neue Trend-Boom auf sozialen Plattformen wie Instagram, Twitter, Pinterest und Co. Die wortwörtlich übersetzte „Dünnspiration“ quillt über mit Fotos von jungen Mädchen und Frauen, die ihre knochigen Körperpartien zur Schau stellen – Tendenz steigend, ganz im Gegensatz zum Körpergewicht der User. Hier und in unserer Fotoshow erfahren Sie alles über den gefährlichen Magerwahn rund um „Thigh Gaps“, „Bikini Bridges“, „Hot Dog Legs“ und „Collarbones“.

Was ist eine „Thigh Gap“ und wieso wollen unzählige Frauen jetzt eine Bikini-Brücke? Die neuen Mager-Trend-Wörter regen zu heftigen Diskussionen an und verbreiten den Wut zur Lücke.

Thigh Gaps und Hot Dog Legs

Wer kennt sie nicht, die Instagram-Schnappschüsse von Stars wie Rosie Huntington-Whiteley oder Jessica Alba auf denen im unteren Drittel des Bildes sich zwei nackte Schenkel einem Strand-Panorama entgegen strecken. Da man hier weder zwischen Knie oder Würstchen entscheiden kann, wurde binnen kürzester Zeit der Begriff „Hot Dog Legs“ (zu dt.: Hot-Dog-Beine) geboren. Ein regelrechter Sturm überflutete im letzten Sommer die sozialen Netzwerke und löste prompt das beliebte Selfie-Duckface ab. Dicht gefolgt von der wohl bedenklichsten Lücke, mit der noch nicht einmal Madonnas Zähne mithalten können.

„Hungern bis die Lücke kommt“, nennt sich ein weiterer Beauty-Trend namens „Thigh Gap“ (zu dt.: Oberschenkel-Lücke), der alles andere als schön, geschweige denn als gesund anzusehen ist. Denn während wurstartige „Hot Dog Legs“ noch zum Schmunzeln anregen, vergeht einem beim Anblick der fragwürdigen Lücke zwischen den Oberschenkeln jegliches Lächeln. Im Internet finden junge Mädchen und Frauen via Suchmaschinen im Nu komplette How-to-Anleitungen für die ultimative „Thigh Gap“, inklusive einer Vorabwarnung. Denn die menschliche Anatomie ermöglicht nicht jeder Statur diesen fraglichen Fitness-Trend und dennoch hungern sich Unzählige Kilo für Kilo runter und wecken dabei bei Außenstehenden die Wut zur Lücke.

Ernährungsexpertin Dr. Gunda Backes warnt auf n24.de: “Es ist vielmehr eine anatomische Ausnahme. Nur wenige Frauen haben diese Lücke von Natur aus und müssen extrem viel abnehmen, um diese zu erreichen. Die meisten haben eher Oberschenkel, die sich berühren. Frauen sollten daran denken, eine normale “weibliche“ Figur zu erhalten.“

Bikini Bridge und Collarbones

Wie bitte? Auf einer anderen Sprache lässt sich nicht nur die bedenkliche „Thigh Gap“ beschönigen, auch die „Bikini Bridge“ (zu dt.: Bikini-Brücke) ist alles andere als ein neues Trend-Design für Bademode. Dabei geht es vielmehr um das extreme Hervorstehen der Hüftknochen, sodass sich ein Hohlraum zwischen Bikini-Höschen und Scham bildet. Schon wieder eine Lücke? Gewissermaßen schon, doch nach dem „Thigh Gap“ nun auch noch das Wort „Bikini Gap“ einzuführen, wäre wohl ein wenig zu viel am mageren „Gap“ der falschen Hoffnung.

Zwar muss man nicht über eine Size Zero verfügen, um die heißbegehrte „Bikini Bridge“ zu erhalten, jedoch wird der Mager-Druck durch Models, Celebrities und entsprechende Fotos auf frei zugänglichen Plattformen zusätzlich verstärkt. Fashion-Stars, Blogger und Co. inszenieren sich geradezu täglich in entsprechenden Posen mit „Thigh Gap“ vor dem heimischen Spiegel, der „Bikini Bridge“ im Urlaub und den spitzen „Collarbones“ im trägerlosen Oberteil. Letztere stehen übrigens für die englische Bezeichnung für „Schlüsselbein“ und könnten der „Thigh Gap“ bald den Rang ablaufen. Knochige Schlüsselbeine, die sich sichtbar unter der Haut abzeichnen, ist das die neue „Shoulder Gap“?

Denkbar wäre das durchaus, dabei wäre es ratsam bei all den „Gaps“ das Wort „Lücke“ einmal nachzuschlagen. Denn dabei handelt es sich laut Definition um eine leere Stelle, an der etwas fehlt und durch die ein zusammenhängendes Ganzes unvollständig scheint.

Entdecken Sie die Wut zur Lücke – „Thigh Gaps”, „Bikini Bridges” und Co. in unserer Bildergalerie.

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