Verspannung

Blockade: Wenn Dein Baby dauernd schreit…

Katharina Meyeram 13.05.2015 um 09:45 Uhr

Wenn Du als frischgebackene Mami mit Deinem kleinen Schatz das Krankenhaus verlässt, kommen einige Veränderungen auf Dich zu. Natürlich musst Du Dich erst einmal in den neuen Alltag mit Baby hinein finden. Umso schwieriger ist es, wenn Dein Kind scheinbar ununterbrochen und ohne erkennbaren Grund schreit und auch das Stillen nicht so richtig klappt. Grund dafür kann eine Blockade sein, die ein Osteopath auf sanfte Weise schnell wieder lösen kann.

Ganz sicher hast Du Dich in den letzten Wochen Deiner Schwangerschaft schon auf schlaflose Nächte eingestellt, in denen Dein Kind Dich regelmäßig aus den Federn schreit, weil es Hunger hat oder seine Windel nass ist. Wenn Dein Schatz jedoch ununterbrochen weint und sich auch nicht beruhigen lässt, raubt das frischgebackenen Eltern allerdings nicht nur den Schlaf, sondern oft auch den letzten Nerv. Anscheinend will Dein Baby weder trinken, noch hat es eine volle Windel und auch sonst kannst Du beim besten Willen nicht herausfinden, was dem Kleinen fehlt. Der erste Weg bei solchen Problemen sollte natürlich zum Kinderarzt führen. Dieser stellt unter Umständen fest, dass Dein Baby eine sogenannte Blockade hat, und schickt Dich zu einem Osteopathen. Bei dieser ganzheitlichen Therapiemethode wird der Körper des kleinen Patienten abgetastet, denn eine Blockade in der Wirbelsäule oder der Halsmuskulatur kann der Grund dafür sein, warum Dein Baby Dich Nacht für Nacht so auf Trab hält.

Wie kannst Du eine Blockade behandeln?

Wenn Dein Baby oft schreit, den Kopf bevorzugt zu einer Seite geneigt hält und die Arme häufig nach oben reißt, kann es an einer Blockade leiden.

Wie entsteht eine Blockade beim Baby?

Eine Blockade kann beim Baby auf zwei verschiedene Arten entstehen. Entweder handelt es sich um eine vorgeburtliche Schädigung, die daher rührt, dass das Baby in der Gebärmutter zu wenig Platz hat und in einer nicht optimalen Position liegt, oder die Strapazen während der Geburt selbst sorgen dafür, dass sich in der Halswirbelsäulenmuskulatur eine Verspannung bildet, die das Baby nicht von alleine wieder rückgängig machen kann. Ein erhöhtes Risiko für eine vorgeburtliche Blockade besteht bei Mehrlingsschwangerschaften, Anomalien der Gebärmutter oder Unfällen im Bauch- und Beckenbereich der werdenden Mami während der Schwangerschaft. Während der Geburt sind vor allem erhöhte Druckverhältnisse, lange Pausen zwischen den Wehen, nötige Lageveränderungen des Kindes oder Hilfsmittel wie eine Geburtszange oder Vakuumpumpe für eine solche Blockade verantwortlich. Da auch das Baby bei der Geburt unter großem Stress steht, kann es sein, dass es sich verspannt und auf diese Weise eine Deformation entsteht, die bei Nichtbehandlung mehrere Probleme mit sich führen kann.

Wie erkennst Du eine Blockade beim Baby?

Bei sehr starken Formen einer solchen Blockade wird der Arzt schnell feststellen, dass mit dem Hals Deines Kindes etwas nicht in Ordnung ist. Ein muskulärer Schiefhals oder – wie es heute genannt wird – das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) kann die Folge einer ungünstigen Lage in der Gebärmutter oder der genannten Schwierigkeiten bei der Geburt sein. Oftmals sind Blockaden jedoch nicht direkt sichtbar, sondern machen sich durch mehrere nicht immer eindeutige Symptome bemerkbar. Wenn Dein Baby viel schreit und sich Probleme beim Stillen zeigen, es sich zum Beispiel bei dem Versuch es anzulegen überstreckt und immer wieder den Kopf wegzureißen scheint, kann Dein Schatz an einer solchen Blockade leiden. Auch wenn Dein Baby im Bettchen liegt, kannst Du eine Blockade erkennen. Dann liegt es nämlich häufig nicht entspannt und gerade, sondern zu einer Seite hin gekrümmt, bewegt oft die Arme und Beine hektisch und lässt sich auch beim Hochnehmen nur schwer oder gar nicht beruhigen.

