Der Muttertag – Schöner Feiertag oder nur Geldmacherei?

Muttertag feiern

Der Muttertag – Schöner Feiertag oder nur Geldmacherei?

am 08.05.2015 um 09:48 Uhr

In den Läden gibt es mittlerweile schon wieder zahlreiche Süßigkeiten, die Blumenläden locken mit besonderen Angeboten und in der Werbung wird man geradezu mit der Info überhäuft, dass bald Muttertag ist. Doch woher stammt der Feiertag eigentlich und ist er wirklich so kommerziell, wie es immer erscheint?

Woher stammt der Muttertag eigentlich?

Am zweiten Sonntag im Mai ist es auch dieses Jahr wieder soweit und zahlreiche Mütter werden mit Geschenken ihrer Kinder überhäuft. Einige verzichten jedoch ganz auf jedwede Form der Aufmerksamkeiten und sehen den Muttertag eher als eine Erfindung der Blumenverkäufer an, der Geld in deren Kassen spülen soll. Doch stimmt das wirklich? Geplant war der Muttertag definitiv nicht als kommerzieller Feiertag, so viel sei vorweggenommen. Anna Marie Jarvis feierte den Tag erstmals wieder am Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter im Jahr 1907, um diese für ihr soziales Engagement zu ehren. Im Folgejahr veranstaltete sie den Ehrentag allerdings für alle Mütter. Der Feiertag verbreitete sich rasend schnell und 1914 wurde der Muttertag als offizieller Nationalfeiertag in den USA eingeführt. Ein Ehrentag der Mutter also ohne kommerziellen Hintergrund? Nicht ganz! Bereits einige Jahre nach der offiziellen Einführung setzte sich Anna Marie Jarvis dafür ein, den Muttertag abzuschaffen, da er zu kommerziell wurde und vom eigentlichen Sinn nicht mehr viel übig war.

Muttertag: Mädchen überreicht Mami Geschenk.

Ist der Muttertag zu kommerziell geworden?


Wann kam der Muttertag nach Deutschland?

Nach Deutschland kam der Muttertag über England und wurde hierzulande im Jahr 1923 offiziell eingeführt. In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt er einen Boom und wurde nahezu religiös gefeiert, um die Mütter zu ehren, die die „deutsche Herrenrasse“ vermehrten und erzogen. Trotz der negativen Assoziationen, die unter Hitler mit dem Muttertag entstanden sind, blieb er nach dem Zweiten Weltkrieg als normaler Feiertag bestehen. Nur in der DDR wurde er nicht gefeiert. Dort gab es am 8. März stattdessen den Frauentag. In den neuen Bundesländern ist es daher auch heutzutage teilweise noch so, dass der Muttertag am zweiten Sonntag im Mai nicht gefeiert wird, da die Mütter – zusammen mit allen anderen Frauen – bereits im März beschenkt werden.

Warum gibt es am Muttertag immer Blumen?

Blumen sind natürlich ein schönes Geschenk, doch warum sind sie gerade am Muttertag so beliebt? Der Ursprung der Tradition ist erstaunlicherweise wenig kommerziell: Während der zweiten Gedenkfeier ihrer Mutter, die Anna Marie Jarvis in Ehren aller Frauen veranstaltete, ließ sie 500 weiße Nelken an Mütter verteilen. Die Nelken sollten die Liebe der Mütter repräsentieren: rein und wahr und wie die Nelken, die ihre Blüten im Tod nicht abwerfen, sondern nah an sich drücken, so drücken Mütter ihre Kinder auch nah an ihre Herzen, sodass ihre mütterliche Liebe niemals stirbt. Ein schöner Gedanke, der jedoch bald von der Blumenindustrie zu barem Geld gemacht wurde. In Deutschland wurde der Muttertag zum Beispiel durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber verbreitet.

Es stimmt, dass ein Feiertag für Mütter wirklich nicht nötig sein sollte. Schließlich sollte man seiner Mutter nicht nur einmal im Jahr für alles dankbar sein. Dennoch ist es schön, einen Tag zu haben, an dem man sich noch einmal extra bewusst macht, wie wertvoll eine gute Mutter doch ist. Doch gerade aus diesem Grund sollten am Sonntag alle besonders viel Wert darauf legen, den Muttertag ganz im Sinne von Anna Marie Jarvis zu feiern, ganz gleich ob Blumen mit im Spiel sind oder nicht.


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