Regelschmerz

Endometriose: Kinderwunsch adé?

Katharina Meyeram 16.02.2016 um 12:54 Uhr

Endometriose ist eine chronische, aber gutartige Erkrankung von Frauen, bei denen Gebärmutterschleimhaut (auch Endometrium genannt) auch außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Sogenannte Endometriose-Herde verbreiten sich dabei in verschiedenen Bereichen des Unterleibs aus. Diese Schleimhautwucherung kann die Funktionen der Eileiter und der Gebärmutter gefährden und somit zur Unfruchtbarkeit führen.

Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit, aber leider nur sehr schwer diagnostizierbar. Denn die Symptome der Krankheit sind nicht immer eindeutig. Am häufigsten kommen krampfartige Regelschmerzen mit steigender Intensität sowie chronische Rücken- und Bauchschmerzen vor. Schmerzen oder gar Blutbeimengungen beim Stuhlgang und beim Wasserlassen können auch ein Hinweis auf Endometriose sein. Solltest Du diese Beschwerden bei Dir vorfinden, ist es am besten, wenn Du Dich direkt vom Frauenarzt untersuchen lässt. Denn: Bei 70 bis 80 Prozent aller Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen wird eine Endometriose als Schmerzursache diagnostiziert.

Starke Regelschmerzen können auf Endometriose hindeuten.

Starke Regelschmerzen können auf Endometriose hindeuten.

Wie oft tritt Endometriose bei Frauen auf?

Endometriose ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung und kommt bei ca. sieben bis fünfzehn Prozent der Frauen vor. Dabei sind vor allem Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren betroffen, während die Krankheit seltener vor der Pubertät und nach den Wechseljahren vorkommt. Leider vergehen häufig viele Jahre zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose einer Endometriose. Dies liegt mitunter daran, dass die Symptome für nur schwer zu greifen sind. Schließlich kommen Unterleibs- und Rückenschmerzen bei vielen Frauen auch aus anderen Gründen vor. So merkt ein Großteil der Patientinnen erst etwas von der Erkrankung, wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

Was sind die Ursachen für Endometriose?

Die zyklisch wachsenden Endometriose-Herde setzen sich meist auf den Eierstöcken und in Bereichen um die Gebärmutter nieder, wobei es in selteneren Fällen auch zu weiteren Ausbreitungen auf Scheidenwand und Darm kommen kann. Die Ursachen für die Erkrankung sind leider bisher nicht eindeutig geklärt, es gibt jedoch verschiedene Erklärungsansätze. Die Transplantationstheorie geht beispielsweise davon aus, dass lose Gebärmutterschleimhautzellen bei einer verspäteten Menstruation über Eileiter, Blut, Lymphgefäße oder per Operation verschleppt werden und sich dann an anderer Stelle ansiedeln. Außerdem ist nicht ganz geklärt, inwiefern genetische Faktoren und Umweltgifte das Vorkommen einer Endometriose beeinflussen.

Wie wird Endometriose festgestellt?

Für die Diagnose der Endometriose muss der Frauenarzt eine genaue Untersuchung von Art, Intensität und Dauer der Schmerzen durchführen. Während die Stärke der Schmerzen nichts über Lage und Ausbreitung der Endometriose aussagt, können Dauerschmerzen sehr wohl ein Hinweis auf eine stärkere Ausdehnung der Herde sein. Auch das Alter der Patientin ist entscheidend, sowie mögliche genetische Zusammenhänge. Durch Abtasten des Beckenbereiches oder durch Ultraschalluntersuchungen kann ein Arzt leider nur größere Endometriose-Herde lokalisieren, nicht aber kleinere. Auch durch die Vergrößerungsoptik, eine sogenannte Kolposkopie, lassen sich nur Herde an Vulva, Scheide und äußerem Muttermund betrachten. Da die Ursachen von Endometriose leider noch nicht ausreichend erforscht worden sind, sind auch konkrete Vorbeugungsmaßnahmen medizinisch derzeit noch nicht möglich.

Kann eine Endometriose nur operativ behandelt werden?

