Wie beantrage ich eine Kur
Susanne Falleram 16.11.2016

Sind körperliche und geistige Beschwerden so stark, dass sie mit einer normalen, hausärztlichen Versorgung nicht geheilt werden können, kann es sinnvoll sein, einen Antrag auf eine Kur zu stellen. Doch wie beantrage ich eine Kur? So einfach machen es einem die Krankenkassen natürlich nicht. Doch keine Sorge: In berechtigten Fällen verläuft ein Kurantrag in der Regel erfolgreich und ohne Probleme. Wir erklären Dir, was dafür nötig ist.

Manche Krankheit lässt sich nicht so einfach behandeln. In schwerwiegenden Fällen ist eine Kur nicht nur sinnvoll, sondern auch nötig. Sind nämlich alle Therapiewege ausgeschöpft und erfolglos geblieben, benötigt der Patient möglicherweise eine längere, intensivere ärztliche Betreuung und Rehabilitationszeit. Der stationäre Aufenthalt in einem Kurort oder eine ambulante Behandlung kann als Vorsorgemaßnahme bei Verdacht auf Ausbreitung einer Krankheit oder als Heilungsmaßnahme nach einer Erkrankung hilfreich sein. Wie beantrage ich eine Kur, die Körper und/oder Geist so dringend nötig hätten? Wir geben Dir eine kleine Anleitung mit Tipps und Tricks.

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Ruhe, Entspannung und völlige Genesung: Diesen Wellness-Effekt kann eine Kur mit sich bringen.

Schritt für Schritt: Wie beantrage ich eine Kur?

Um eine Kur beantragen zu können, ist zunächst eine genaue Rücksprache mit Deinem behandelnden Arzt nötig. Eine Kur wird nämlich erst dann verschrieben, wenn sämtliche andere Behandlungsweisen nicht angeschlagen haben. Genau gesagt verläuft das Beantragen einer Kur dann so:

1. Art der Behandlung mit einem Arzt festlegen und Kur beantragen

Zunächst einmal muss geklärt werden, welche Kur für Dich und Deine Beschwerden die beste wäre. Dient die Gesundheitskur als Präventivmaßnahme oder als Reha-Zeit nach einer Krankheit? Ist eine ambulante Behandlung ausreichend oder doch ein stationärer Aufenthalt nötig, zum Beispiel in einer Kurklinik? Welche Art der Behandlung ist am sinnvollsten? Soll es eine Kompaktkur oder zum Beispiel eine Mutter-Kind-Kur bzw. Familienkur werden? Welcher Kurort oder welches Rehabilitationszentrum ist am besten? Den Kurantrag stellst Du gemeinsam mit Deinem Arzt. Voraussetzung: Er ist dafür qualifiziert, denn nicht jeder Mediziner hat die fachliche Kompetenz dafür. Frag also lieber nochmal bei Deinem Arzt nach und lass Dir gegebenenfalls eine Empfehlung für einen ärztlichen Kollegen geben. Der Arzt muss die Notwendigkeit der Therapie ausreichend begründen.

2. Begutachtung und Bewilligung durch die Krankenkasse

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Ob Physiotherapie oder eine andere Behandlung sinnvoll ist, entscheidet die Krankenkasse.

Der Medizinische Dienst der Krankenkasse überprüft nun Deinen Antrag auf Genehmigung einer Kur. Auch ein Amtsarzt kann dies als neutrale Instanz übernehmen. Dazu wird die Krankenakte studiert, nur im Notfall auch nochmal eine körperliche Untersuchung angeordnet. Wird der Antrag abgelehnt, kannst Du Widerspruch einlegen. Bekommst Du grünes Licht für Deine beantragte Kur, entscheidet die Krankenkasse nun über den Kurort bzw. das Kurhotel oder Kurkrankenhaus und alle benötigten Behandlungen. Das kann eine Diät oder Sport sein bei körperlichen Beschwerden wie Adipositas, eine Physiotherapie nach schweren Verletzungen und Operationen, Massagen bei chronischen Verspannungen und Schmerzen, eine Psychotherapie als psychosomatische Kur bei Depressionen und anderen geistigen Erkrankungen oder andere klassische Kur-Treatments.

3. Kosten einer Kur: Die obligatorische Selbstbeteiligung

Es wäre ja auch zu schön, wenn die Krankenkasse mal alle Kosten für die Genesung übernehmen würde. Leider gibt es auch in diesem Fall Ausnahmen. Wer eine Kur beantragen will, der muss sich darüber im Klaren sein, dass es eine gewisse finanzielle Selbstbeteiligung gibt, zum Beispiel für:

  • Stationäre Aufenthalte in Kureinrichtungen (in der Regel 10 Euro pro Tag als private Zuzahlung)
  • Bei einer ambulanten Behandlung sind 10 Prozent der Kosten für die Kurmittel aus eigener Tasche zu bezahlen

Der Rest der Kur-Kosten liegt bei den verantwortlichen Leistungsträgern, also der Krankenkasse und in manchen Fällen der Rentenversicherung oder Unfallversicherung (beispielsweise bei Arbeitsunfällen).

Hast Du eine Kur erfolgreich beantragt, dann solltest Du sie innerhalb von vier Monaten antreten, damit der Anspruch nach der Frist nicht verfällt. Willst Du noch mehr zum Thema „Wie beantrage ich eine Kur“ wissen? Dann wende Dich an Deinen Hausarzt und an Deine Krankenkasse.

Bildquellen: iStock/Poike, iStock/AntonioGuillem, iStock/KatarzynaBialasiewicz


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