Ausstellung “Traumfrauen/ Traummänner”: Schönheit im Wandel der Zeit

am 23.07.2013 um 10:27 Uhr

„Traumfrauen und Traummänner“ – eigentlich ein Empfinden subjektiver Natur. Doch trotzdem gibt es sie, die Frauen und Männer, die jeder kennt und die wir trotz vielleicht anderer ganz persönlicher Meinungen und Geschmäcker in genau diese Schublade stecken würden, weil sie eben so omnipräsent sind. So präsent, dass wir alle zum größten Teil ihre Namen kennen, um ihre Geschichte wissen und uns ein Urteil gebildet haben. Eine Ausstellung, die in der Kunsthalle Rostock zu sehen ist, hat sich genau dieser Thematik angenommen.

Angelina Jolie, Johnny Depp, Vanessa Redgrave und mitten drin Bundeskanzlerin Angela Merkel – Sie stutzen? Fragen sich, warum ein Porträt der mächtigsten Frau Deutschland zum Repertoire der Ausstellung mit dem Titel „Traumfrauen / Traummänner“ gehört? Die Antwort gibt es hier.

Ein Traum: Männer und Frauen

„Ohne Bildnisse von Frauen wäre die Kunstgeschichte nicht denkbar – und wann ist Mann ein Mann?“, heißt es in der Einleitung zur Ausstellung. Damit wären wir auch schon beim Punkt. Frauen gelten seit Menschengedenken als kulturelle Leitsymbole für Schönheit und als ein Quell der Inspiration. Schon immer gab es Schönheitsideale, leitende Frauenbilder, denen frau nacheiferte, weil sie von den Männern oder durch sich selbst auf eben diesen Sockel gestellt wurden. Doch wie sieht es mit den Männern aus? Die berühmte Frage, die sich auch schon Herr Grönemeyer stellte: Wann ist ein Mann denn nun ein Mann? Wenn er aussieht wie Daniel Craig oder doch eher wie Tim Burton?

Zeiten ändern sich

Natürlich gibt auch die Ausstellung keine konkrete Antwort auf diese Frage. Sie zeigt lediglich, wie unterschiedlich Schönheit aufgefasst und interpretiert werden kann. Eine Auslegungssache, die sich ganz nach dem Lauf der Zeit richtet, wie Kuratorin Nadine Barth betont: „Es war schon immer so, dass es eine Vorstellung davon gibt, was in einer Kultur und in der Gegenwart als ‚schön’ angesehen wird. Schönheit ist ein Begriff, der wie die Mode ein Spiegel seiner Zeit ist.“

Auch Mode spielt in diesem Zusammenhang natürliche eine große Rolle. Reine Werbefotografie ist inzwischen immer öfter auch Kunst – man denke da vielleicht an Karl Lagerfeld. Umworbene Produkte rücken in den Hintergrund, der Blick fällt auf Frau und Mann, auf oftmals prominente Ikonen und hier mag sich der Kreis wieder schließen: Sind das etwa die Traummänner und Traumfrauen, die wir immer wieder aufs Neue zu definieren versuchen?

Was macht sexy?

Warum also befindet sich nun eine Angela Merkel unter den ausgestellten Fotografien? Die Antwort ist die altbekannte: Macht. Denn es ist so, wie es ist: Macht macht sexy und in diesem Zusammenhang ist auch die mächtigste Frau Deutschlands irgendwie sexy. Auch das ein Ergebnis des Wandels der Zeit – Frauen dominieren die Gesellschaft immer mehr, wissen um ihre Rolle und das findet seinen Weg auch in die Kunst.

Ob sich unter den mehr als einhundert ausgestellten Bildern in der Ausstellung „Traumfrauen / Traummänner“ auch jemand nach Ihrem Geschmack befindet, sollten Sie unbedingt bei einem Besuch erforschen. Bis zum 1. September 2013 haben Sie dazu in der Kunsthalle Rostock noch Gelegenheit und erste Einblicke gibt es in unserer Bildergalerie.

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