Mehr Toleranz

Integrativer Kindergarten

Wenn Dein Kind in dem Alter ist, dass es in den Kindergarten kommt, hast Du als Mami die Aufgabe, die verschiedenen Konzepte miteinander zu vergleichen, um so herauszufinden, in welche Einrichtung Du Deinen Schatz geben möchtest. In einem integrativen Kindergarten lernen und spielen körperlich oder geistig behinderte Kinder gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung. So lernt Dein Kind früh, mit dem Anderssein umzugehen.

von Silke Hornung

Für Kinder ist es wichtig, bereits früh Toleranz und Akzeptanz zu üben. Egal ob unterschiedliche Hautfarbe, Religionen, körperliche oder geistige Fähigkeiten, alle Menschen sind gleich wertvoll und verdienen Respekt. Das ist eine wichtige Botschaft, die bereits im Kleinkindalter vermittelt werden kann. Auf diesem Grundgedanken baut auch ein integrativer Kindergarten auf. Hier besuchen Kinder mit und ohne Behinderung die selbe Gruppe, spielen, lernen und toben miteinander und lernen sich in einem Alter kennen, in dem noch keine Vorurteile zu Barrieren oder Berührungsängsten führen.

Im integrativen Kindergarten wird Toleranz gefördert.

Im integrativen Kindergarten wird Toleranz gefördert.

Speziell ausgebildete Erzieher kümmern sich um die besonderen Ansprüche in einem solchen Kindergarten und sind sowohl für die behinderten Kinder als auch für die nicht behinderten da. Ein integrativer Kindergarten sorgt durch die Inklusion dafür, dass Menschen mit Behinderung nicht ausgegrenzt werden und ein weitgehend normales Leben führen können. Nicht behinderte Kinder lernen hingegen, dass es Menschen gibt, die anders sind und andere Bedürfnisse als sie selbst haben. Dadurch werden sie zu toleranten Individuen, die sich ihr eigenes Bild machen, bevor sie vorschnell über andere urteilen.

Ein integrativer Kindergarten mit besonderem Konzept

Ein integrativer Kindergarten unterscheidet sich von anderen Kindergärten, da in ihm Kinder mit und Kinder ohne Behinderung betreut und gefördert werden. Es wird kein Kind wegen einer geistigen oder körperlichen Behinderung ausgegrenzt, sondern so angenommen, wie er oder sie ist. Ein integrativer Kindergarten verfolgt häufig zusätzlich das Montessori-Konzept, da sich beide Denkweisen gut miteinander vereinen lassen. In einem Montessori-Kindergarten ist das selbstbestimmte Freispiel eins der vorherrschenden Merkmale. Dein Kind wird hier als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen und zu mehr Selbstvertrauen hin gefördert werden. Diese Dinge sind auch in einem integrativen Kindergarten wichtig. Jedes Kind wird als Individuum mit speziellen Interessen und Bedürfnissen akzeptiert und es wird keiner ausgegrenzt. Dennoch achtet auch ein integrativer Kindergarten darauf, dass eine ausgewogene Gruppenstruktur herrscht und nicht beispielsweise zu sehr auf die behinderten Kinder eingegangen wird und die nicht behinderten Kinder sich dadurch benachteiligt fühlen.

Integrativer Kindergarten: Vorteile für Kinder mit Behinderung

Vor allem Kinder mit Behinderungen profitieren davon, dass sie in einem integrativen Kindergarten mit anderen Kindern gemeinsam lernen und spielen. Sie können dadurch neue soziale Kontakte knüpfen und werden nicht wegen ihrer Behinderung ausgegrenzt. In einem so frühen Alter spielen Vorurteile und Berührungsängste noch keine übergeordnete Rolle, sodass ein unbefangenes Kennenlernen der Kinder möglich ist. Wenn Dein Kind eine Behinderung hat, ist ein integrativer Kindergarten also eine gute Möglichkeit, um ihm ein selbstständiges und normales Leben zu ermöglichen. Die Hilfe, die es braucht, bekommt es natürlich trotzdem, denn die Erzieher im integrativen Kindergarten sind speziell ausgebildet und können sich um die besonderen Anforderung jedes Kindes kümmern.

Integrativer Kindergarten: Vorteile für Kinder ohne Behinderung

Wenn Dein Kind keine Behinderung hat, kann es trotzdem von dem Besuch eines integrativen Kindergartens profitieren. Schließlich möchtest Du, dass Dein Schatz offen auf andere Menschen zugeht und sich nicht von Vorurteilen lenken lässt. Toleranz und Akzeptanz gehören in unserer Gesellschaft zu den wünschenswertesten Eigenschaften und dennoch haben viele Menschen einfach Berührungsängste gegenüber Menschen, die vielleicht anders sind. Ein integrativer Kindergarten nutzt die Offenheit, die Kinder noch im Umgang mit anderen haben und bringt den Kindern bei, dass zwar jeder Mensch verschieden ist, aber dennoch jeder einen guten Spielkameraden abgeben kann. Ein integrativer Kindergarten ermöglicht Inklusion und bringt Deinem Kind so gute Freunde, die es sonst vielleicht nicht gefunden hätte.

