Frau stillt ihr Baby
Katharina Meyeram 27.04.2017

Dass eine Geburt schmerzhaft ist, dürfte jeder Frau bekannt sein – was einer, aber nicht der einzige Grund ist, weshalb sie eine Schwangerschaft fürchten. Doch auch das Stillen ist für viele frischgebackene Mamis sehr viel schmerzhafter, als sie es sich vorgestellt hatten. Warum spricht man also nicht offen über den Stillschmerz?

Klar, jemand der sich ein Baby wünscht, wird sich wohl weder von den zu erwartenden Geburtsschmerzen noch von den Schmerzen, die beim Stillen auftreten können, abhalten lassen. Dennoch fragen sich viele Mütter, warum zwar inzwischen recht offen über die schon ziemlich erschreckenden Dinge gesprochen wird, die mit den Wehen, einem Dammriss oder anderen Begleiterscheinungen der Geburt einhergehen, während Schwierigkeiten beim Stillen eher unter den Tisch gekehrt werden.

Im Gespräch mit „Huffington Post“ erzählt Carolyn Hulla-Meyer, die vor vier Jahren zum ersten Mal Mutter wurde, dass die Schmerzen beim Stillen sie sehr überrascht hätten. „Ich habe mir so gedacht ‘Whoa, whoa, whoa, ich dachte, dass sollte eine besondere Zeit werden“, erzählt die 32-Jährige. „Das tut richtig weh!“ Wie viele andere Frauen auch spürte sie beim Stillen ein Stechen und Brennen; die Nippel platzten auf und bluteten. Ein Nippel-Schutz half zwar ein wenig, aber der Schmerz war dennoch so stark, dass Carolyn nach drei Monaten abstillte.

So schmerzhaft empfinden Frauen das Stillen

Einer Studie des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zufolge, sind Schmerzen zu Anfang des Stillens recht verbreitet. Nur 26 Prozent aller Frauen seien am ersten Stilltag schmerzfrei, 3 Prozent hätten so schlimme Schmerzen, dass sie es als Qual empfänden. Nach einer Woche verspürten nur drei Prozent aller Frauen keinerlei Schmerzen und fünf Prozent beschrieben es als „schlimmsten vorstellbaren Schmerz“. Dies sei, zusammen mit den oft aufgeplatzen, blutenden Nippeln, der dritthäufigste Grund, weshalb Frauen in den ersten Monaten mit dem Stillen aufhörten – nach der Angst, nicht genug Milch zu produzieren und Problemen beim Andocken.

Darum sind Stillschmerzen so schlimm für Frauen

Frau stillt Baby im dunkeln

Die Schmerzen beim Stillen begünstigen im schlimmsten Fall eine Wochenbettdepression.

Neben dem Schmerz an sich, der dafür sorgt, dass betroffene Frauen das Stillen fürchten und während jeder Mahlzeit still vor sich hin leiden oder nur noch oben ohne herumlaufen können, da Stoff die verletzten Nippel zu sehr reizt, ist vor allem auch die psychische Komponente nicht zu verachten. Überall steht geschrieben, dass Muttermilch immer noch die beste Nahrung für ihr Baby ist und, dass das Bonding während des Stillens für eine tiefere Bindung zwischen Mutter und Kind sorgt. Wenn die Mutter dabei jedoch so schlimme Schmerzen erleidet, schlägt das aufs Gemüt und kann sogar Wochenbettdepressionen auslösen.

Schmerzen nicht totschweigen

Doch was kann man nun für die Mütter tun, die mit diesen Beschwerden zu kämpfen haben? Erster Anlaufpunkt bei Stillschmerzen sollte eine Stillberaterin sein, die dabei helfen kann, nach Lösungen für die Probleme zu suchen. Darüber hinaus ist es wichtig, die mit einer Geburt und allem, was danach kommt, einhergehenden Beschwerden nicht unter den Teppich zu kehren.

Dr. Alison Stuebe, Ärztin für Frauen- und Geburtsheilkunde und Direktorin der Stillberatung an der University of North Carolina, hat dazu eine ganz offene Einstellung. „Wenn du Menschen nicht sagst, dass es wehtun könnte und dann tut es das, denken sie ‘Da stimmt irgendetwas nicht mit mir‘“, gibt sie „Huffington Post“ gegenüber zu Bedenken. „Ich bin großer Verfechter davon, dass wir Mutterschaft nicht beschönigen sollten.“

Zwar sollte man Frauen auch nicht unnötig Angst machen – immerhin sind die meisten Frauen schmerzfrei oder verspüren nach einer Zeit nur leichte Unannehmlichkeiten, aber es ist wichtig, dass frischgebackene Mütter den Fehler nicht bei sich suchen – und sich im Zweifelsfall Hilfe von Außen holen!

Bildquellen: iStock/Rohappy, iStock/Ghislain & Marie David de Lossy


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In 2 einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  1. Klicke auf „Start“ und schick in WhatsApp die Nachricht ab
  2. Speichere unbedingt unsere Nummer als "Erdbeerlounge", um den Newsletter zu erhalten!

Was denkst du?