Babypuder krebserregend
Nina Rölleram 30.05.2017

Bei Kosmetikprodukten für Babys erwarten wir eigentlich, dass sie möglichst hautschonend sind und auf keinen Fall eine Gesundheitsgefahr darstellen. Leider ist dies bei vielen Produkten aber nicht der Fall. Erst kürzlich standen wieder Produkte im Verruf, die Mineralöl enthalten, wie diese Lippenpflegestifte. Aber auch ein weiterer beliebter Inhaltsstoff gilt mittlerweile als umstritten: Talkum, das vor allem in Babypuder enthalten ist, steht im Verdacht krebserregend zu sein. Was Wissenschaftler dazu sagen und ob du daher lieber auf Babypuder verzichten solltest, erfährst du hier.

Babypuder krebserregend

Babypuder ist auf jedem Wickeltisch zu finden, könnte jedoch schädlich für dein Baby sein.

Bekam diese Frau aufgrund von Babypuder Krebs?

Babypuder gehört zur Grundausstattung in der Pflege von Säuglingen und wird auch darüber hinaus von Erwachsenen für seine zahlreichen pflegenden Eigenschaften geschätzt. Doch schon seit einigen Jahren steht der Inhaltstoff Talkum im Verdacht krebserregend zu sein. Die Debatte hat aktuell durch die Klage einer Familie aus den USA, deren Angehörige 2015 an Gebärmutterhalskrebs gestorben ist, neuen Aufschwung bekommen.

Die Familie von Jackie Fox, die das Babypuder der international bekannten Marke Johnson&Johnson über einen Zeitraum von etwa 35 Jahren regelmäßig verwendete, machte das darin enthaltene Talkum für den Krebstod verantwortlich. Obwohl nicht vollends bewiesen werden konnte, dass die Erkrankung durch das Puder herbeigeführt wurde, wurde Johnson&Johnson zu einer Schadenersatzzahlung von 110 Millionen US-Dollar verklagt. Das Unternehmen ist nun in Berufung gegangen und ein endgültiges Urteil steht noch aus. Der Fall beunruhigt aber natürlich viele Eltern und andere, die gerne für ihre eigene Körperpflege auf das weiße Puder zurückgreifen. Das umstrittene Talkum ist übrigens auch in vielen anderen Produkten, wie Lidschatten, Make-up-Puder oder in der Beschichtung von Kaugummis enthalten. Dennoch wird die Gesundheitsgefahr bei Babypuder als besonders hoch eingeschätzt.

Die Gefahr des Einatmens

Talkum, das aus dem mineralischen Talkgestein gewonnen wird, wird in der Kosmetikindustrie für seine feuchtigkeitsabsorbierenden Eigenschaften geschätzt. Auf Babypopos soll Talkum so Reibung und Wundwerden verhindern. Generell wird dieser Inhaltstsoff schon seit vielen Jahren bedenkenlos in Kosmetika angewandt. Die oberflächliche Verwendung auf der Haut gilt als unbedenklich – problematisch wird es jedoch, wenn die feinen Partikel eingeatmet werden.

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Denn in der Lunge kann der feine Staub des Babypuders zu Atembeeinträchtigungen führen und Lungenerkrankungen hervorrufen. Das kommt zwar in den meisten Fällen nicht vor, zwischen 1979 und 2008 wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz allerdings 113 Unfälle von den Giftinformationszentren registriert, die von Babypuder hervorgerufen wurden. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, Säuglinge nicht mit Babypuderdosen alleine spielen zu lassen. Darüber hinaus soll auch die regelmäßige Anwendung im Genitalbereich riskant sein, da diese im Verdacht steht, Gebärmutterhalskrebs zu begünstigen. Dass hierzu aber keinerlei Informationen auf der Verpackung des Babypuders von Johnsons&Johnsons zu finden waren, wurde dem Unternehmen zum Verhängnis

Kann Talkum den Karzinogenen zugerechnet werden?

Das klingt zwar alles ganz schön beunruhigend, dennoch zählt Talkum nicht offiziell zu den sogenannten Karzinogenen, also krebserregenden Stoffen. Laut der American Cancer Society bestehe aber ein Risiko für Frauen, die das Puder regelmäßig in ihrer Genitalregion anwenden. Die kleinen Talkumpartikel sind nämlich dazu in der Lage, sich in der Schleimhaut der Eierstöcke einzulagern. Dabei handele es sich zwar nur um ein geringes Risiko, dennoch sollte diese Art der Anwendung lieber vermieden werden. Frauen, die sich zum Beispiel nach der Intimrausur zur Vermeidung von Hautreibungen großzügig einpudern, sollten auf andere Alternativen ausweichen. Da Babypuder beim Wickeln von Säuglingen auch vorrangig in dieser Körperregion zum Einsatz kommt, könnten talkumfreie Babypuder eine bessere Alternative sein. Diese werden vorranging von Naturkosmetikmarken hergestellt und kosten dementsprechend natürlich auch mehr. Kinderärzten zufolge sei die Verwendung von Babypuder zur Hautpflege aber auch gar nicht notwendig. Viele Wundsalben hätten sogar einen besseren Effekt für den Schutz der zarten Babyhaut.

Wenn es darum geht, herauszufinden, welche Stoffe krebserregend sind, ist die Sachlage leider oft nicht eindeutig. Noch ist nicht vollends bewiesen, ob tatsächlich ein direkter Zusammenhang zwischen Babypuder und Krebserkrankungen besteht, da bei der Entstehung von Tumoren zahlreiche Faktoren ausschlaggebend sind. Wenn du jedoch auf Nummer Sicher gehen willst, solltest du lieber auf Alternativen zurückgreifen.

Bildquellen: iStock/showcake, iStock/tirlikk, iStock/topthailand

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