desired.de testet: Weingenuss mit Brangelina, Coppola und Jauch

am 27.05.2013 um 12:14 Uhr

Deutschland – ein Weinland. Vielleicht nicht ganz so typisch wie Frankreich und Italien, aber die Weinkenner und -macher vermehren sich auch bei uns blitzartig. Weintrinken ist ein Genussmoment, das die Menschen immer mehr zelebrieren und doch weiß man so wenig über die hohe Kunst des Schlürfens, Schmatzens, Gläserschwenkens und Spuckens. Die desired.de-Redakteurinnen Vanessa, Valentina und Silja nahmen vor Kurzem an einer Weinprobe teil mit der sympathischen TVINO-Sommelière Stephanie Döring und teilen hier ihre Erkenntnisse.

Wenn eine fachkundige Sommelière zur Weinverkostung ruft – und Stephanie Döring von TVINO rief sehr charmant –, dann kommen wir natürlich in Scharen. Also hieß es ab nach Berlin-Kreuzberg in ein stylisches Bürogebäude, die behelfsmäßigen, nicht ganz so professionellen, dafür aber sehr sympathischen und am Abend oft gehänselten Plastebecher wurden ausgepackt und schon konnte es losgehen.

Runde 1: Riesling

Mit viel Leidenschaft für guten Wein und die edlen Stücke, die die liebe Steffi uns zur Verkostung mitgebracht hatte, zeigte sie uns, wie man sich professionell von Sorte zu Sorte schlürfen kann und führte uns in die Welt des Weins ein. Stichwort: Riesling und Blindverkostung. Zu Anfang probierten wir einen Weißwein vom Weingut von Othegraven, Günther Jauchs Besitztum. Zum Einstieg perfekt, wie Steffi uns vermittelte, und auch gut, um die Plastebecher einzuweihen. Schnell versprühte der Wein einen sehr aufregenden Mix aus Süße und Säure. Besonders um nach einer langen Woche in Gang zu kommen, machte sich diese Sorte aufgrund der leichten Frische ganz hervorragend und stimmte uns gut auf die nächsten tollen Sorten ein.

Runde 2: Rosé – der Brangelina

Die Weißen schlossen wir mit dem Weingut Schätzel und Flaschen von Katharina Wechsler ab – Spargelweine und fruchtig-blumige Modelle –, die uns besonders gut schmeckten und nach denen die Runde schon mit Kichern und Blödeln anfing. Und dann kam das Highlight: der Brangelina-Wein „Miraval Rosé“ von Jolie-Pitt & Perrin. Das elegante Flaschen-Design, an dem Brad Pitt selbst mitgearbeitet haben soll, hatte uns schon beim Eintreten gleich in seinen Bann gezogen. Die bauchige Flasche mit dem weiblichen, französischen Charme sieht ungemein hochwertig aus. Die edle Roséfarbe des Weines, der darin schlummert, lädt zum Probieren ein und versprüht eine schöne Frühlings- und Sommernote.

Promi-Weine seien zwar etwas verschrien, meinte die fachkundige Sommelière, aber in diesem Fall ist ein Produkt herausgekommen, das sich wirklich schmecken lassen kann. Zu Recht waren die ersten Flaschen über die Website innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Steffi erzählte: „Es ist ein ganz toller Wein. Blumig, mega fruchtig, mit einem süßen Gefühl, fein, elegant, dieses Rosige – das ist echt schön.“ Ganze 2.000 Flaschen vertreibt TVINO exklusiv in Deutschland und hat bisher damit schon viel Erfolg gehabt. Wir müssen gestehen, auch wenn wir vorab etwas skeptisch waren, hat uns der Wein absolut überzeugt. Trotz verhaltener Vorfreude war dieser unser absoluter Liebling des Abends. Das leichte Bouquet, das durch Grapefruit, rote Beeren und Limetten zu hundert Prozent unseren kollektiven desired.de-Geschmack traf, war spritzig und erfrischend – genau das Richtige für den Freitagabend. Beide Daumen hoch!

Runde 3: Die Roten

Und über ging es zu den Rotweinen wie dem Heideboden von Hannes Reeh – Zitat der schwärmenden Steffi: „Da ist ganz viel los!“ –, die uns allerdings allesamt in unserer leicht angeschwipsten Laune etwas schwer erschienen, vor allem der „Männerwein“, wie Steffi ihn nannte: Puro von Dieter Meier, bekannt als Sänger der Elektro-Pop-Formation Yello. Sehr würzig, perfekt zu Steak und Grillen im Allgemeinen, wie uns die Expertin erklärte, sehr prächtig und vollmundig und uns Frauen etwas zu intensiv. Die Claret Diamond Collection von Francis Ford Coppola, ein heller Bordeaux, hingegen überzeugte uns  dann doch wieder durch seine feine Note. Zu dem Zeitpunkt wurden allerdings schon die Fotos schief. Etwas leicht Schokoladiges, Beeriges, Zartes brachte der Wein von Herrn Coppola mit und war neben einem äußerst delikaten Süßwein der Abschluss der Verkostung.

Zu diesem Zeitpunkt war es bereits schwierig, sich zu konzentrieren und Steffi musste die Runde aus zehn Mann öfter mal zur Raison rufen – allerdings immer mit einem Lächeln. Deswegen erntete sie auch tosenden Beifall am Ende und bereitete uns einen Abend der Superlativen – super Weine, super Verkostung, super Schwips.

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