Bei einer Blockade kann sich der Kopf verformen

Wenn Dein Baby eine Blockade hat, ist der Kopf bevorzugt zu einer Seite geneigt, sodass das Anlegen auf einer Seite meist besser klappt, als auf der anderen. Durch die einseitige Kopfhaltung kann jedoch der Schädel hinten abflachen und sich verformen. Dies ist oft das erste wirklich wahrnehmbare Zeichen, dass eine Blockade Schuld an den Problemen sein kann. Gerade Frauen, die zum ersten Mal ein Baby bekommen, sind zunächst sehr verunsichert, wenn ihr Baby sich so verhält. Sie suchen die Schuld erst einmal bei sich selbst oder beim Stillen, stellen auf Flaschennahrung um und zu den Schrei- und Stillproblemen gesellen sich dadurch auch noch Ernährungsschwierigkeiten. Dabei ist eine Blockade bei Babys eigentlich leicht in den Griff zu bekommen.

Wie kann eine Blockade behandelt werden?

Der wirksamste Weg, um eine Blockade beim Baby zu behandeln, ist der Weg zu einem Osteopathen. Bei der Osteopathie handelt es sich um eine ganzheitliche Therapiemethode, die davon ausgeht, dass der menschliche Körper eine Einheit bildet, deren Strukturen in ständiger Bewegung sind und einen harmonischen Fluss bilden. Ist dieser an einer Stelle gestört, spricht der Osteopath von einer Blockade. Bei Säuglingen befindet sich diese meist im Schädel- oder Halswirbelbereich. Da der Bewegungsfluss durch die Verspannung von Muskel oder Wirbel gestört ist, entstehen Symptome, die in erster Linie nichts mit der Wirbelsäule zu tun zu haben scheinen, wie das ständige Schreien oder die Probleme beim Stillen. Auch Verdauungsprobleme können durch eine Blockade entstehen. Der Osteopath wird Dein Baby daher zunächst einmal genau abtasten. Seine Aufgabe besteht darin, Gewebespannungen und Bewegungseinschränkungen durch die Berührung festzustellen und sie sanft mit den Händen zu lösen. Im Prinzip wird er Dein Baby also in einer Therapiestunde vorsichtig massieren, um die Verspannung zu lösen. Oft helfen schon ein bis zwei Sitzungen, um die Blockade zu lösen und die ganzen Probleme, die mit ihr einhergehen, schnell in den Griff zu bekommen.

Eine Blockade behandeln: Wie finde ich einen Osteopathen?

Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, eine Blockade zu erkennen, sind die Erfolgschancen der Behandlung durch einen Osteopathen sehr gut. Da die Ausbildung für die Therapiemethode jedoch in Deutschland noch nicht gesetzlich geregelt ist, gibt es einige Unterschiede in der Qualität. Beim Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) kannst Du Dich informieren, wo es in Deiner Nähe einen qualifizierten Heilpraktiker gibt. Um eine Blockade bei Deinem Baby behandeln zu lassen, solltest Du auch darauf achten, dass der behandelnde Osteopath eine Zusatzqualifikation für Babys und Kinder besitzt. Leider zahlen die meisten gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung derzeit noch nicht, sodass eine Therapiestunde mit 50 bis 120 Euro zu Buche schlagen kann. Informiere Dich am besten im Vorfeld, ob Deine Kasse die Behandlung übernimmt!

Wenn Dein Kind scheinbar ohne Grund schreit und sich beim Stillen verkrampft, kann eine Blockade der Halswirbelsäulenmuskulatur Schuld sein. Diese kann bereits im Mutterleib entstehen, wenn eine ungünstige Liegeposition für eine Verspannung sorgt, doch auch Schwierigkeiten während der Geburt können eine Blockade auslösen. Doch keine Angst, ein Osteopath kann Deinem Schatz und Euch gestressten Eltern schnell helfen, sodass schlaflose Nächte bald der Vergangenheit angehören dürften!

Kommentar (1)

  • mind_games am 07.05.2015 um 15:37 Uhr

    Meine Kleine hatte auch eine Blockade. Gut, dass man das relativ einfach behandeln kann!