Little angry girl portrait at home
Katharina Meyeram 12.09.2017

So ziemlich alle Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Doch was genau das ist, ist in Zeiten vieler verschiedener Erziehungsmethoden und -ansätze nicht immer klar. Eine Mutter und Erziehungsexpertin kritisiert nun jedoch, dass Eltern heutzutage ihrer Meinung nach nicht streng genug seien.

Das Ziel von wahrscheinlich allen Eltern ist es, dass ihre Kinder zu selbstbewussten, glücklichen und netten Menschen heranwachsen, die ihren Platz in der Gesellschaft finden. Im Gegensatz zu vergangenen Generationen sind die meisten Mütter und Väter sich heute einig, dass man das am besten mit einer liebevollen Erziehung erreicht, bei der man die Bedürfnisse seines Kindes ernst nimmt – nicht mit unanzweifelbarer Autorität und schon gar nicht mit Gewalt.

Nicola Kraus, die eine Eltern-Kolumne auf der Seite redbookmag.com schreibt und Co-Autorin des Buches „Nanny Diaries“ ist, das 2007 mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle verfilmt wurde, ist jedoch der Meinung, das bei der heutigen Erziehung die Disziplin auf der Strecke bleibt. Und das hat Kraus zufolge, die selbst Mutter einer kleinen Tochter ist, schwerwiegende Folgen, die sie in einem Artikel auf redbookmag.com genauer beschreibt.

Darum ist es so wichtig, streng zu sein

Kraus beginnt ihren Artikel mit einer Situation, die sie beobachtet hatte, als sie ihre Tochter Sophie von der Schule abholte. Eine andere Mutter überholte sie mit einer Zweitklässlerin und einem Vierjährigen im Schlepptau, der anscheinend gar nicht begeistert von den weiteren Tagesplänen seiner Mutter war. Daher schlug er sie mit einer Aluminiumflasche auf den Hinterkopf. Statt den Jungen auf welche Art auch immer zu disziplinieren, bot die Mutter ihm an, auf dem Weg noch ein paar Kekse zu kaufen. Mehr nicht. „Nein! Schrie ich in meinem Kopf. Nein! Das ist keine akzeptable Art des Kindes, dir Feedback zu geben! Er hat nicht das Recht, seinen Willen durchzusetzen, indem er dir eins auf die Rübe gibt!“ Zu ihrer Tochter sagte Kraus dann direkt „Wenn du mich oder jemand anderen jemals auf den Kopf schlägst, gibt es richtig Ärger. Haben wir uns verstanden?“

Die Anekdote ist nur eins von vielen Zeichen für die Erziehungsexpertin, dass Eltern heutzutage nicht streng genug sind und in dem Irrglauben, ihre Kinder nur dadurch als eigenständiges Wesen heranzuziehen, indem sie ihnen alles durchgehen lassen, mehr kaputt machen als sie retten. „Undisziplinierte Kleinkinder werden zu unausstehlichen Kindern, die zu verzogenen Teenagern und selbstgerechten Erwachsenen heranwachsen“, gibt Kraus zu bedenken.

Disziplin hilft Kindern

Disziplin hilft deinem Kind

Laut Kraus ist Disziplin wichtig für die Entfaltung deines Kindes.

Sie verstehe vollkommen, dass Eltern nicht immer Zeit und Lust haben, auf das Fehlverhalten ihrer Kinder mit der richtigen Konsequenz zu reagieren. Manchmal sei es einfacher, einem Kind im Tobsuchtsanfall einen Keks zu geben, statt ihm mit einer „Auszeit“ zu drohen oder aufzuzeigen, warum sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Kinder testen selbst oftmals einfach nur ihre Grenzen aus und provozieren Ärger auch einfach, da sie insgeheim nur möchten, dass jemand ihnen sagt, was geht und was nicht. „Disziplin ist ein wichtiger Bestandteil davon, einen integrierten, funktionierenden Erwachsenen zu erschaffen – es macht dich nicht zum Bösen. Disziplin schadet Kindern nicht, Grausamkeit schadet ihnen. Und es ist nicht grausam, auf ein bestimmtes Verhalten, das ein Kind wählt, mit einer passenden Konsequenz zu reagieren.

Nicola Kraus führt sogar aus, dass Regeln und Grenzen einem Kind dabei helfen, sich zu entfalten – ebenso wie eine Leinwand, eine bestimmte Aufgabe im Job oder eine Deadline Erwachsenen zu kreativer Entfaltung verhelfen. Sie hat sogar einen Tipp, wie Eltern es schaffen, strenger zu sein, ohne dabei zu weit zu gehen. „Wenn dein Kind das nächste Mal etwas macht, das du nie wieder sehen willst, dann lass es genau das wissen. Beuge dich runter auf sein Level, halte Augenkontakt und sage bestimmt, aber ohne die Stimme zu heben ‘Ich möchte nie wieder sehen, dass du das machst. Hast du das verstanden?‘ Dann lass dein Kind das auch mit seinen eigenen Worten wiederholen, um sicherzugehen, dass es dich wirklich verstanden hat. Du tust ihm damit auf lange Sicht einen Gefallen, versprochen!“

Stimmst du den Beobachtungen von Nicola Kraus zu? Sind Eltern heute wirklich nicht streng genug? Wie ist es bei dir – Gehörst du zu den strengeren Eltern oder lässt du deinem Kind zu viel durchgehen? Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion in den Kommentaren oder auf Facebook.

Bildquellen: iStock/maximkabb, iStock/bowdenimages


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