Film

Unbroken: Angelina Jolie über das Leben des Louis Zamperini

am 22.12.2014 um 18:54 Uhr

„Ich glaube, das schwierigste im Leben ist es, zu vergeben. Hass jedoch zerstört einen nur. Wenn man jemanden hasst, verletzt man nicht die Person, die man hasst, sondern nur sich selbst. Vergebung ist also wahrlich eine Heilung.“, so Louis Zamperini. Der Louis Zamperini, der zur Hauptfigur wird in Angelina Jolies zweiter großer Regie-Arbeit, dem Film Unbroken. Ein Film, der sich mit genau dieser Frage auseinandersetzt: Kann man auch nach unfassbar großem körperlichen und seelischen Leid verzeihen und „ungebrochen“, ja fast schon stärker, aus eben dieser Erfahrung hervorgehen? Louis Zamperini hat mit seiner Lebens- und Leidensgeschichte bewiesen, dass genau das möglich sein kann. Erfahren Sie hier und in der Fotoshow alles über den Film, der ab dem 15. Januar 2015 im Kino zu sehen sein wird.

Vor dem Kinostart hatten wir von desired.de nicht nur die Möglichkeit, Unbroken schon einmal auf uns wirken zu lassen, sondern waren außerdem dabei, als sich Angelina Jolie mit ihren beiden Hauptdarstellern, Jack O’Connell und Miyavi, in Berlin der deutschen Presse stellte.

Nach einer wahren Begebenheit

Unbroken erzählt die wahre Geschichte des Amerikaners Louis Zamperini, gespielt von Jack O’Connell, der im Zuge des II. Weltkrieges schier unvorstellbare Episoden erlebt. Nachdem er, von seinem Bruder entdeckt, sein unglaubliches Lauftalent ausbaut, nimmt er im Jahre 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teil. Auch wenn er keine Medaille mit nach Hause nehmen konnte, galt er nun als Favorit für die nächsten Spiele in Tokyo, die wegen des II. Weltkrieges jedoch nicht stattfinden sollten.

Stattdessen zieht Lousi Zamperini als Bombenschütze in den Krieg – womit seine Leidensgeschichte beginnt: Eine Bruchlandung im Pazifik, in dem er mit zwei seiner Kameraden 47 Tage in einem Rettungsboot um sein Leben kämpft, die „Rettung“ durch die japanische Navy, die anschließende Gefangenschaft und der darauf folgende Abtransport in ein Gefangenenlager. Dort hat Zamperini nicht nur unter den Lebensbedingungen zu leiden, sondern vor allem unter Mutsuhiro „The Bird“ Watanabe, gespielt vom Musiker Miyavi. Der japanische Feldwebel hatte es sich nicht nur nur Aufgabe gemacht, andere Gefangene auf brutalste Art und Weise zu quälen, sondern es dabei vor allem auf den willensstarken und auch in Japan berühmten Louis Zamperini abgesehen. Körperliche und seelische Folter finden im Aufeinandertreffen der beiden ihren dramatischen Höhepunkt. Doch selbst dieser lässt Louis Zamperini nicht zerbrechen.

Die Hintergründe

Es ist kaum zu glauben, aber bereits 1957 erwarb das Filmstudio Universal die Rechte an der beeindruckenden Lebensgeschichte des Sprinters Louis Zamperini. Man hatte sogar schon einen Hauptdarsteller: Tony Curtis. Da dieser dann jedoch mit den Dreharbeiten zum heutigen Film-Klassiker „Spartakus“ begann, verschwand die Filmidee in den Archiven der Studios. Bis Bestseller-Autorin Laura Hillenbrand im Jahr 2010 ihr Buch „Unbroken: A World War II Story of Survival, Resilience, and Redemption“ veröffentlichte und damit unzählige Leser zu Tränen rührte. Darunter auch Angelina Jolie, der das Buch im Jahr 2012 in die Hände fiel, als sie bereits mit dem Gedanken spielte, Louis Zamperinis Geschichte zu verfilmen:

Sie hat so ein wunderbares Buch geschrieben. Es war so gut recherchiert und so detailliert und hat vor allem auch dazu beigetragen, klarzustellen, dass dies nicht nur eine Geschichte ist, sondern eine Heldengeschichte. Es geht um die menschliche Seele, um Verbitterung und um den Glauben. Und als ich diese Buch gelesen habe, war ich einfach so berührt, weil ich denke, wir alle möchten an etwas glauben, das uns Hoffnung schenkt, das uns besser macht, und diese Geschichte tut genau das.“, so Angelina Jolie.

