Leihoma

Wenn die eigenen Großeltern hunderte Kilometer entfernt wohnen, kann eine Leihoma eine interessante Betreuungsalternative darstellen. Viele Leihomas haben früher oft selbst Kinder großgezogen und bringen daher eine Menge Erfahrung im Umgang mit Kindern mit.

Eine Leihoma ist eine ältere Dame, die körperlich und geistig fit ist und sich stundenweise um die Betreuung von Kindern kümmert. Diese Frauen verbringen gerne Zeit mit Kindern, haben zumeist aber keine eigenen Enkelkinder oder ihre Enkel wohnen weiter weg. Eine Leihoma eignet sich besonders gut für die Kinderbetreuung an regelmäßigen Terminen, da sie meist zeitlich nicht so flexibel ist wie ein Babysitter. Oftmals hat sie selbst Kinder großgezogen und kann daher auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die Kinder haben somit die Möglichkeit, von der Lebenserfahrung der Leihoma zu profitieren und eine enge Beziehung zu einem älteren Menschen aufzubauen. Somit kann eine solche Betreuung vor allem für Kinder, deren eigene Großeltern bereits verstorben sind oder viele Kilometer entfernt wohnen, sehr bereichernd sein. Das Betreuungsmodell ist jedoch für beide Seiten gewinnbringend. Die Leihoma hat die Möglichkeit, Anschluss an eine Familie zu bekommen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Viele ältere Menschen genießen das Gefühl, wieder gebraucht zu werden. Auch Du als Mami profitierst von dieser Betreuungsform, denn dadurch hast Du wieder etwas mehr Zeit für Dich. Vor allem, wenn beide Elternteile berufstätig sind oder ein Elternteil allein erziehend ist, kann eine Leihoma eine große Entlastung sein.

Eine Leihoma liest ihrer Enkelin etwas vor

Eine Leihoma stellt für viele Familien eine Bereicherung dar.

Wie findest Du eine Leihoma?

Mittlerweile gibt es in vielen Städten und Gemeinden Organisationen, die Leihomas vermitteln. Natürlich kannst Du Dich auch erst einmal in Deinem Bekannten- und Freundeskreis umhören, ob jemand eine ältere Dame kennt, die als Leihoma in Frage käme. Sollte dies nicht der Fall sein, kannst Du auch eine Anzeige in der Lokalzeitung schalten oder im Internet nach einer geeigneten Leihoma suchen. Dort findest Du viele Plattformen, die Leihomas und Familen zusammenbringen. Oftmals organisieren auch Jugendämter die Vermittlung von Leihomas. Zudem gibt es in Deutschland rund 300 lokale Vermittlungsstellen. Adressen in Deiner Nähe kannst Du bei gemeinnützigen Organisationen wie zum Beispiel der Diakonie, der Caritas und dem Kinderschutzbund oder bei Mütterzentren erfragen. Allerdings solltest Du Dich darauf einstellen, dass Deiner Familie unter Umständen nicht auf Anhieb eine Leihoma vermittelt werden kann, sondern Ihr zunächst auf eine Warteliste gesetzt werdet, denn die Vermittler wollen sicher gehen, eine Leihoma ausfindig zu machen, die auch wirklich zu Eurer Familie passt, und dies nimmt natürlich etwas Zeit in Anspruch.

Welche Tätigkeiten übernimmt eine Leihoma?

Wenn Du eine passende Leihoma gefunden hast, empfiehlt es sich, im Vorfeld die genauen Tätigkeiten mit ihr abzusprechen. Du solltest dabei immer berücksichtigen, dass Leihomas ausschließlich für die Kinderbetreuung und nicht für Haushaltstätigkeiten oder ähnliches zuständig sind. Für die Zeitgestaltung mit dem Leihenkelkind gibt es vielfältige Möglichkeiten. So kann die Leihoma Deinem Kind etwas vorlesen, ihm bei den Hausaufgaben helfen, mit ihm spazieren gehen, einen Spielplatz besuchen oder auch gemeinsam mit ihm kochen und backen. Damit die Leihoma sich weder ausgenutzt noch verpflichtet fühlt, Tätigkeiten im Haushalt übernehmen zu müssen, solltest Du mit ihr absprechen, was genau zu ihren Aufgaben gehört und was nicht. Um die Klärung der Tätigkeiten zu erleichtern, verwenden viele Vermittlungsstellen oftmals Fragebögen, auf der beide Seiten schon im Vorfeld ihre Vorstellungen und Wünschen angeben können. Auf Basis dieses Fragebogens bekommt Eure Familie dann die Leihoma zugeteilt, deren Wünsche mit Euren übereinstimmen, sodass die Aufgaben von vorneherein geklärt sind.