Die Behandlung von Endometriose zielt darauf ab, zum einen Schmerzen zu lindern und Funktionsstörungen der Organe zu beheben und zum anderen die Fruchtbarkeit der betroffenen Patientin zu gewährleisten, um ihr eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit ist eine operative Entfernung der Endometriose-Herde leider meist unumgänglich, um ein Wiederkehren der Krankheit zu verhindern. Dies kann per Bauchspiegelung oder Bauchschnitt erfolgen. Alternativ oder zusätzlich werden Patientinnen auch Medikamente verabreicht, die jedoch vorrangig der Schmerzlinderung dienen. Dennoch können verschiedene Formen der Hormontherapie nicht nur die Beschwerden mindern, sondern auch das Wachstum der Herde beeinflussen. Deswegen wird diese Form der Therapie meist nach einer OP eingeleitet. Wegen der hohen psychischen Belastung durch Endometriose empfehlen viele Ärzte außerdem eine ergänzende Therapie, die sich an Homöopathie, Akupunktur oder Pflanzenheilkunde bedient.

Kannst Du trotz Endometriose schwanger werden?

Es wird geschätzt, dass 30 bis 50 Prozent der Frauen mit Endometriose unfruchtbar sind. Die Erkrankung wird häufig mit Sterilität, also Unfruchtbarkeit verbunden, obwohl der ursächliche Zusammenhang noch nicht eindeutig belegt werden konnte. Meistens ist eine durch Endometriose verursachte Verwachsung der Eileiter der Grund für die Unfruchtbarkeit, aber auch veränderte Kontraktionen und Druckbedingungen in der Gebärmutter können den Spermientransport stören und somit eine Befruchtung der Eizelle verhindern. Eine Endometriose bedeutet aber nicht automatisch, dass Dein Kinderwunsch unerfüllt bleiben muss! Denn bei der Behandlung von Endometriose werden vorhandene Verwachsungen gelöst und eine Durchgängigkeit der Eileiter geprüft. So könnte es Dir im Falle einer Erkrankung dennoch ermöglicht werden, ein Kind zu bekommen. In bestimmten seltenen Fällen von diffuser (verbreiteter) Endometriose ist eine vollständige Entfernung der Krakheitsherde jedoch nur dann möglich, wenn die Gebärmutter entfernt wird. Doch hast Du auch in diesem Fall unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, diesen abschließenden Schritt der operativen Behandlung erst nach einer Schwangerschaft durchzuführen.

Eine Endometriose ist eine gutartige Erkrankung und bedeutet nicht automatisch ein Aus für den Kinderwunsch. Um eine frühe Diagnose zu ermöglichen, solltest Du also beim Auftreten von krampfartigen und immer intensiveren Regelschmerzen auf jeden Fall Deinen Frauenarzt um eine gezielte Untersuchung bitten! Je früher eine Endometriose behandelt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du Dir Deinen Kinderwunsch trotz der Erkrankung erfüllen kannst.

Bildquelle: iStock/conejota

Kommentare (9)

  • Meine FA dachte mal, dass ich eine Endometriose hatte, weil ich nach dem Absetzen der Pille immer total die Krämpfe hatte. Ich muss heute noch Schmerzmittel einwerfen jeden Monat und kann mich kaum aufraffen, aber scheinbar ist es nichts schlimmes sondern tatsächlich normal.

  • Meine beste Freundin hat auch Endometriose. Sie hofft, dass es trotzdem bald mit einer Schwangerschaft klappt. Ich auch, es wäre schön, wenn wir noch ein bisschen zusammen kugeln könnten :-)

  • Habe leider auch endometriose aber auch eine gesunde Tochter :-) würde schwanger nach meiner ersten Bauchspiegelung und ich kann euch sagen Kopf hoch und niemals den nur verlieren er gibt schlimmere Krankheiten und so schlimm find ich Endo. Garnicht :-D

  • Meine Cousine hat auch eine Endometriose und war am Boden zerstört, als sie die Diagnose bekommen hat. Zum Glück gibt es ja gut Möglichkeiten, das zu behandeln und auch den Kinderwunsch trotzem in Erfüllung gehen zu lassen.

  • Ich finde auch, das sich Endometriose ganz schlimm anhört.

  • Endometriose ist nicht schön

  • Hallo ich habe Endometriose ich leide genau so wie ihr :-( icch fühle mich garnicht gut damit aber mann muss das beste drauß machen ich muss eine Hormontherapie machen so lange die die Pille nehmen die für die Endometriose ist bis ich kinder will und dann absetzen.

  • Ich leide unter Endometriose und ich habe jetzt einen Arzt gefunden der mein leiden ernsthaft und sehr gut behandelt.Die sechs Frauenärzte die es davor versucht haben,haben mich durch ihr Experimentieren ,viel Geld und Kraft gekostet.

  • Endometriose ist echt nicht schön, das wünsche ich keine Frau.


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