Partizipation im Kindergarten
Susanne Falleram 10.11.2016

Wie viel sollten Kinder mitbestimmen dürfen? Ab einem gewissen Alter, wenn die Kleinen ihren eigenen Kopf entwickeln und lauthals ihre Meinung kundtun, ist es auch wichtig, diese anzuhören. Partizipation im Kindergarten und in Kindertagesstätten ist daher ein wichtiges Thema in Sachen erste Lernerfahrungen und Erziehung zum eigenen Denken und Entscheiden. Warum das wichtig ist, wie sich die Teilnahme genau gestaltet und wo die Grenzen für die Kinder liegen sollten, erfährst Du hier.

Die Kindererziehung liegt zwar grundlegend in den Händen der Eltern, doch im Kindergarten sind es die Erzieher und Erzieherinnen, die sich um das Wohl der Kinder kümmern, mit ihnen spielen, reden und ihnen wichtige Werte vermitteln. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die kindliche Partizipation im Kindergarten. Auch, wenn die Kleinen geführt werden, soll ihnen so ermöglicht werden, ihre eigene Sichtweise zu erklären, Fragen stellen zu dürfen und Entscheidungen zu treffen. Das alles geschieht auf Augenhöhe, sachlich und für Kinder verständlich erklärt. Auf diese Weise gibt man ihnen einen kleinen Schubs hin zum eigenständigen Denken, zur Meinungsbildung und zum Mitentscheiden. Das kann zum Beispiel so aussehen.

Kinder malen

Kleine Kinder sind neugierig, wollen alles wissen und sollten auch mitentscheiden dürfen, was sie in einer bestimmten Situation für das Beste halten. Eigenständiges Denken und Handeln wird so schon früh vermittelt.

Partizipation im Kindergarten mit verschiedenen Methoden

Die Wissbegierigkeit und das ständige Nachfragen von Jungen und Mädchen im Kindesalter ist ein wichtiger Bestandteil ihrer geistigen Entwicklung und um ein gewisses Grundverständnis bestimmter Sachverhalte aufzubauen. Das gilt nicht nur für Allgemeinwissen, sondern auch für soziale Interaktion, das Entwickeln eigener Standpunkte und Meinungen zu Themen und ein Gefühl für den Unterschied zwischen richtig und falsch bzw. wichtig und unwichtig. Auch die Konsequenzen, die aus gewissen Entscheidungen resultieren, werden ihnen durch Erfahrungen und Hinweise von Erwachsenen bewusst. Was sehr komplex klingt, wird den Kindern jedoch durch einfache, spielerische Situationen näher gebracht. Natürlich werden keine schwierigen Entscheidungen von ihnen erwartet. Vielmehr geht es um die Teilnahme an gewissen Aktivitäten, bei denen sie bestimmen und mit den Pädagogen auf sachlicher, kindgerechter Ebene diskutieren können. Diese Partizipation im Kindergarten wird konkret zum Beispiel so erreicht:

  • Offene Form der Beteiligung durch Kinderversammlungen oder Erzählkreise: Ob morgens oder nachmittags, diese Art der Partizipation im Kindergarten bietet sich jederzeit an und sollte auch regelmäßig stattfinden. Die Erzieher setzen sich mit ihrer Kindergartengruppe zusammen und hören sich die Sorgen und Probleme der Kleinen an. Wichtig ist, alles ernst zu nehmen, um die Kinder dazu zu ermutigen, Anliegen nicht zu verschweigen, sondern immer ohne Hemmungen oder Schüchternheit mitzuteilen.
  • Projektbezogene Beteiligung durch die Mitbestimmung bei der Planung von gemeinsamen Aktivitäten: Wandertage, gemeinsame Spiele (zum Beispiel förderliche Sprachspiele), Ausflüge, Umgestaltungen des Gruppenraums, Mal- und Bastelideen oder gemeinsame, wissenschaftliche Experimente im Kindergarten, all das kann mit Kindern diskutiert werden. Die gesammelten Ideen können dann gegenseitig bewertet werden, sodass man zu einer gemeinsamen Entscheidung findet. Natürlich muss das Ganze von den Erziehern moderiert werden, sodass sie auch mal durchgreifen können, wenn Streitereien zustande kommen. So ist eine Mitbestimmung der Kinder möglich.
  • Repräsentative Beteiligungsform durch die Bildung eines Kinderrates oder Kinderparlaments: Auch dieses Konzept der Partizipation im Kindergarten und in Kitas ist mittlerweile gängig. Die älteren Jungs und Mädchen der Gruppen bilden eine Art Entscheidungsrat und halten Kinderkonferenzen ab, die von den Erziehern geplant und begleitet werden. Hier können sie ihre eigenen Interessen vertreten und Entscheidungen für ihre Gruppen treffen. So kann auch ein erstes Verständnis von Demokratie, gegenseitiger Rücksichtnahme und Kompromissen spielend vermittelt werden.
Partizipation im Kindergarten

Sachlich, verständlich und kindgerecht erklären ist wichtig, damit die Partizipation im Kindergarten gelingt.

Grenzen der Partizipation im Kindergarten

So gut und wichtig es ist, dass Kleinkinder zur Entscheidungsfindung ermutigt werden, gibt es natürlich gewisse Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Schließlich sollte man die Kleinen nicht überfordern oder chaotische Zustände heraufbeschwören. Komplexe Themen und Entscheidungen über Dinge, die zum Schutz der Kinder dienen, sollten nach wie vor in den Händen der Erwachsenen liegen. Sei es zum Beispiel das Tragen von wetterfester Kleidung oder das Auftragen von Sonnencreme, wo Kinder ja gerne mal trotzig reagieren und beides ablehnen.

Partizipation im Kindergarten ist also durchaus sinnvoll und wichtig, solange sie im Rahmen liegt und die Erzieher immer die Oberhand über das Geschehen haben. So ermöglicht man den Kindern eine gewisse Handlungsfreiheit, die sie in ihrem künftigen Leben fortführen und ausbauen.

Bildquellen: iStock/monkeybusinessimages, iStock/oksix, iStock/omgimages


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