Wunde Brustwarzen
Judith Heineam 02.12.2016

Du leidest an schmerzenden, wunden Brustwarzen? Viele frischgebackenen Mamis haben zu Beginn der Stillzeit mit diesem Problem zu kämpfen. Damit Du wegen Deiner Beschwerden nicht vorzeitig abstillen musst, haben wir 10 Tipps gegen wunde Brustwarzen beim Stillen für Dich.

Schmerzen in der Brust

Schmerzende, wunde Brustwarzen sind bei stillenden Müttern keine Seltenheit.

Laut einer Umfrage des Bundesamtes für Risikobewertung klagen bis zu 96 Prozent der Frauen zu Beginn der Stillzeit über eine erhöhte Empfindlichkeit oder sogar Schmerzen im Bereich der Brustwarzen. Werden Deine Brustwarzen im Verlauf des Stillens immer sensibler, können sie wund oder rissig werden und sogar verkrusten beziehungsweise bluten.

Wie kommt es zu wunden Brustwarzen?

In den meisten Fällen leidet eine stillende Mutter unter wunden Brustwarzen, weil das Baby nicht gut genug an die Brust angelegt wird. Bereits beim ersten Schmerzempfinden solltest Du Dein Kind daher sofort wieder von der Brust nehmen und es erneut anlegen, sodass es gar nicht erst zu wunden Brustwarzen kommen kann. Mögliche Ursachen für Schmerzen beim Anlegen des Säuglings an die Brust gibt es mehrere:

  • Ungenügendes Erfassen der mütterlichen Brust
  • Ungünstige Stillhaltung der Mutter
  • Ungünstige Position des Babys
  • Falsche Saugtechnik des Kindes
  • Infektion der Brustwarzen
  • Besonderheiten im Mund des Kindes, z.B. ein zu kurzes Zungenbändchen

Nicht nur das falsche Anlegen des Babys kann Auslöser für wunde Brustwarzen sein, sondern unter anderem auch eine Brustentzündung wie Mastitis. Jedoch ist falsches Anlegen die häufigste Ursache für Schmerzen in der Brust.

Richtig Anlegen beim Stillen

Der häufigste Grund für wunde Brustwarzen: Das Baby wird nicht richtig an die Brust angelegt.

Wunde Brustwarzen: 10 Tipps gegen den Stillschmerz

Damit das Stillen für Dich und Dein Baby eine angenehme Erfahrung bleibt, können Dir diese Tipps gegen wunde Brustwarzen helfen.

#1 Regelmäßige Hygiene

Wasche Deine Brüste mindestens ein- bis zweimal täglich mit warmem Wasser und einer milden, pH-neutralen Seife. Spüle anschließend Deine Brustwarzen mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9%), um die Bildung eines gefährlichen Biofilms zu vermeiden. In diesem können sich ansonsten Krankheitserreger vermehren und die Wundheilung behindern. Die Lösung kannst Du online oder in der Apotheke bereits fertig kaufen.

#2 Stillpositionen wechseln

Lege Dein Kind in wechselnden Stillpositionen an, damit die Hauptbelastung der Brustwarzen beim Stillen variiert. Gibt es eine Position, in der Du schmerzfrei stillen kannst? Dann leg Dein Baby ruhig für eine Weile überwiegend in dieser Position an, um wunde Brustwarzen zu vermeiden.

#3 Stillhäufigkeit steigern

Damit Dein Nachwuchs weniger intensiv saugt, solltest Du häufiger Stillen als bisher.

#4 Anlegen minimieren

Warte mit dem Anlegen nicht, bis Dein Sprössling superhungrig auf Deine Muttermilch ist. Solltest Du dann nämlich mehrere Anläufe zum richtigen Anlegen brauchen, ist Dein Knirps möglicherweise besonders ungeduldig und wenig zimperlich im Umgang mit Deiner Brust.

#5 Für Entspannung sorgen

Lege Dein Baby am besten zuerst an Deine weniger schmerzende Brust an. Bestenfalls ist Dein Kind dann etwas entspannter und macht besser mit, wenn Du es an die schlimmere Seite anlegst.

Wunde Brustwarzen beim Stillen

Dein Baby sollte mehr als nur die Brustwarze in den Mund nehmen, bevor es zu saugen beginnt.

#6 Milchspendereflex frühzeitig auslösen

Löse Deinen Milchspendereflex möglichst schon vor dem Anlegen des Zwergs aus. Das gelingt Dir unter anderem mit Entspannungstechniken, einer Schulter-Nacken-Rücken-Massage, Rotlicht, einer warmen Dusche oder feuchtwarmen Wickeln auf der Brust sowie einer angenehmen Brustmassage mit zarten Berührungen der Brustwarzen und Warzenhöfe.

#7 Mundhaltung korrigieren

Dein Baby sollte mehr als nur die Brustwarze in den Mund nehmen, bevor es zu saugen beginnt. Möglichweise schließt Dein Kind den Mund daher also zu schnell. Um dies zu testen, drücke mit Deinem Zeigefinger auf das Kinn Deines Babys und sage „Mund auf!“. Vermutlich lernt Dein Nachwuchs mit der Zeit die Bedeutung der Worte. Lässt der Schmerz nach, war dies wohl der Auslöser für Deine wunden Brustwarzen.

#8 Stillen rechtzeitig beenden

Wenn Dein Kind nicht mehr saugt, Du es nicht mehr schlucken hörst oder Schmerzen in der Brustwarze verspürst, löse den Saugschluss! Schiebe dazu Deinen kleinen Finger in den Mundwinkel Deines Babys und nimm es von der Brust. Ziehe die Brustwarze nicht einfach aus dem Mund Deines Kindes – das kann schmerzhaft werden und fördert wunde Brustwarzen.

#9 Stillpause einlegen

Bei extremen Schmerzen beim Anlegen kannst Du vorübergehend eine Stillpause an der betroffenen Brust einlegen. Damit Du keinen Milchstau bekommst oder Deine Milchmenge abnimmt, entleere die Brust während der Pause ebenso häufig, wie Du vorher gestillt hast – von Hand oder mit einer Milchpumpe.

#10 Richtige Kleidung tragen

Trage luftdurchlässige Kleidung und verzichte Zuhause auf einen BH oder Stilleinlagen. So werden Stauungswärme und Druck auf Deine Brustwarzen vermieden. Für unterwegs solltest Du einen Brustwarzenschutz im BH tragen, damit Stilleinlagen oder Dein BH nicht an Deinen Brustwarzen festkleben.

Gelingt Dir das Anlegen Deines Babys trotz unserer Tipps nicht ohne Schmerzen, solltest Du schnellstmöglich Deine Hebamme oder Deinen behandelnden Arzt um Rat fragen. Sie beraten Dich individuell und zeigen Dir, wie Du Dein Kind besser anlegen kannst, beziehungsweise klären die Ursachen für wunde Brustwarzen, wenn falsches Anlegen nicht Auslöser der Schmerzen sein sollte.

Bildquellen: iStock/evgenyatamanenko, iStock/AndreyPopov, iStock/razyph, iStock/taramara78

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