Sekundäres Ertrinken
Nina Rölleram 13.06.2017

Nachdem in Texas vor wenigen Tagen ein vierjähriger Junge erst eine Woche nach einem vermeintlich harmlosen Badeunfall verstorben ist, liest man derzeit überall von den Gefahren des sogenannten sekundären oder trockenen Ertrinkens. Während diese Diagnosen medizinisch zwar umstritten sind, können insbesondere Kinder in seltenen Fällen durchaus noch viele Stunden nach dem Untertauchen oder Verschlucken von Wasser sterben. Warum Ärzte die Bezeichnung Beinahe-Ertrinken bevorzugen und worauf du beim Planschen deiner Kinder unbedingt achten musst, erfährst du hier.

sekundäres Ertrinken

Der Vierjährige wurde in Texas von einer Welle überrascht und starb womöglich an den Folgen.

Verspäteter Tod: Der tragische Badeunfall in Texas

Leider kommen jedes Jahr immer noch viel zu viele Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Laut der DLRG wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland 537 Fälle erfasst. Besonders beunruhigend ist jedoch ein Fall, der derzeit durch die Medien geht: In Texas ist der vierjährige Frankie Delgado eine Woche, nachdem ihm beim Planschen im seichten Meer eine Welle umgeworfen hatte, verstorben. Wie die Eltern CNN berichteten, sei der Junge nur kurz mit dem Kopf unter Wasser gewesen und habe danach selbst geäußert, dass es ihm gut gehe.

In der Folgenacht musste Frankie sich allerdings übergeben und bekam Durchfall. Aufgrund eines Magen-Darm-Infekts einige Wochen zuvor vermuteten die Eltern lediglich einen Rückfall. Wenige Tage nach diesem Vorfall wachte der kleine Junge den Berichten seines Vaters zufolge nachts auf, klagte über Schmerzen in der Schulter und atmete tief ein, ohne auszuatmen. Obwohl Frankie daraufhin sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, konnten ihn die Ärzte nicht mehr retten. Weil in seinen Lungen und in seiner Herzgegend Wasseransammlungen gefunden wurden, vermuten die Ärzte ein sogenanntes sekundäres Ertrinken als Todesursache. Während die endgültige Todesursache noch geklärt werden muss, scheint ein Zusammenhang zwischen dem Badeunfall eine Woche zuvor ziemlich sicher zu sein. Frankies Vater, Francisco Delgado, setzt sich nun dafür ein, dass Eltern über diese Gefahr aufgeklärt werden, damit diese nicht den gleichen Schock erleben müssen.

Sekundäres, trockenes oder Beinahe-Ertrinken?

sekundäres ertrinken

Kleine Kinder sind besonders gefährdet.

Wenn man nach seriösen Informationen über das sekundäre Ertrinken recherchiert, ist man hinterher verwirrter als vorher. Teilweise ist bei dem Fall in Texas von sekundärem, teils von trockenem Ertrinken die Rede. Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet, in manchen Berichten werden sie aber auch voneinander abgegrenzt. Während derzeit in vielen Magazinen von den Symptomen des sekundären oder trockenen Ertrinkens berichtet wird, liest man an anderer Stelle, dass diese Diagnosen medizinisch nicht haltbar seien. Laut der Weltgesundheitsorganisation gelten sie sogar als veraltete Begriffe, die für Betroffene irreführend seien.

In einer Publikation der Universität Heidelberg wird daher der Begriff Beinahe-Ertrinken bevorzugt, der Krankheitsverläufe beschreibt, die noch 24 Stunden nach dem Badeunfall zum Tod führen. In der Regel handelt es sich dabei um Fälle, bei denen durch ein überraschendes Untertauchen, wie zum Beispiel durch eine Welle oder einen Sprung, Wasser verschluckt wird und sich in den Atemwegen oder in der Lunge ablagert. Dies ist aufgrund der geringen Größe der Organe vor allem für kleine Kinder lebensbedrohlich, da das eingeatmete Wasser zu Entzündungen oder Sauerstoffmangel führen kann.

Auf diese Symptome solltest du achten!

Beinahe-Ertrinken

Aufsicht ist die wichtigste Vorsichtsmaßnahme!

Als besorgter Elternteil möchte man sein Kind nach diesen Berichten am liebsten gar nicht mehr in die Nähe von Wasser lassen. Es bringt jedoch auch nichts, in Panik zu verfallen. Das Allerwichtigste ist, dass du deine Kinder beim Baden niemals unbeaufsichtigt lässt. Zudem sollten kleine Kinder bei Wellengang nicht im Meer planschen und größere Kinder sollten dazu angehalten werden, Kleinere nicht überraschend unterzutauchen. Wenn du diese Sicherheitshinweise beachtest, kannst du dein Kind ohne Sorge mit Schwimmflügeln im Wasser spielen lassen. Kommt es jedoch trotzdem dazu, dass dein Kind von einer Welle überrascht wird oder untertaucht und dabei Wasser verschluckt, solltest du es ganz genau beobachten. Bei folgenden Symptomen, die kurz danach oder auch erst Stunden später auftreten können, solltest du unbedingt ins Krankenhaus fahren oder einen Notarzt anrufen:

  • wiederholtes Husten
  • schnelle und flache Atmung
  • Schmerzen im Brustkorb (oder auch im Bereich der Schulter, da Kinder Schmerz nicht immer genau lokalisieren können)
  • Durchfall und/oder Erbrechen
  • Lethargie oder unüblich starke Müdigkeit
  • Fieber
  • ungewöhnliche Verhaltensänderung wie Unruhe oder Aggression
  • bläuliche Lippen und blasse Haut

Neben der aufmerksamen Beobachtung von Kindern im Wasser ist es natürlich auch wichtig, dass sie frühzeitig schwimmen lernen. Wann dafür der beste Zeitpunkt ist und welche Vorteile der Gruppen- gegenüber dem Privatunterricht hat, erfährst du hier.

Bildquellen: iStock/tora1983, iStock/romrodinka, iStock/Goami, iStock/Bicho_raro

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