john lewis
Nina Rölleram 06.09.2017

Derzeit wird wieder heftig über Gender Marketing gestritten, also die geschlechtsbezogene Vermarktung von Produkten. Der Grund dafür: Das britische Kaufhaus John Lewis hat beschlossen, sich von den Labels „For Girls“ und „For Boys“ zu trennen und Kinderbekleidung künftig genderneutral anzubieten. Warum diese Entscheidung für so viel Empörung sorgt und wie diese Maßnahme durchgesetzt wird, erfährst du hier.

john lewis unisex

John Lewis verkauft nach wie vor die gleiche Kleidung, dennoch ist die Aufregung groß.

Die Klamotten bleiben, nur die Labels ändern sich

Das britische Kaufhaus, das unter anderem auch eine eigene Modelinie anbietet, hat bereits voriges Jahr beschlossen, Kleidung für Kinder nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen. Anstatt also rosafarbene Blümchenkleider nur für Mädchen und blaue Latzhosen für Jungs zu vermarkten, werden einfach alle Kleidungsstücke mit dem Label „Girls & Boys“ ausgestattet. Ebenso werden die Klamotten in den Geschäften nicht mehr nach Geschlechtern getrennt präsentiert, sondern lediglich nach Art der Bekleidung.

Dabei hat sich das Angebot von John Lewis kaum geändert: Nach wie vor kann man dort Kleider, kleine Krawatten und Anzughosen für Kinder kaufen – nur eben nicht mehr speziell für Jungen oder Mädchen. Außerdem gibt es eine neue Kollektion mit Dinosaurier- und Raumschiffprints, die gezielt geschlechterneutral designt wurde:

Warum die ganze Aufregung?

Während die Entscheidung von John Lewis für Zuspruch bei vielen Eltern und Genderaktivisten sorgte, ist die Aufregung derzeit bei anderen groß. Auf Twitter wird sogar zum Boykott des Kaufhauses aufgerufen, weil angeblich Jungs durch die Aufhebung der Labels zu Mädchen umgepolt werden sollen. Ein User twittert: „Schäm dich dafür John Lewis, dass du dich der Political Correctness beugst, anstatt den Geschlechtern von Kindern. Es gibt nur zwei: MÄNNLICH ODER WEIBLICH.“

Bei John Lewis kann man diese Aufregung nicht nachvollziehen. Zum einen ist Caroline Bettis, Chefin der Kindermodeabteilung, verwundert über den verspäteten Shitstorm, schließlich sei diese Entscheidung bereits vor vielen Monaten gefallen. Die Idee dahinter sei lediglich gewesen, keine Geschlechterklischees bestätigen zu wollen und Eltern die freie Wahl über die Art der Bekleidung ihrer Kinder zu lassen. Noch ist die Änderung allerdings noch nicht überall durchgesetzt worden. Im Onlineshop von John Lewis wird Kinderbekleidung weiterhin geschlechtergetrennt angeboten.

Bildquelle: John Lewis


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