Von Tür zu Tür

Süßes oder Saures: Woher kommt der Brauch?

Katharina Meyeram 28.10.2015 um 10:30 Uhr

Halloween wird schon lange nicht mehr nur in den USA gefeiert. Längst hat sich das herbstliche Gruselfest auch hierzulande etabliert. Besonders beliebt ist dabei der Brauch, bei dem die Kinder von Haus zu Haus ziehen und mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ Süßigkeiten sammeln.

Halloween ist längst in Deutschland angekommen. Seit einigen Jahren verkleiden sich auch hierzulande Kinder als gruselige Gestalten wie zum Beispiel Geister, Gespenster, Zombies, Hexen, Skelette und Vampire. Das beliebte Gruselfest geht mit einer Vielzahl von Bräuchen einher. So werden zum Beispiel traditionell Kürbisse geschnitzt, um böse Geister abzuschrecken. Ein besonders beliebter Brauch ist auch „Süßes oder Saures“. Dieser Brauch ist besonders in den USA weit verbreitet, wird aber inzwischen hierzulande immer häufiger durchgeführt. Dabei ziehen die Kinder am Abend des 31. Oktobers in ihren Verkleidungen von Haus zu Haus und fordern die Bewohner mit dem Spruch „Süßes, sonst gibt’s Saures“ – oder verkürzt „Süßes oder Saures“ – auf, ihnen Süßigkeiten zu geben. Andernfalls spielen die Kinder den Hausbewohnern einen kleinen Streich.

Halloween steht ganz im Zeichen der Kinder

In den USA heißt es „Trick or Treat“, hier sagt man „Süßes oder Saures“.

Süßes oder Saures: das richtige Kostüm wählen

Wenn Dein Kind an Halloween loszieht, um mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ Süßigkeiten zu sammeln, darf ein schönes Kostüm natürlich nicht fehlen. Eine passende Verkleidung kannst Du entweder kaufen oder aber auch selbst machen. Bei kleinen Mädchen sind Hexenkostüme besonders beliebt. Kleine Jungen verkleiden sich hingegen beispielsweise gerne als Graf Dracula. Es gibt aber auch viele Kostüme, die sich hervorragend für beide Geschlechter eignen. So können sich sowohl Mädchen als auch Jungen zum Beispiel als Zombies, Gespenster, Skelette oder Fledermäuse verkleiden. Hat sich Dein Kind erst einmal für ein schönes Kostüm entschieden, steht der „Süßes oder Saures“-Tour an Halloween nichts mehr im Wege. Wenn Dein kleiner Schatz und seine Freunde allerdings noch nicht zur Schule gehen und sich erst im Dunkeln auf den Weg machen, ist es ratsam, dass ein Erwachsener sie begleitet.

Süßes oder Saures: Vorsicht bei Streichen

Wenn Dein Kind und seine Freunde an Halloween in ihren Verkleidungen von Tür zu Tür ziehen und mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ die Hausbewohner auffordern, ihnen Süßigkeiten zu geben, da sie ihnen ansonsten einen lustigen Streich spielen, solltest Du darauf achten, dass es sich bei diesen Streichen wirklich nur um kleine Scherze handelt, bei denen niemand zu Schaden kommt. Vor allem aus den USA ist bekannt, dass solche Streiche schnell ausarten können. So ist es beispielsweise schon vorgekommen, dass Kinder den Hausbewohnern, die ihnen Süßigkeiten verweigert haben, einen brennenden Böller in den Briefkasten geworfen oder deren Hauswände mit Eiern beschmissen haben. In seltenen Fällen nehmen die Streiche sogar gefährliche Züge an. In den USA kommt es in der Halloween-Nacht in der Regel zu vermehrten Brandstiftungen. Um solche Eskalationen zu verhindern, solltest Du Deinem Kind unbedingt nahe legen, auch dann, wenn es keine Süßigkeiten bekommt, entweder vollends auf Streiche zu verzichten oder sich aber auf harmlose Streiche, wie beispielsweise das Umwickeln der Bäume mit Klopapier, zu beschränken.

Süßes oder Saures: Beliebte Süßigkeiten

Wenn auch Du Deinem und anderen Kindern an Halloween eine Freude machen möchtest, wenn sie an Deiner Tür klingeln und ihren Spruch „Süßes oder Saures“ aufsagen, empfiehlt es sich, ein paar Süßigkeiten bereit zu stellen. Hierfür eignen sich alle Leckereien, die Kinder gerne naschen, wie zum Beispiel Schokoriegel, Bonbons, Weingummi und Lutscher. Natürlich kannst Du für den Brauch „Süßes oder Saures“ aber auch passende Halloween-Süßigkeiten besorgen. Viele Süßigkeitenhersteller haben im Herbst extra auf das Gruselfest abgestimmte Waren im Angebot. So gibt es zum Beispiel Weingummi und Lakritz in Form von kleinen Vampiren, Spinnen und Schlangen oder Schaumzucker in Form von Draculazähnen und Ratten. Diese gruseligen Leckereien kommen bei Kindern besonders gut an.

Süßes oder Saures: So ist der Brauch entstanden

Viele Menschen glauben, dass Halloween aus den USA kommt. Doch anders als gemeinhin angenommen, hat das Gruselfest seinen Ursprung nicht in Nordamerika, sondern in Irland, wo es bereits vor über 5.000 Jahren entstanden ist. So kommt auch der in den USA besonders beliebte Brauch „Süßes oder Saures“, der dort „Trick or Treat“ („Streich oder Leckerei“) heißt, nicht aus den Vereinigten Staaten, sondern aus Wales. Bei der walisischen Tradition „Cennad y Meirw“ zogen schon vor über tausend Jahren ärmere Gemeindemitglieder von Tür zu Tür, um Lebensmittel für ihre verstorbenen Vorfahren zu sammeln. Dabei trugen sie Masken, um die Verstorbenen einerseits zu repräsentieren und andererseits nicht von bösen Geistern erkannt zu werden. Wenn den Bettelnden die Gabe von Lebensmitteln verweigert wurde, beschädigten sie das Haus oder andere Besitztümer der Bewohner. Der Brauch diente nicht nur dazu, die Verstorbenen zu ehren, sondern auch, den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde zu stärken. In den USA wurde der „Süßes oder Saures“-Brauch in den 1940er Jahren populär.

„Süßes oder Saures“ ist ein beliebter Halloween-Brauch, bei dem die Kinder am Abend des 31. Oktobers in ihren Verkleidungen von Tür zu Tür ziehen, um die Bewohner mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ dazu aufzufordern, ihnen Süßigkeiten zu schenken, da sie sich andernfalls mit einem kleinen Streich rächen. Dieser Brauch erfreut sich vor allem in den USA großer Beliebtheit, wird aber auch hierzulande immer populärer.

Bildquelle: iStock/Cathy Yeulet

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