Getrieben von der Idee, Zamperinis Geschichte nach genau diesem Buch zu verfilmen, hieß es nun, auch Universal von dieser zu überzeugen. Und genau das sollte ihr durch harte Arbeit und viel Tränen und Schweiß gelingen. Nach 57 Jahren Suche nach dem perfekten Drehbuch und Zeitpunkt, war es die damals 37-jährige Angelina Jolie, die zuvor erst einen Film produzierte, die es schaffte, dass Universal der Verfilmung des Lebens von Louis Zamperini zustimmte.

Angelina Jolie und Louis Zamperini

Mindestens genauso bewegend wie der Film selbst ist allerdings auch die Beziehung zwischen Angelina Jolie und dem realen Louis Zamperini. Im Zuge der Dreharbeiten arbeitete Jolie nämlich nicht nur sehr eng mit Autorin Laura Hillenbrand zusammen, sondern auch mit Louis Zamperini selbst. Kurioserweise lebte dieser nur wenige Meter Luftlinie von ihrem Haus in Los Angeles entfernt. Von seinem Balkon hat er sogar einen direkten Blick aufs Anwesen der Schauspielerin. So viele Jahre suchte Jolie nach der perfekten Geschichte für ihren nächsten Film und letzten Endes lag der Ursprung dessen quasi direkt vor ihrer Haustür.

Zwischen der 38-jährigen Schauspielerin und dem fast 100 Jahre alten Zamperini entwickelte sich schnell eine sehr innige Beziehung, die dazu führte, dass aus dem Filmprojekt eine große Herzensangelegenheit wurde. Im Juli 2014 starb Zamperini jedoch im Alter von 97 Jahren an einer Lungenentzündung. Nicht nur für Angelina Jolie ein Schock, sondern auch auch für ihre Familie, wie sie mit Tränen in den Augen erzählt:

Selbst meine Kinder waren von seiner Geschichte so inspiriert. Sie haben Louis ein paar Mal getroffen und er hatte einen großen Einfluss auf sie. Meine Tochter Shiloh bestand darauf, zu seiner Beerdigung gehen zu dürfen. Es ist schwer zu sagen, von welchen Menschen man sich wünscht, dass sie deine Kinder beeinflussen, aber Louis war definitiv einer von ihnen. Er war so ein toller Vater. Er musste so viel durchmachen und hätte allen Grund gehabt, ein verbitterter und finsterer Mensch zu sein. Aber stattdessen war er voller Freude und sah in jedem das Beste. Und wie auch immer sein Leben gerade aussah, stand für ihn immer an erste Stelle, ein fürsorglicher Vater zu sein und seinen Kindern zu vermitteln, dass sie für jeden Moment ihres Lebens dankbar sein sollen.

Eine kleine Kritik

Dass Angelina Jolie ihr ganzes Herzblut in diesen Film, in das Vermächtnis des Louis Zamperini, steckte ist nicht abzustreiten und auch nicht zu übersehen. Manchmal wünschte man sich als Zuschauer im oftmals sehr von amerikanischem Pathos getragenen Film jedoch ein wenig mehr von eben beschriebener Herzenswärme. Mehr Einblicke ins Innere, ins Herz, in die Gedanken des Louis Zamperini – manchmal vielleicht weniger Licht auf die Seite des Soldaten, sondern mehr auf die des Menschen. Vielleicht ist es aber auch genau das, was die Stärke Zamperinis ausgemacht hat: Die Zurückhaltung – nicht die Unterdrückung – der Gedanken, der Gefühle, der Emotionen.

Entdecken Sie in unserer Fotoshow mehr zu Angelina Jolies Film Unbroken .

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