Style-Check

Twiggy wird 65: Der legendäre Style der Ikone zum Nachmachen

am 25.09.2014 um 08:27 Uhr

Für alle, die Twiggy tatsächlich nicht kennen sollten, hier noch einmal ein paar kleine Denkanstöße: Knabenhafte Figur, große Kulleraugen, Wahnsinns-Wimpern, voller Mund und glatt gekämmte Haare mit Seitenscheitel. Können Sie sich jetzt an DAS Model der 60er Jahre erinnern, das zum Gesicht der „Swinging Sixties“ in London wurde und das bekannteste Covermodel seinerzeit war? Zu Ehren ihres 65. Geburtstages lassen wir den Look der damals 16-Jährigen Twiggy noch einmal aufleben, zeigen Ihnen hier und in unserer Fotoshow, was diesen ausmachte und wie Sie ihn heute nachmachen können.

Die Gesichtszüge eines Babys, kurzes Haar, Seitenscheitel, dunkel betonte Augen, schimmernde Lippen und ein Look, der irgendwie an die Lehrerinnen eines Mädchen-Gymnasiums erinnert – das war Twiggy.

Eine Ode an Twiggy

16 Jahre war Lesley Hornby alt, als sie die Modewelt auf den Kopf stellte und zwar aufgrund ihrer einzigartigen Erscheinung, die von einem spindeldürren Körper, der dem eines Chorknaben glich, dünnen Beinchen in O-Form, riesengroßen Kulleraugen und märchenhaft langen Wimpern gezeichnet war. Ihr Körper war es auch, der dem Mädchen den Spitznamen „Twiggy“ (englisch: „Twig“ – „dünner Zweig“) brachte. Schnell entwickelte sich aus der jungen Dame das Vorbild einer ganzen Generation, Twiggy wurde zum Bild des Schönen, zum Aushängeschild der Mode und zur Zielscheibe von Kritikern, die dem amerikanischen Ideal von üppiger Weiblichkeit hinterher eiferten. Heute ist Lesley Lawson 65 Jahre alt und verheiratet, hat zudem eine beachtliche Karriere als Sängerin hinter sich, modelt immer noch und erteilt Modetipps.

Der mädchenhafte Style

Twiggy war Teil einer Bewegung, die für einen freien Sinn von Mode stand, kurzerhand weichen BHs leichten Hemdchen und Strumpfhalter verspielten Söckchen – gesetzt dem Motto „Weniger ist mehr“.

Weniger Stoff wurde es dank Twiggy auch an den Kleidern. Das Model arbeitete eng mit der Designerin Mary Quant zusammen und machte die zu dieser Zeit absolut skandalösen Minis, die bis zu 15 Zentimeter über dem Knie endeten, zum Muss vieler Magazincover und Werbekampagnen. Ein Trend, der von der Designerin gemacht und von Twiggy verbreitet wurde. Die Form der Kleider war oft die eines schlichten Shift-Kleides, die die zierliche Figur und vor allem die dünnen Beine von Twiggy betonte. Manchmal war es eine Knopfleiste und andere Male ausgefallene Kragen wie Kent- oder Rollkragen, die die Kleider ausmachten. Um das unschuldige Bild des Mädchens aufrechtzuerhalten, waren die Kleider oft in zarten Farben wie Babyrosa, Sonnengelb, Weiß, Blau oder Rot gehalten.

Der knabenhafte Style

Abgesehen vom Mini-Shift-Dress war es auch der androgyne Look, der durch Twiggy zum Stilzeichen der allgemeinen Bevölkerung wurde und die Grenzen der Mode verschob. Plötzlich trugen Frauen Herren-Accessoires und Pullover, die androgyn anmuteten. Gerippte Pullover saßen ab sofort sehr eng am Körper und zogen mit einem hohen Kragen eng am markanten Kinn der zierlichen Mädchen vorbei. Breite Krawatten und Fliegen wurden zum Herrenhemd und Minirock kombiniert, meist mit nackten Beinen. Weiter ging der boyische Look an den Füßen, denn auch dort wurden neben Boots, die den mutigen Weg bis hin zu den Knien wagten, maskuline Styles wie Loafer gewählt.

Das Make-up

Der Beauty-Look von Twiggy war ein besonderer, ein eigentlich dezenter und doch sehr extravaganter Style, der auch heute noch bestens zum Einsatz kommen kann – am Abend vielleicht eher als im Office. Vergessen Sie nicht: Twiggy war ein junges Mädchen, zu viel Sexappeal war also deutlich fehl am Platz. Beim Nachmachen des Looks fangen Sie wie gewohnt mit dem Auftragen des Concealers an, Augenringe sind nämlich nicht erwünscht. Danach dann das Make-up und Puder. Tragen Sie gern auch etwas pinkes oder pfirsichfarbenes Rouge auf. Bevor Sie mit dem Auftragen des Lidschattens beginnen, pinseln Sie etwas Puder unter Ihre Augen, damit wird es Ihnen im Nachhinein leichter fallen, Lidschatten-Partikel ganz einfach wegzupinseln.

Nun wählen Sie einen schimmernd weißen oder hellgrauen Lidschatten und geben diesen auf Ihr Augenlid, damit dieses heller wirkt. Um die Augen noch größer erscheinen zu lassen, können Sie den schimmernden Lidschatten auch an der Seite und am unteren Lid auftragen. Mit einem Eyeliner in Puder- oder Stift-Form und in dunkler Farbe wie Braun, Grau oder Schwarz tragen Sie nun einen Strich in der Augenfalte Ihres oberen Lids auf und verwischen diesen leicht, sodass die Linie nicht zu geradlinig wirkt. Ziehen Sie dann mit flüssigem Eyeliner einen sauberen Strich oberhalb des Wimpernkranzes. Das untere Lid belassen Sie ganz natürlich und clean. Mit Wimperntusche runden Sie das Augen-Make-up ab. Die Wimpern des oberen Lids sollten quasi vom schwarzen Mascara getränkt werden, während der untere Wimpernkranz nur leicht betont wird. Für den wahrhaften Twiggy-Look greifen Sie am besten sogar zu falschen Wimpern. Die Lippen halten Sie ganz natürlich, glossy glänzend.

Das Hair-Styling

Die Haare sind schnell gestylt: Kämmen Sie das glatte Haar mit Seitenscheitel streng nach hinten und knoten es dort zu einem schlichten Pferdeschwanz, an den Seiten legen Sie Ihr Haar hinter die Ohren. Mit etwas Glanzspray on Top ist der Look komplett.

Rein theoretisch wissen Sie nun, worauf es beim Twiggy-Look ankommt. In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen mit Styling-Inspirationen und Produkt-Tipps noch einmal, wie das Styling stilecht gelingt.

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