Ansätze und Unterschiede: Integrative Kita

Es gibt viele verschiedene Arten von Behinderung: Taubheit, Blindheit, Lähmung oder gar eine geistige Behinderung. Behinderte gibt es viele, doch leider haben die meisten Menschen Berührungsängste im Umgang mit ihnen. Integrative KiTas bzw. Kindergärten versuchen dem schon im Kindesalter entgegenzuwirken und mischen in ihren Gruppen behinderte und gesunde Kinder.

In integrativen KiTas wird jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen gefördert

In einer integrativen KiTa erlernen Kinder schon früh ein verständnisvolles Miteinander

Behinderte Menschen sind im Alltag oftmals benachteiligt: Da treffen Rollstuhlfahrer auf Treppenstufen, taube Menschen treffen oft auf Unverständnis und Blinde können nicht einfach mal so ins Kino gehen. Das allergrößte Problem aber scheinen die Berührungsängste gesunder Menschen zu sein. Sie wissen oftmals nicht, wie man „normal“ mit Behinderten umgehen sollte – ob das nun bewusst oder unbewusst geschieht sei jetzt mal dahingestellt. Und genau dort setzen integrative KiTas bzw. Kindergärten an: In diesen Einrichtungen teilen behinderte und nicht behinderte Kinder ihren Alltag. Integrativ heißt dabei so viel wie „zusammenführen“. Die Kinder lernen, spielen und streiten zusammen und lernen ganz schnell, dass es ganz normal ist anders zu sein.

Ausgangspunkt integrativer KiTas

In einer integrativen Kindertagesstätte steht grundsätzlich das Kind, sei es nun behindert oder nicht, mit seinen Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen an erster Stelle. In einer Integrativen KiTa wird Wert auf die Entwicklung geistiger und körperlicher Individualität, Kreativität eines jeden Kindes gelegt. Selbstbewusstsein, sowie die Fähigkeit zu respektvollem und menschlichem Umgang miteinander soll vermittelt werden. Kinder lernen in einer Integrativen KiTa offen mit Behinderungen umzugehen und den Anderen mit seiner individuellen Persönlichkeit anzunehmen und zu akzeptieren. Das Kind soll es als Selbstverständlichkeit hinnehmen, dass Spielkameraden unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten, Tempo, Leistungsfähigkeiten oder Therapien haben. Alle Kinder profitieren von dieser Situation in einer Integrativen KiTa und haben somit besondere Stärken im sozialen Lernen. Kinder sollen verstehen, dass auch anders erscheinende Menschen – egal ob behindert oder nicht – im gewissen Sinne genau so sind wie man selbst.

Wie sind integrative KiTas aufgebaut?

Für die Praxis in der integrativen KiTa bedeutet die Integration auch, einen besonderen Betreuungsschlüssel zu haben, um allen Kindern der KiTa gerecht zu werden. In einer Gruppe der integrativen KiTa findet sich immer nur eine bestimmte Anzahl behinderter Kinder, meistens zwischen zwei und fünf Kindern – je nach Schwere der Behinderung. Um allen Kindern gerecht zu werden, stehen mehr Erziehende zur Verfügung. Normalerweise gehören dazu auch Heilerzieher oder Sonderpädagogen. Auch Zivildienstleistende oder junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, unterstützen häufig integrative KiTas. In einer Integrations-KiTa wird darauf geachtet, dass allen Kindern die Förderung zukommt, die sie brauchen und ihnen die Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird, die ihnen gerecht wird. Da die Kinder mit Beeinträchtigung mitunter ganz gezielte Unterstützung brauchen, finden nicht alle Angebote für die gesamte Gruppe statt. Zwar verbringen die Kinder einer i-KiTa die meiste Zeit gemeinsam, aber regelmäßig gibt es auch Phasen, in denen individuelle Betreuung stattfindet.

Was bieten integrative KiTas?