Integrativer Kindergarten: Alle sind unterschiedlich, aber dennoch gleichberechtigt>

Ein integrativer Kindergarten ist der ideale Ort, um Kindern von Beginn an Rücksicht und Toleranz beizubringen. Oft haben Eltern Bedenken, dass ihre gesunden Kinder aus Rücksicht auf geistig oder körperlich behinderte Kinder nicht ausreichend gefördert werden. Verfechter integrativer Kindergärten argumentieren, dass dies durch fachkundige Betreuer ausgeschlossen werden kann und Kinder neben der Toleranz noch eine andere sehr wichtige Eigenschaft erlernen: Geduld. Ein Kind lernt, dass es nicht immer nur um es selbst geht und auch andere Menschen Bedürfnisse haben. Ein integrativer Kindergarten fördert dadurch viele wichtige Tugenden, die Deinem Kind im späteren Leben sicher zugute kommen werden.

In einem integrativen Kindergarten werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut. Sie spielen, lernen und toben zusammen und entwickeln so Toleranz und Geduld und bewahren sich ihre kindliche Offenheit gegenüber Menschen, die anders sind, die durch Vorurteile sonst oftmals auf der Strecke bleibt. Ob ein integrativer Kindergarten der richtige Kindergarten für Dein Kind ist, musst Du als Mami natürlich selbst entscheiden. Die Vermittlung von Werten des Miteinanders ist in einem integrativen Kindergarten jedenfalls garantiert.

Bildquelle: iStock/DenKuvaiev

Kommentare (16)

  • Ich finde auch, dass ein integrativer Kindergarten super ist. Von mir aus könnten sie Integration überall einführen. Als Erwachsene geht man unbewusst einfach anders mit Behinderten um - ich auch - und da ist es doch gut, wenn man das so verhindern kann.

  • ein integrativer Kindergarten ist eine wirklich gut Sache!

  • Meine Freundin hat eine Zeit lang in einem interaktiven Kindergarten gearbeitet und fand es klasse. Es ist wichtig, dass Kinder früh Toleranz lernen.

  • @Nevila - nein, da spricht absolut nichts dagegen - mMn zumindest :). Die gesunden Kinder lernen Toleranz, die Kinder mit Behinderung erfahren Akzeptanz. Dabei kann ich nichts schlechtes finden.

  • Hallo, Ihr schreibt alle wie toll so eine kiga ist und das Ihr auch jemand anderen überzeugen wollt. Kann jemand bitte bitte auch die "Befürchtungen" auflisten. Spricht absolut nichts dagegen ? Bitte verzeiht meine direkte und ehrliche Frage, wir stehen vor der Frage aktuell und möchten nichts falsch machen. Danke und Gruß, Nevila

  • Ein integrativer Kindergarten kam bei uns auch in die engere Wahl, weil ich das Konzept total klasse finde. Leider sind wir vorher umgezogen und damit ist die Idee integrativer Kindergarten leider ins Wasser gefallen.

  • Wenn die Erzieher entsprechend geschult sind, halte ich einen integrativen Kindergarten für eine tolle Idee. So können behinderte und gesunde Kinder zusammen aufwachsen ohne Scheu vor dem jeweils anderen. Ich glaube, im späteren Leben hilft das beiden Seiten sehr weiter.

  • Ich hätte meinen Schatz gerne in einen integrativen Kindergarten getan, doch es gibt keinen bei uns in der Nähe. Find integrative Kindergärten ganz toll, weil sie Kinder von Anfang an zu mehr Offenheit und Toleranz anspornt.

  • Ich versuche gerade meine Schwester zu überzeugen, dass ein integrativer Kindergarten das Richtige für ihren Sohn wäre! Der ist erst anderthalb, ich hab also noch ein bisschen Zeit ;-)

  • Ich finde integrative Kindergärten echt super! Wenn es einen bei mir in der Nähe geben würde, hätte ich meinen Kleinen wahrscheinlich dahingeschickt =) Echt tolle Einrichtung!

  • Mein Partner war auch in einem integrativen Kindergarten. Er hat dort tolle Erfahrungen gemacht.

  • Ich bin ein großer Fan von integrativen Kindergärten, da lernen die Kleinen schon ganz früh, dass die Menschen nicht alle gleich sind und bauen gewisse Vorurteile oder Unsicherheiten im Umgang erst gar nicht auf!

  • gute idee, ich war selbst in solch einem kindergarten und hab super erfahrungen gemacht!

  • werde meine kinder auch in so einen kiga schicken!

  • tolle idee, bei uns im kiga waren auch geistig behinderte kinder, da lernen die kleinen gleich den unbefangenen umgang miteinande

  • Der Kindergarten von meinem Kleinen ist auch ein integrativer und einer seiner besten Freunde sitz im Rollstuhl...für ihn ist das völlig normal!