Trend Naturkosmetik – Aber was ist wirklich drin im Creme-Töpfchen?

am 12.03.2013 um 10:45 Uhr

Auch bei Kosmetikprodukten boomt mittlerweile der Trend hin zum naturbewussten Einkaufen. Cremes mit Olivenöl-Extrakten, Duschgels mit Mandelöl oder Wildrose, Shampoos mit Aloe Vera und Lavendel – natürliche Inhaltsstoffe werden uns überall suggeriert, aber ist wirklich überall Bio drin, wo Bio draufsteht? Und wie sieht es mit der Hautverträglichkeit aus? Wir schauen da mal genauer hin…

Was ist denn genau Naturkosmetik? Diese Frage ist relativ schwer zu beantworten, da der Begriff „Naturkosmetik“ an sich nicht geschützt ist. Generell werden aber Produkte als Naturkosmetika bezeichnet, die dem Anspruch nach schonender sind für Mensch und Umwelt und aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden. Bestimmte Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene, synthetische Duftstoffe oder Erdölprodukte werden nicht verarbeitet. Außerdem sprechen die umwelt- und vor allem tierfreundliche Produktion und die wachsende Anzahl an rein veganen Varianten viele bewusste Verbraucher besonders an und bieten eine „grüne“ Variante zu herkömmlichen Produkten.

Wie erkenne ich, ob meine Creme auch wirklich Naturkosmetik ist oder nicht?

Leider oft erst auf den zweiten Blick! Denn auf dem Kosmetikmarkt herrscht in puncto Labels pure Unübersichtlichkeit! Wenn man aber genauer auf die Verpackung der Creme achtet, kann ein vorhandenes Siegel für Klarheit sorgen. Die bekanntesten Siegel sind „BDIH“, „NaTrue“ und „Ecocert“. Aber auch hier gilt leider: 100 Prozent Bio findet man aber nie! Denn Bio bedeutet auch, dass alle Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus zertifizierter Wildsammlung stammen müssen. Leider sind aber nicht alle benötigten Inhaltsstoffe in ausreichender Bioqualität auf dem Markt vorhanden, das heißt ein Hinzufügen anderer Bestandteile ist oft unumgänglich.

Für das „NaTrue“-Siegel zum Beispiel gibt es eine Unterteilung in zwei und drei Sterne: Ersteres bedeutet einen Bio-Anteil aus 70 Prozent, letzteres einen Anteil von 95 Prozent. „Ecocert“ hingegen unterscheidet in „Ökologische Naturkosmetik“ mit einem Anteil von 95 Prozent und in simple „Naturkosmetik“, welche hingegen lediglich einen Bio-Anteil von 50 Prozent haben muss. „BDIH“ macht es sich mit seinem Logo etwas einfacher: Hier müssen 15 festgelegte Rohstoffe wie Olive, Soja, Jojoba etc. aus einer Bioerzeugung stammen! Das bedeutet wohl: 100 Prozent Bio-Qualität gibt es gar nicht, stattdessen eher verwirrende Labels und uneinheitliche Siegel! Wer wirklich Wert darauf legt, zertifizierte Naturkosmetik zu kaufen, sollte sich auf jeden Fall mit seinem Produkt der Wahl auseinandersetzen und etwas Zeit mitbringen!

Achtung, falsche Naturkosmetik!

Floskeln wie „auf pflanzlicher Basis“ oder „direkt aus der Natur“ sprechen nicht gleich für natürliche Inhaltsstoffe. Fakt ist, dass sich viele Verbraucher einfach durch ein bestimmtes Markenimage leiten, oder manchmal auch fehlleiten lassen! So ist beispielsweise eine der meist assoziierten Marken für Naturkosmetik gar keine richtige: Yves Rocher wirbt mit dem grünen Image und bietet dabei einzig mit einer Linie wirklich geprüfte Naturkosmetik an: der Culture-Bio-Line. The Body Shop spielt ebenfalls mit dem Image der Naturkosmetik, bietet jedoch keine zertifizierten Produkte an.

Wie schneidet denn nun Naturkosmetik ab im Vergleich zu herkömmlichen Cremes?

Generell lässt sich sagen, dass Geschmäcker immer sehr individuell sind. Jeder bevorzugt andere Konsistenzen und Gerüche. Die einen erwarten von ihrem Produkt Klärung, die anderen Feuchtigkeitspflege, Straffung oder Anti-Aging. In der Wirkung lassen sich einige Natur-Cremes mit konventionellen Markenprodukten vergleichen. Trotzdem wird zum Beispiel der intensive Duft der Produkte oft als störend oder aufdringlich empfunden, das liegt natürlich an dem Verzicht auf synthetische Duftstoffe. Somit sorgen alleine die in der Creme enthaltenen ätherischen Öle für den Geruch.

Unser Fazit: Erst ausprobieren!

Leider sind Naturkosmetik-Cremes ebenfalls anfälliger für Keimbefall, da bei der Herstellung auf synthetische Konservierungsstoffe verzichtet wird. Und Natur pur bedeutet auch nicht immer sanft zur Haut: Besonders allergieträchtig sind einige der oft verwendeten ätherischen Öle wie Teebaum oder Lorbeer.

Unser Tipp ist daher: Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Naturkosmetik überhaupt vertragen, lassen Sie sich doch in einem Fachgeschäft beraten und versuchen sich erst einmal an einer Probepackung!

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