Cybermobbing ist stark verbreitet

Was tun?

Cybermobbing: Schikane im Netz

Katharina Meyeram 31.03.2016 um 14:09 Uhr

Mobbing ist an vielen Schulen ein Problem. Doch nicht nur auf dem Schulhof hacken die meist stärkeren, selbstbewussteren Kinder auf ihren schwächeren und schüchternen Kameraden herum. Auch das Internet bietet Mobbern Raum, um ihre Opfer zu terrorisieren. Wie verbreitet Cybermobbing ist, und was Du tun kannst, wenn Dein Kind betroffen ist, verraten wir Dir hier!

Als Mobbing bezeichnet man die wiederholte und systematische Schikanierung von anderen Menschen durch Beleidigungen, Lästereien oder Ausgrenzung. Vor allem in Schulen und am Arbeitsplatz kommt es häufig zu der feindseligen Behandlung Anderer, doch mit dem Internet sind Schulhof und Büro längst nicht mehr die einzigen Schauplätze von Mobbing.

Cybermobbing ist stark verbreitet

Cybermobbing ist stark verbreitet

Da schon viele Kinder und Jugendliche früh einen relativ unkontrollierten Zugang zum Internet und zu sozialen Netzwerken haben, verlagert Mobbing sich zunehmend aufs World Wide Web. Das sogenannte Cybermobbing erfolgt per Handy, Smartphone oder Computer und spielt sich in Form von beleidigenden Beiträgen, Gerüchten, Videos oder Fotos auf den verschiedensten Portalen ab. Mittlerweile ist jeder sechste Schüler bereits Opfer von Cybermobbing geworden. Dies geht aus einer umfangreichen Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing hervor.

„Cybermobbing ist ein deutliches Problem“

In der repräsentativen Befragung von bundesweit 9350 Schülern, Eltern und Lehrern aller Schulformen geht deutlich hervor, dass Cybermobbing ein großes Problem an deutschen Schulen ist. An einem Drittel der teilnehmenden Institutionen tritt mindestens ein Fall von Mobbing im Netz pro Woche auf. Rund 19 Prozent der befragten Schüler gaben zu, selbst bereits Mitschüler im Internet gemobbt zu haben.

Hemmschwelle im Netz geringer

Ein wesentlicher Faktor für diese starke Verbreitung von Cybermobbing ist, dass die Hemmschwelle für Beleidigungen und Gewalt im Internet wesentlich geringer ist als auf dem Schulhof. Schließlich bietet das Netz eine gewisse Anonymität. Mobbingforscher sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Online-Enthemmungseffekt, der dafür sorgt, dass gemeine Worte, Videos oder Fotos schnell gepostet werden, ohne die direkten Konsequenzen mitzuerleben. Für die Opfer hingegen gibt es beim Cybermobbing im Gegensatz zum klassischen Mobbing in der Schule keinen Deeskalationsraum. Die Beleidigungen erreichen sie in ihrem eigenen Zuhause und sind für noch mehr Menschen sichtbar. Außerdem ist es oftmals schwer, herabsetzende Beiträge dauerhaft und spurlos zu löschen – Wie sagt man so schön: „Das Internet vergisst nichts!“

Was tun bei Cybermobbing?

Wenn Dein Kind von Cybermobbing betroffen ist, ist es erst einmal wichtig, dass es sich Dir anvertraut. Oftmals empfinden Opfer Scham darüber, ausgegrenzt zu werden, und behalten ihre Sorgen für sich. Daher ist es wichtig, einen vertrauensvollen Umgang im Bezug auf das Internet miteinander zu pflegen. Sprich schon von Anfang an mit Deinem Kind über die Möglichkeit, dass es im Netz zu Hasskommentaren kommen kann, es sich in diesem Fall aber unbedingt an Dich wenden soll. Anschließend sollten entsprechende Mobbingattacken als Screenshot festgehalten, dann aber von dem Portal gelöscht und die Angreifer gemeldet werden. Handelt es sich – wie es sehr oft der Fall ist – um Mitschüler Deines Kindes, so sollte der Kontakt zur Schule und zu den Eltern des Mobbers gesucht werden. Gemeinsam werden dann Lösungen erörtert. Oftmals empfinden die Täter von Cybermobbing ihre Attacken als harmlose Scherze. Ihnen sollte verdeutlicht werden, dass sie ihr Opfer verletzt haben und sich den Konsequenzen stellen müssen. In schweren Fällen kann auch die Polizei helfen, die Situation zu klären.

Das Internet wirkt enthemmend und bietet so leider oft Raum für Beleidigungen. Eine starke Medienkompetenz kann jedoch helfen, Cybermobbing vorzusorgen. Viele Schulen erörtern das Problem daher in Projektwochen und bieten Beratungsstellen für Mobbingopfer an. Auch an das Sorgentelefon des Bündnisses gegen Cybermobbing kannst Du Dich jederzeit wenden, wenn Dein Kind Opfer von Mobbing im Internet wird. Die Telefonnummer lautet 0800 111 0 550.

Bildquelle: iStock/Highwaystarz-Photography


Kommentar (1)

  • medien-sicher am 01.04.2016 um 15:14 Uhr

    Wenn man sich auf eine Studie beruft, ist es von Vorteil, vorab zu recherchieren, ob diese seriös und valide ist. Im Fall der Studie des Bündnis gegen CM ist das definitiv nicht der Fall, hier wurde der Begriff "Cybermobbing" noch nicht einmal definiert und jede harmlose Streitigkeit, die online ausgetragen wurde, als Cybermobbing eingestuft. http://www.medien-sicher.de/2013/07/schluss-mit-der-cybermobbing-hysterie/