Elternzeit – Die erste Zeit mit Deinem Kind

Wer ein Baby bekommt, möchte sich ihm meist in den ersten Lebensmonaten oder -jahren voll und ganz widmen. Die Elternzeit gibt frisch gebackenen Müttern und Vätern deshalb die Möglichkeit, eine berufliche Auszeit zu nehmen, um ihr Kind selbst zu Hause zu betreuen. Ein Wiedereinstieg in den Beruf wird dabei in den gesetzlichen Regelungen zur Elternzeit ausdrücklich berücksichtigt. Du musst Deinen Beruf also keineswegs aufgeben, wenn Du Erziehungsurlaub nimmst, um in der ersten Zeit mit Deinem Baby zu Hause bleiben.

In Deutschland ist die Elternzeit gesetzlich geregelt. Beide Elternteile haben die Möglichkeit, nach der Geburt eines Kindes bis zu dessen vollendetem dritten Lebensjahr eine gesetzliche Elternzeit zu nehmen, um das Kind zu Hause zu erziehen und zu betreuen. Die Elternzeit kann bis zu drei Jahre betragen. Es ist möglich, dass nur ein Elternteil die Elternzeit in Anspruch nimmt. Die Eltern können sich bei der Elternzeit aber auch abwechseln oder gleichzeitig eine berufliche Auszeit nehmen. Für die Mutter beginnt die Elternzeit frühestens nach dem Mutterschutz, also acht Wochen nach der Geburt des Babys, für den Vater kann die Elternzeit auch mit der Geburt des Kindes beginnen.

Elternzeit: Eltern gehen mit ihren zwei Kindern spazieren.

Die Elternzeit steht Dir gesetzlich zu und darf von Deinem Arbeitgeber nicht verweigert werden.

Flexible Regelungen der Elternzeit

Um möglichst vielen Familienmodellen gerecht zu werden, hat der Gesetzgeber Eltern die Möglichkeit eingeräumt, die Elternzeit flexibel aufzuteilen. So können sich die Elternteile in der Elternzeit abwechseln. Seit 2007 ist es auch möglich, die Elternzeit gleichzeitig mit dem Partner zu nehmen. So können Eltern beispielsweise während der ersten beiden Lebensjahre des Kindes gemeinsam zu Hause bleiben und die verbleibenden zwölf Monate der Elternzeit anschließend nach Bedarf einteilen. Die so verbliebenen zwölf Monate müssen allerdings bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes aufgebraucht sein. Danach besteht keine Möglichkeit mehr, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Um eine gewisse Planungssicherheit für den Arbeitgeber zu gewährleisten, müssen beide Elternteile sich allerdings auch bei einem flexiblen Elternzeitmodell bereits bei der Anmeldung für die ersten zwei Jahre nach Beginn der Elternzeit festlegen. Da die Elternzeit für die Mutter frühestens nach dem Ende des Mutterschutzes beginnt, bedeutet das, dass sie sich für die Zeit bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres ihres Kindes für ein Elternzeit Modell entscheiden muss.

Wie und wann muss die Elternzeit angemeldet werden?

Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber angemeldet werden. Die Anmeldung kann mündlich erfolgen, muss vom Arbeitgeber aber innerhalb der Siebenwochenfrist schriftlich bestätigt werden. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist übrigens nicht erforderlich, sofern die Elternzeit rechtzeitig angemeldet wird: Er darf die berufliche Auszeit nicht verweigern. Wird die Elternzeit weniger als sieben Wochen vor Beginn angemeldet, muss der Arbeitgeber allerdings zustimmen. Tut er das nicht, muss der Beginn der Elternzeit entsprechend verschoben werden. Der Gesetzgeber möchte so auch dem Arbeitgeber die Chance geben, sich rechtzeitig auf den Ausfall einzustellen und eine Vertretung für die Elternzeit einzustellen.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber während der Elternzeit?

