Sage das nicht zu deiner Tochter
Katharina Meyeram 27.06.2017

Kinder zu erziehen, ist eine der schwierigsten, aber wichtigsten Aufgaben, die es im Leben einer Mutter (und natürlich eines Vaters) gibt. Und da wir alle natürlich auch nur Menschen sind, machen wir dabei nunmal auch manchmal Fehler. Diese 7 Sätze gehören einigen Experten zufolge dazu.

Als Mami ist es deine Aufgabe, dein Kind zu lieben und zu beschützen und alles in deiner Macht Stehende zu tun, um es zu einem glücklichen Menschen zu machen. Wenn du eine Tochter hast, musst du ihr zusätzlich noch die Fähigkeiten mit auf den Weg geben, sich in einer Welt zu behaupten, die – leider – noch immer Männer bevorzugt und Frauen immer wieder zu Objekten macht. Diese Sätze, so einige Erziehungsexperten im Gespräch mit „Women‘s Health“, können dem jedoch im Wege stehen.

#1 „Du bist ein Genie!“

Natürlich gehört es für Eltern dazu, ihre Kinder zu loben – und auch der Meinung zu sein, dass ihr Sprössling das Wunderbarste ist, was auf Gottes Erden wandelt – doch Erin Bried, Chefredakteurin des Magazins „Kazoo“, einer Zeitschrift für starke, selbstbewusste Mädchen, empfiehlt Müttern, beim Loben nicht den Intellekt des Kindes in den Vordergrund zu stellen, sondern vor allem die harte Arbeit. Statt „Du bist ein Genie“ könnte man also sagen „Du hast es herausgefunden! Ich wusste, dass du da dranbleibst!“ Ansonsten könnte es nämlich dazu führen, dass deine Tochter beginnt, an sich zu zweifeln, wenn sie mal nicht auf Anhieb eine Aufgabe oder ein Problem lösen kann. Natürlich sollte sie genug Sebstvertrauen haben, dass sie alles erreichen kann, was sie sich vornimmt, aber es ist ebenso wichtig, zu wissen, dass manche Dinge eine Menge Arbeit kosten und uns nicht so einfach zufallen.

#2 „Ich bin so fett/hässlich!“

Keiner Mutter würde es jemals im Traum einfallen, ihre Tochter als fett oder hässlich zu bezeichnen. Doch es ist mindestens genauso wichtig, wie du mit dir selbst redest, während deine Tochter dabei ist. Egal, ob du mit deinem Körper unzufrieden bist, weil du das letzte Pfündchen (oder mehr) Babyspeck noch immer mit dir herumträgst, deine Nase nicht magst oder deine Dehnungsstreifen hässlich findest: Kinder hören zu! „Es reicht nicht, deiner Tochter zu sagen, dass sie schön ist“, findet Yoga-Lehrerin und Selbstliebe-Verfechterin Jessamyn Stanley. „Denk dran, dass deine Tochter dich anhimmelt. Sie wird Aspekte deines Verhaltens für den Rest ihres Lebens nachahmen, egal, wie sehr sie sich dagegen wehrt. Liebe dich selbst, damit deine Tochter sich selbst lieben kann.“

#3 „Mädchen können alles schaffen!“

Mädchen können alles schaffen

Ist es falsch, deiner Tochter zu sagen, dass Mädchen alles schaffen können?

Natürlich ist es gut, wenn du deiner Tochter mit auf den Weg gibst, dass sie sich nicht von veralteten und überholten Rollenbildern einschränken lassen sollte. Aber Dr. Elline Lipkin, Professorin am Center für Frauenforschung der UCLA, findet, dass wir diesen Satz oftmals als Mittel und Weg nutzen, um Mädchen in die Richtung zu drängen, typische „männliche“ Berufe oder Hobbys zu ergreifen. „Wenn wir Mädchen sagen, dass sie alles machen können – ohne dass die Gesellschaft diese Idee jedoch mit tatsächlichen Möglichkeiten untermauern würde – fühlen sich Mädchen schlechter, wenn sie es versuchen, aber nicht erfolgreich sind“, so Lipkin. Stattdessen sollen wir unseren Töchtern zwar mitgeben, dass es so etwas wie „Männer-Jobs und Frauen-Jobs“ nicht gibt, aber auch anerkennen, dass sie es in ihrem Leben trotzdem von vielen Seiten mit ebendiesem Sexismus zu tun haben werden.