In vielen Integrativen KiTas werden neben den Beschäftigungsmöglichkeiten in den gemischten Gruppen verschiedene Therapien für die Kinder mit einem Integrationsplatz angeboten.

Da wäre zum ersten die Sprachtherapie, die von einem Logopäden durchgeführt wird. In einer Sprachtherapie werden Laute, Satzbau, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis, Gebärden und die Mundmotorik in unterschiedlicher Form gefördert. Meistens dürfen auch Kinder ohne Behinderung mit zur Sprachtherapie um zu sehen,
was ihre Freunde dort spielen und üben.

Die Bewegungstherapie bzw. Motopädie („Bewegung und Seelenleben in Einklang bringen“) wird in den meisten Integrativen KiTas angeboten. In der Motopädie steht das Erleben und Bewegen durch freies, ungebundenes Handeln des Kindes im Vordergrund. Das Kind lernt eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und zu akzeptieren. Die Therapiestunden werden psychomotorisch in Phantasiegeschichten verpackt, so dass sie Kinder die
Fördermaßnahmen im freien Spiel erleben ohne dass Leistungsdruck entsteht.

Die Ergotherapie (Beschäftigungstherapie) beschäftigt sich mit Anwendungen Therapie von Störungen der Motorik, der Sinnesorgane und der geistigen und psychischen Fähigkeiten. Durch Ergotherapie können Kinder lernen, möglichst gut in Dingen des lebenspraktischen Alltags zurecht zu kommen. Das bedeutet einerseits Selbständigkeit bei Verrichtungen wie Essen und Trinken oder beim An- und Auskleiden, sowie sich mit Freude und sicher zu bewegen.

In i-KiTas ist es nicht so, dass das Tempo und die Angebote an das schwächste Gruppenmitglied angepasst wird, sondern großgeschrieben wird, dass sich jedes Kind nach seiner Schnelligkeit, seinen Interessen und seiner Persönlichkeit entwickelt und an Angebote teilhaben kann. Das Vorurteil, dass nichtbenachteiligte Kinder in einem Integrations-Konzept in ihren Entwicklungsfortschritten gebremst werden, kann sich nicht bewahrheiten.

Integrative KiTas bieten sowohl für Kinder mit Behinderungen, als auch für “normale” Kinder einen Vorteil. Kinder mit Behinderungen werden in integrativen KiTas so akzeptiert wie sie sind und Kinder ohne Behinderungen lernen von klein auf ihre Mitmenschen so zu akzeptieren, wie sie sind.

Bildquelle: Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • Anke81 am 07.07.2014 um 10:06 Uhr

    Find den Ansatz der integrativen KiTa klasse, da lernen die Kleinen gleich von Anfang an, dass es unterschiedliche Menschen gibt und können gar nicht erst Berührungsängste entwickeln.

    Antworten
  • Susy_Star am 05.06.2014 um 10:19 Uhr

    Kinder sind ja meist offen für alles und einfach nur neugierig, da ist so ein integrativer Kindergarten doch wirklich eine tolle Sache 🙂

    Antworten
  • DarkwinaDuck am 15.10.2013 um 11:38 Uhr

    Ich finde, die integrative Kita ist eine geniale Idee! Kinder mit und ohne Behinderung können eine Menge voneinander lernen!

    Antworten
  • diegutemiene am 20.10.2011 um 12:28 Uhr

    Gibt es da schon soviele, die das machen?

    Antworten
  • Pippilotta80 am 28.09.2011 um 09:34 Uhr

    ich finde das konzept der integrativen kita toll, behinderte menschen werden viel zu viel aus der 'normalen' gesellschaft ausgeschlossn werden, das ist echt ne gute sache, halte ich für sehr unterstützenswert.

    Antworten
  • mami_2_be am 24.11.2010 um 15:21 Uhr

    Ich finde eine integrative KiTa ist eine tolle Möglichkeit früh Rücksicht und Toleranz zu lernen.

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