Vier Stunden hautnah: “Karl Lagerfeld – Mode als Religion”

am 10.08.2013 um 11:22 Uhr

Karl der Große, König Karl oder der Modepapst – Beinamen, die sich Karl Lagerfeld in seiner fast schon unvergleichlichen Lebensgeschichte hart erarbeitet hat. Zurecht, wie wir finden. Dass das auch viele andere so sehen und dass das mit Karl Lagerfeld und der Mode irgendwie schon einer Religion gleicht, wissen nicht nur seine eingefleischten Jünger, sondern auch eine Vielzahl von Wegbegleitern. Die Dokumentation „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“, die am 7. September 2013 ausgestrahlt wird, hat sich genau diesem Phänomen einmal angenommen.

Karl Lagerfeld ist nicht nur Chanel – die kreativen Finger von König Karl stecken auch hinter Kollektionen von Chloé, Fendi und Balmain; seine eigenen, unter seinem Namen, natürlich nicht zu vergessen. Während sich dieser Fakten schon diverse Dokumentationen angenommen haben, wollte die Journalistin Marina Neuen, die Karl Lagerfeld für ihre Dokumentation anderthalb Jahre begleitete, einer anderen Frage nachgehen: der nicht von der Hand zu weisenden Analogie von Mode und Religion. Und welches Studienobjekt eignet sich da besser als der Modepapst Karl Lagerfeld?

„Der wird Bischof!“

Dass dem nicht so ist und wohl auch nicht mehr sein wird, wissen wir. Aber dass die Wahrsagerin, die das vor ungefähr 80 Jahren seiner Mutter Elisabeth berichtete, mit ihrer Aussage nicht ganz so daneben lag, ist schon verblüffend. Karl Lagerfeld gehört bereits seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Köpfen, nicht nur im Fashion-Business, sondern auch im kulturellen Leben. Doch auch hier stellt sich die allseits beliebte Frage: Was hat Karl Lagerfeld, was andere nicht haben? Diese Frage versucht nicht nur König Karl in der Dokumentation „Mode als Religion“ zu beantworten, sondern auch Supermodels wie Claudia Schiffer und Linda Evangelista, sowie enge Mitarbeiter aus seinem Team.

Mode als Religion: Der Modepapst und seine Mode-Jünger

Private Einblicke in das nahezu von der Öffentlichkeit fern gehaltene Privatleben des größten Modeschöpfers aller Zeiten dürfen in einer vierstündigen Dokumentation natürlich nicht zu kurz kommen. All diejenigen, die schon immer einmal einen Blick in Karl Lagerfelds persönliche Fotoalben werfen wollten, werden hier auch belohnt. Interessanter scheint uns jedoch die Umsetzung eingangs aufgestellter Theorie: Die Parallelen zwischen Mode und Religion, die Frage, wie Mode-Tempel, Mode-Ikonen und eben auch der Modepapst das tägliche Fashion-Business beeinflussen und dazu beitragen, dass Mode-Gläubige auf dem gesamten Globus der Weltreligion Shoppen erliegen.

„Man kann ohne es leben.“

Wenn schon über Mode als Religion gesprochen wird, dürfen kleine Beichten natürlich nicht fehlen. Deswegen wird man in der Dokumentation „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“ auch folgende, faszinierend ehrliche Worte des Modepapstes vernehmen: „Man darf auch nicht vergessen, dass wir ein Produkt machen, das keiner braucht. Man kann ohne es leben. Man muss es also hinkriegen, dass die Leute bereit sind, sich dafür zu ruinieren, obwohl es unnötig ist.“

Wie man es auch dreht und wendet: Karl Lagerfeld hat seinen Platz im viel zitierten Mode-Olymp bereits unanfechtbar erklommen. Trotzdem sind auch wir gespannt auf „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“, auf vier satte Stunden hinter den Kulissen und auf weitere interessante Beichten. Die Dokumentation ist am 7. September 2014 auf VOX zu sehen.

Erste Einblicke in das Leben des Modepapstes Karl Lagerfeld gibt es in unserer Bildergalerie.

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