Welchen Kosten gehen mit der Inanspruchnahme einer Leihoma einher?

Solltest Du Dich an eine Vermittlungsstelle wenden, um nach einer Leihoma zu suchen, fällt für die Aufnahme in die Suchkartei der Agentur meist eine kleine einmalige Gebühr an. Wenn die Agentur Euch erfolgreich eine Leihoma vermittelt hat, kommen zudem Bearbeitungsgebühren hinzu. In der Regel liegen diese Beträge zwischen zehn und fünfzehn Euro. Da für viele Leihomas die Kinderbetreuung eine Herzensangelegenheit ist, geht es ihnen in erster Linie nicht ums Geld. Oftmals wollen sie ihre Aufgabe sogar ehrenamtlich ausführen, weil sie das Zusammensein mit den Kindern nicht als Arbeit empfinden. Dennoch solltest Du ihr der Fairness halber einen Stundenlohn anbieten oder – falls erforderlich – zumindest die Fahrtkosten erstatten. Der Stundensatz für eine Leihoma lässt sich individuell vereinbaren. Meist liegt er zwischen acht und zwölf Euro.

Das solltest Du bei der Auswahl der Leihoma beachten

Des Weiteren solltest Du beachten, dass die Leihoma weder eine Tagesmutter noch ein Babysitter ist. Während eine Tagesmutter zumeist mehrere Kinder bei sich Zuhause betreut, erfolgt die Kinderbetreuung durch eine Leihmutter zumeist im familiären Umfeld. Anders als ein Babysitter erscheint sie nicht ausschließlich auf Abruf, sondern besucht Eure Familie normalerweise in regelmäßigen Zeitabständen. Bevor es mit der Kinderbetreuung durch die Leihoma losgeht, solltet Ihr Euch jedoch erst einmal bei einem lockeren Treffen in Ruhe kennenlernen. Bei solch einem Treffen kannst Du herausfinden, ob ihre Einstellung mit Deinem Erziehungsstil übereinstimmt und schauen, wie Dein Kind auf die Leihoma reagiert, denn schließlich ist es wichtig, dass die beiden einander gut verstehen. Eine endgültige Entscheidung für die Leihoma solltest Du erst dann treffen, wenn Du sicher bist, dass Dein Kind mit ihr gut klarkommt.

Bei einer Leihoma handelt es sich um eine ältere Frau, die sich zumeist an regelmäßigen Terminen stundenweise um die Betreuung der Kinder kümmert. Eine Leihoma kannst Du über lokale Vermittlungsstellen, auf entsprechenden Internetplattformen oder durch eine Anzeigenschaltung in der Zeitung finden. Das Betreuungsmodell ist für beide Seiten ein Gewinn: Die Leihoma genießt es, ihre Freizeit mit Kindern zu verbringen, Du wirst zeitlich entlastet und Dein Kleines profitiert von dem Umgang mit einer Person aus einer älteren Generation.


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Was denkst du?

  • TshirtANDjeans am 05.05.2015 um 17:24 Uhr

    Ich kann mir auch vorstellen, dass das Konzept für beide Seiten viele Vorteile hat.

    Antworten
  • WatteFlocke am 24.04.2015 um 17:38 Uhr

    Das hört sich vielleicht an. Als könnte man die Oma wirklich ausleihen einfach, aber is für die alten Leute sicherlich schön.

    Antworten
  • Muecken_stich am 24.04.2015 um 16:17 Uhr

    Super Idee! Dieses Leihoma-Konzept klingt echt gut!

    Antworten