Inkubator

Brutkasten: Stark werden wie im Mutterleib

Katharina Meyeram 21.03.2014 um 14:52 Uhr

Eine Frühgeburt ist die große Angst jeder Mutter. Ein Baby, das noch vor der 34. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt, muss für gewöhnlich in den Brutkasten. Diese kleine Intensivstation für Frühchen ähnelt den Bedingungen im Mutterleib und hilft Deinem Kind so, sich unter optimalen Gegebenheiten weiterzuentwickeln. Doch was genau tut der Brutkasten für Dein Baby?

Bei dem Brutkasten, auch Inkubator genannt, handelt es sich um einen durchsichtigen, geschlossenen Kasten, der oft aus Plexiglas besteht, und der den Bedingungen im Mutterleib nachempfunden ist. An der Seite befinden sich zwei Öffnungen mit nach innen gerichteten Manschetten, durch die Eltern, Ärzte und Pflegepersonal durchgreifen können, ohne dass Raumluft in den Brutkasten gelangt. Zudem ist der Brutkasten mit technischen Vorrichtungen ausgestattet, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffgehalt im Inneren regulieren. Bei einem modernen Brutkasten funktioniert dies automatisch. Sonden auf der Haut des Babys übermitteln Körpertemperatur und andere Vitalfunktionen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sehr kleine Frühchen, deren Saug- und Schluckreflex noch nicht entwickelt ist, über einen Kunststoffkatheter im Nasenloch künstlich zu ernähren.

Frühchen im Brutkasten

Im Brutkasten kann Dein Frühchen groß und stark werden.

Brutkasten: Die Vorteile für Dein Baby

Der Brutkasten bietet dem Frühchen eine warme, feuchte und vor allem sterile Umgebung. Die braucht es, um die Entwicklung nachzuholen, die es im Mutterleib verpasst hat und um so schnell wie möglich groß und stark zu werden. Der Schutz vor Infektionen ist nur einer der Vorteile, die der sterile Brutkasten bietet. Im Inkubator werden der Herzschlag und die Atmung des Babys überwacht. Die meisten Frühchen sind noch nicht in der Lage, selbstständig zu atmen, da die Lungenflügel noch nicht vollständig entwickelt sind. Das Personal der Frühchenstation kann die Körperfunktionen der Frühgeborenen auf Monitoren überwachen und bekommt ein Signal, sobald etwas nicht in Ordnung ist. Diese ständige Überwachung ist wichtig, damit den Kleinen nichts passiert und damit das Personal schnell reagieren kann. Der Brutkasten reguliert zudem die Temperatur und Luftfeuchtigkeit und stimmt diese perfekt auf die Bedürfnisse des Babys ab. Eine gleichbleibend warme Umgebung ist wichtig, da das Frühchen seine Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren kann. Es besitzt noch keine ausreichende Fettschicht und hat vor allem einen Mangel an braunem Fettgewebe, das bei ausgereiften Babys die wichtigste Quelle für Wärmeenergie ist. Auch wenn das Baby gereinigt wird, sollte also ein Wärmestrahler benutzt werden, damit es nicht auskühlt. Da Babys einen Großteil der Körperwärme über den Kopf abgeben, sollte das Baby auch im Brutkasten auf jeden Fall eine Mütze tragen. Ansonsten reicht eine speziell für Frühchen entwickelte Windel als Bekleidung aus. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Brutkasten verhindert, dass die dünne und rissige Haut der Frühchen austrocknet.

Was braucht Dein Baby im Brutkasten?

Viel Schlaf ist für das Baby im Brutkasten ausgesprochen wichtig. Grelles Licht und Lärm sollten daher weitestgehend vermieden werden. Es hilft schon, wenn jeder Brutkasten mit einer eigenen Lampe mit Dimmfunktion ausgestattet ist. Eine Schutzbrille und eine gepolsterte Abdeckung bieten zusätzlichen Schutz vor Helligkeit und Lärm. Wenn das Personal der Frühchenstation ein Kind im Brutkasten untersuchen möchte, kann es dies durch die Öffnungen für die Hände tun. Babys werden im Brutkasten häufig auf den Bauch gelegt. Diese Position fördert die Atmung und den Schlaf und verhindert Bewegungen, die viel Energie kosten. Hier muss die Mutter sich jedoch nicht um das Risiko eines plötzlichen Kindstod sorgen, da sich die Frühchen unter ständiger Beobachtung des Pflegepersonals befinden. Die Schlafposition des Babys wird zudem häufig geändert und mit Keilkissen, Nackenrollen oder Körnerkissen fixiert, damit das Baby bequem liegt und sich der noch weiche Kopf nicht verformen kann. Manchmal ist der Brutkasten sogar mit einem kleinen Wasserbett ausgestattet, das sich perfekt an den Körper des Neugeborenen anpassen kann.

Was kannst Du für Dein Baby im Brutkasten tun?

Studien belegen, dass viel Körperkontakt dem Frühchen dabei hilft, schnell an Gewicht zuzulegen um so möglichst bald groß und stark zu werden. Selbst wenn das Baby den Brutkasten nicht verlassen darf, kannst Du es Deinen Finger halten lassen, oder ihm behutsam die Hand auf das kleine Köpfchen legen. Hygiene und regelmäßiges Händewaschen sind sehr wichtig, um das Frühchen vor Infektionen zu schützen. Mutter und Vater sollten daher nach Möglicheit öffentliche Verkehrsmittel und Menschenmengen meiden und bei einer Erkältung oder einer anderen Erkrankung zusätzlich einen Mundschutz tragen, wenn sie ihr Kind am Brutkasten besuchen. Auch leises Zureden oder Vorsingen hilft dem Baby, sich zu beruhigen und wirkt sich dadurch positiv auf die weitere Entwicklung aus. Viele Eltern nehmen sogar eine Kassette mit ihren Stimmen auf, da sie nicht dauerhaft bei ihrem Baby sein können, oder legen ein Kissen mit ihrem Geruch in den Brutkasten. So kann das Kind auch im Brutkasten schon eine Beziehung zu Mama und Papa aufbauen. Auf Parfüm sollten die Eltern dabei jedoch verzichten.

Der Brutkasten sorgt dafür, dass Dein Frühchen den Entwicklungsrückstand in einer optimalen Umgebung aufholen kann. Durch die moderne Technik haben auch sehr kleine Frühgeborene heutzutage eine hohe Überlebenschance. Der sogenannte Inkubator hilft dabei, dass Dein Baby schnell groß und stark wird. Aber auch Du kannst Deinem Baby die Zeit im Brutkasten so angenehm wie möglich machen.

Bildquelle: Thinkstock/metinKiyak

Kommentar (1)

  • Meine Schatz war ja auch eine Weile im Brutkasten. Das ist schon erschreckend, aber man hat sich auch dran gewöhnt. Ich war jedoch richtig froh, als mein Baby dann mit nach Hause durfte!


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