Mit der fristgerechten Beantragung der Elternzeit übernimmt der Arbeitgeber einige Pflichten gegenüber seinem Angestellten. So muss er die angemeldete Elternzeit zum Beispiel bescheinigen. Zudem besteht mit der Anmeldung, frühestens aber acht Wochen vor dem Beginn der Elternzeit, ein Sonderkündigungsschutz. Der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis während dieser Zeit nur in besonderen Ausnahmefällen kündigen – beispielsweise bei schweren Straftaten oder schweren Verstößen gegen den Arbeitsvertrag durch den Arbeitnehmer. Nach dem Ende der Elternzeit muss der Arbeitnehmer zu den gleichen Bedingungen wie vor der Elternzeit weiterbeschäftigt werden. Dies gilt vor allem im Hinblick auf das gezahlte Gehalt und die Arbeitszeiten. Nur wenn sich die betrieblichen Arbeitsbedingungen auch für alle anderen Beschäftigten in der Zwischenzeit geändert haben, darf das Arbeitsverhältnis entsprechend angepasst werden. So ist der Arbeitgeber also in der Regel verpflichtet, denselben oder einen vergleichbaren Arbeitsplatz bis zum Ende der Elternzeit offen zu halten, damit die Eltern problemlos in ihren Beruf zurückkehren können. Selbstverständlich ist es möglich, sich im Vorfeld auf ein anderes Arbeitzeitenmodell nach der Elternzeit zu einigen, falls die Mutter zum Beispiel nur in Teilzeit wieder in ihren Beruf einsteigen möchte. Wirst Du während der Elternzeit erneut schwanger, kann es außerdem aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, die Elternzeit vorzeitig zu beenden und im Mutterschutz erneut zu beantragen. In vielen Fällen ist das Mutterschutzgeld höher als das Elterngeld, das während der ersten zwölf Monate der Elternzeit in Anspruch genommen werden kann. Um die Elternzeit vorzeitig zu beenden, ist es ausreichend, wenn Du Deinen Arbeitgeber während der Elternzeit darüber informierst. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich, damit das Beschäftigungsverhältnis wieder in Kraft tritt. Eine erneute Beantragung der Elternzeit ist dann im Mutterschutz wieder möglich.

Berufstätigkeit während der Elternzeit

Viele Väter und Mütter möchten auch während der Elternzeit einige Stunden arbeiten, um den Kontakt zum Berufsleben nicht ganz zu verlieren und die Haushaltskasse aufzubessern. Die gesetzliche Elternzeitregelung erlaubt eine Teilzeitbeschäftigung von maximal 30 Wochenstunden. Wenn beide Elternteile gleichzeitig in Elternzeit gehen, dürfen sie gemeinsam bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiten. Bei einer freiberuflichen oder selbständigen Tätigkeit muss ebenfalls eine schriftliche Erklärung darüber abgegeben werden, dass die freiberufliche oder selbständige wöchentliche Arbeitszeit 30 Stunden nicht übersteigt.

Elternzeit für Patchworkfamilien

Das Modell der Patchworkfamilie ist heute immer häufiger anzutreffen. Dem hat der Gesetzgeber Rechnung getragen, indem er die Regelung der Elternzeit auch auf adoptierte Kinder oder Pflegekinder ausweitet. Wichtig ist dabei, dass die Person, die die Elternzeit in Anspruch nehmen möchte, mit dem Kind in einem Haushalt lebt, es überwiegend selbst betreut und dazu die Zustimmung des sorgeberechtigten Elternteils hat. Auch wenn ein Partner ein Kind aus einer früheren Beziehung mitbringt und somit keine leibliche Verwandtschaft besteht, kann Elternzeit beantragt werden. Bei einer Elterngeldstelle können Patchworkfamilien sich umfassend über Möglichkeiten zur Elternzeitregelung informieren.

Die Elternzeit gibt Müttern und Vätern die Möglichkeit, nach der Geburt ihres Kindes eine berufliche Auszeit zu nehmen und sich der Kindererziehung zu widmen. Die Rahmenbedingungen der Elternzeit sind gesetzlich geregelt und dürfen von beiden Elternteilen in Anspruch genommen werden. So kannst Du Dich auch gemeinsam mit Deinem Partner nach der Geburt erst einmal auf Dein Baby konzentrieren, ohne Deine berufliche Perspektive aufgeben zu müssen.


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Was denkst du?

  • Pflaumenmus86 am 20.03.2013 um 11:40 Uhr

    Ich finde es so traurig, dass in der heutigen Gesellschaft die Elternzeit gezwungenermaßen immer kürzer wird. Klar, manche Mütter möchten früh wieder arbeiten, aber viele müssen ihr Kind viel früher als sie wollen in fremde Pflege geben, um wieder arbeiten zu können. Ich finde, dass für Familien immer noch viel zu wenig getan wird.

    Antworten
  • DunjaDu am 13.02.2013 um 11:38 Uhr

    Für mich war die Elternzeit sehr wichtig. Ich wollte mich voll und ganz auf Mia konzentrieren, deshalb wollte ich sie ja haben.

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  • Woody11 am 20.09.2011 um 19:53 Uhr

    Elternzeit ist toll, aber der schriftliche Anteil dabei, wie auch das Elterngeld ist schier eine Katastrophe. Man wird stellenweise ganz schön im Regen stehen gelassen.

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  • kruemelmamma am 28.01.2011 um 11:07 Uhr

    Die Elternzeit ist echt eine tolle Regelung. Dadurch hat man am Anfang ganz viel Zeit sich einzuleben als Familie und dem Kleinen ganz viel Aufmerksamkeit zu widmen.

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