Twitter-Manie: Die Promis und ihre Social-Media-Plattformen

am 05.06.2013 um 16:31 Uhr

Sie ist der Aufreger der Woche: Möchtegern-Promi Georgina Fleur und ihr Hochwasser-„Ich kann doch trotzdem wie ein Model aussehen“-Bild plus Kommentar auf Facebook hat einen regelrechten Shitstorm gegen die Ex-Bachelor-Kandidatin ausgelöst. Deutschland ist schockiert über Aussagen wie: „Natürlich sehe ich auch den Ernst der Dinge, ich würde sogar meine alten High Heels spenden.“ Da stellt sich natürlich die Frage: Muss das sein? All die privaten Einblicke in das Leben der Stars und Sternchen via Facebook, Twitter und Instagram sind zwar meist sehr interessant und unterhaltsam, doch geht die Nächstenliebe da nicht manchmal zu weit?

Wie lieben wir es doch, wenn Promis peinliche Bilder bei Twitter posten und zeigen, dass sie doch nur Menschen sind. Das seit ein paar Jahren extrem gewachsene Social-Media-Netz gibt uns die Möglichkeit, hautnah dabei zu sein. Hochzeitskleider, das Essen mit den Eltern, Backstage-Aufregung oder wiederholt Rihannas nackte Tatsachen – über alles bleiben wir im Bilde und das sogar in Echtzeit. Aufmerksamkeitshascherei auf der einen Seite, Stalking deluxe auf der anderen – hier werden die ältesten Urinstinkte der Menschen wie Anerkennung, Liebe und Neugierde bedient und doch fragt man sich bei all den süßen Kermit-Bildern von Jason Segel manchmal, ob das alles nötig ist.

Live-Ticker über das Privatleben

Wollen wir Rihannas Jeans-Tanga sehen oder über jedes neue Tattoo von Justin Bieber Bescheid wissen? Nun ja, natürlich haben besonders wir Frauen einen besonders ausgeprägten Hang zu Klatsch und Tratsch und wollen gern wissen, was der ein oder andere Promi so treibt. Private Bilder, in denen sich zeigt, dass auch die Hollywood-Größen einfach nur Menschen sind und sich über einen leckeren Cupcake freuen oder Kissenschlachten mit der besten Freundin machen, sind ein tägliches Vergnügen, und doch ist der Exhibitionismus einiger Prominenter mehr als fragwürdig. Woher kommt diese Sehnsucht nach öffentlicher Zurschaustellung, die in letzter Zeit Überhand zu nehmen scheint?

Kurz und knackig

Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. sind ein wichtiges Tool im Verbreiten von Neuigkeiten geworden, denn die Plattformen fungieren als immer und überall abrufbare und selektierte News-Sendungen, die für die Betreiber der Neuigkeiten (Stars, Firmen, Organisationen) eine maximale Reichweite suggerieren. Außerdem wird die schnelllebige Gesellschaft mit kurzen Tweets oder aussagekräftigen Fotos in Kürze auf dem Laufenden gehalten. Sogar neue Berufsgruppen und Unternehmensideen sind daraus bereits entstanden, so wurde der Begriff Social-Media-Manager in den Sprachgebrauch aufgenommen, entsprechende Abteilungen in medienrelevanten Firmen vergrößern sich zusehends und auch PR-Firmen, die sich einzig und allein um sämtliche Social-Media-Kanäle ihrer Kunden kümmern, wuchern aus dem digitalen Boden.

Intim oder nicht intim, das ist hier die Frage!

Ist es aber wirklich notwendig, dass Promis ihre Mittagsmahlzeiten, ihre Kinder oder auch die Eigenblut-Therapie, wie Kim Kardashian es tat, dokumentieren und die Welt dran teilhaben lassen? Nun, ein bisschen Exhibitionismus gehört zum Beruf Promi-Sein einfach dazu und letztendlich scheinen sie ja nur das Interesse des Volkes zu bedienen. Das sich wiederum mit ein paar weniger intimen Fotos auch zufrieden geben würde. „Es ist wie ein Unfall, ich kann nicht aufhören wegzuschauen“, heißt ja nicht, dass man jeden Tag einen Unfall sehen möchte. Wenn aber unsere Lieblings-Stars so drollige Bilder wie Heidi Klum mit rosa Zuckerwatte oder die „New Girl“-Stars mit Eis in der Hand zeigen, dann schauen wir es uns doch gern mal an und schmunzeln mit den Promis um die Wette.

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