#4 „Du hast zugenommen. Du solltest mehr Sport machen!“

Es ist ein zweischneidiges Schwert – einerseits wollen wir unseren Kindern mit auf den Weg geben, dass sie sich mit ihrem Aussehen wohlfühlen sollten und nicht von den unrealisten Schönheitsidealen geißeln lassen sollten, andererseits ist es nun einmal so, dass Übergewicht immer häufiger wird und leider auch viele weitere Krankheiten nach sich ziehen kann. Wenn deine Tochter jedoch ein wenig an Gewicht zulegt, ist Body-Shaming das Letzte, was sie braucht – auch, wenn es nur gut gemeint ist. Besser: Einfach mit gutem Beispiel vorangehen und zum Beispiel vorschlagen, gemeinsam Radfahren zu gehen oder Ball zu spielen, Schwimmen zu gehen oder gemeinsam mit vielen leckeren und gesunden Zutaten kochen.

#5 „So sind Jungs nunmal…“

So sind Jungs nunmal

“So sind Jungs nunmal. Er ärgert dich, weil er dich mag.” Das sollten Mütter besser nicht sagen!

Ja, wir müssen zugeben, dass auch wir ganz klare Vorstellungen davon haben, was typisch Mann und typisch Frau ist. Doch eigentlich ist es gar nicht gut, wenn wir schon Mädchen einimpfen, dass es okay ist, wenn Jungs sie ärgern oder sogar verletzen – und im schlimmsten Fall auch noch sagen, dass sie das nur tun, weil sie sie mögen. Erziehungsexpertin Dr. Rosina McAlpine rät Eltern, ihren Töchtern klarzumachen, dass Gewalt gegen Mädchen und Frauen nie in Ordnung ist.

#6 „Gib deiner/m Tante/Oma/Opa einen Kuss!“

Gerade bei kleinen Kindern werden Küsse auf Kommando genutzt, um Oma und Opa zu begrüßen, sich bei Tante Jutta für das Geburtstagsgeschenk zu bedanken oder um sich selbst eine kleine Dosis Liebe abzuholen. Dabei sollte deine Tochter schon von klein auf lernen, dass sie die Kontrolle über ihren Körper hat. Dazu gehört auch, dass sie selbst entscheidet, ob und wann sie jemandem ein Küsschen geben möchte. Autorin Britni de la Cretaz rät, stattdessen einfach zu fragen „Möchtest du vielleicht Tante/Oma/Opa einen Kuss geben?“ Und dann natürlich auch zu akzeptieren, wenn die Antwort „Nein“ lautet.

#7 „Berühr‘ dich nicht da unten!“

Ja, Kinder fangen schon früh an, ihren Körper zu erkunden – auch ihre Intimbereiche. Und das ist auch völlig in Ordnung. Um zu zeigen, wie man am besten damit umgeht, Kindern nicht zu untersagen, an sich selbst herumzuspielen, aber auch nicht für seltsame Blicke in der Öffentlichkeit zu sorgen, berichtet Britni de la Cretaz von einer Szene beim Abendessen. „Als meine Tochter als Kleinkind beim Abendessen am Tisch in ihre Windel griff und an sich herumspielte, war mein erster Instinkt, ihr zu sagen, dass sie damit aufhören soll, weil es unangebracht ist“, so de la Cretaz. Wichtig sei aber, vor allem zu erläutern, warum es unangebracht ist. „Es ist nichts Schlimmes daran, seinen eigenen Körper zu berühren, aber es gibt da die richtige Zeit und den richtigen Ort für. Statt ‘Berühre dich da nicht‘ zu sagen, kann man auch sagen ‘Wir spielen nicht mit unserem Intimbereich beim Abendessen. Aber du kannst gerne in dein Zimmer gehen und es dort privat machen.‘“

Stimmst du den Experten zu, dass man diese Dinge besser nicht zu seiner Tochter sagen sollte? Was tust du, um dein Mädchen zu einer selbstbewussten und glücklichen Frau großzuziehen? Verrate es uns in den Kommentaren oder auf Facebook.

Bildquellen: iStock/GeorgeRudy, iStock/Choreograph, iStock/Lisa5201


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