Spermiogramm

Fruchtbarkeitstest: „Mann“ will ja wissen, woran es liegt

Katharina Meyeram 23.04.2014 um 12:22 Uhr

Wenn ein Paar mit Kinderwunsch einfach nicht schwanger wird, kann das viele verschiedene Ursachen haben und ungefähr zu gleichen Teilen an Dir, Deinem Partner oder Euch beiden liegen. Im Zweifelsfall sagt nur ein Fruchtbarkeitstest, ob Mann oder Frau die Ursache liefert, warum es mit der Schwangerschaft noch nicht geklappt hat. Doch Dein Partner muss keine Angst vor der Untersuchung haben, denn Klarheit ist viel Wert und kann dabei helfen, andere Wege zum Wunschkind einzuschlagen.

Unfruchtbarkeit ist ein heikles Thema. Besonders die Herren der Schöpfung reagieren oft empfindlich, wenn es darum geht herauszufinden, warum es nicht mit dem Kinderwunsch klappt. Etwa jedes sechste Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos und die Gründe dafür liegen in gleichen Teilen zu jeweils 30 Prozent der Fälle bei der Frau, dem Mann oder beiden Partnern gleichzeitig. Um weitere Behandlungsmöglichkeiten zu finden, ist es daher wichtig, dass ein Fruchtbarkeitstest von Mann und Frau gleichermaßen durchgeführt wird. Während Frauen regelmäßig den Frauenarzt aufsuchen, ist eine eingehende Untersuchung der Geschlechtsteile für viele Männer Neuland. Doch wenn es auch nach Monaten des „Übens“ nicht klappt mit der Schwangerschaft, sollte sich auch der Mann durchchecken lassen. Ob beim Urologen, beim spezialisierten Andrologen oder in einer Kinderwunschklinik, die Fachärzte wissen, dass Unfruchtbarkeit bei Männern ein heikles Thema ist und werden bei einem Fruchtbarkeitstest den Mann behutsam und verständnisvoll untersuchen. Für sehr Empfindliche gibt es mittlerweile auch Tests für zuhause, denn ein Spermiogramm, also eine Untersuchung der Qualität des Spermas, gibt erste Aufschlüsse darüber, warum es auf Seiten des Mannes nicht zu einer erfolgreichen Befruchtung kommt.

Im Zweifelsfall kann nur ein Fruchtbarkeitstest Mann und Frau Klarheit verschaffen.

Auch wenn ein Fruchtbarkeitstest dem Mann unangenehm ist, das Fachpersonal kann einfühlsam und behutsam Klarheit über die Fruchtbarkeit verschaffen.

Spermiogramm: Der Fruchtbarkeitstest vom Mann

Der erste Schritt, wenn Dein Partner seine Fruchtbarkeit untersuchen lassen möchte, ist ein ausführliches Gespräch über seine Krankengeschichte. So wird geklärt, ob körperliche Ursachen für eine Unfruchtbarkeit verantwortlich sein können. Operationen und Verletzungen, Entzündungen der Geschlechtsorgane, ein Hodenhochstand oder Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck können die Fruchtbarkeit Deines Partners beeinflussen. Im Zuge der Untersuchung wird auch geklärt, wie der Lebenswandel Deines Partners aussieht. Übergewicht, Alkohol- und Tabakgenuss oder andere Umweltbelastungen haben auch Auswirkungen auf die Qualität des Spermas. Zum Fruchtbarkeitstest vom Mann gehört auch das Abtasten der Hoden, Nebenhoden und Samenleiter, sowie gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung von Prostata und Harnwegen. Wenn körperlich soweit alles in Ordnung ist, kann ein Spermiogramm Aufschluss über die Qualität des Spermas geben. Störungen der Spermienproduktion sind beim Mann die häufigste Ursache für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit. Nach der Erstuntersuchung wird meist ein weiterer Termin vereinbart, da für einen aussagekräftigen Fruchtbarkeitstest der Mann zwei bis sieben Tage keinen Samenerguss haben sollte. Dann wird eine Samenprobe im Labor auf die Anzahl, die Form und die Beweglichkeit der Spermien untersucht und die Werte werden im sogenannten Spermiogramm festgehalten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Richtlinien zur Beurteilung befruchtungsfähiger Spermien erarbeitet. In der Regel gelten eine Gesamtzahl von mindestens 39 Millionen Spermien oder eine Konzentration von 15 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat mit mehr als 32 Prozent vorwärts beweglichen und mindestens 4 Prozent normal geformten Spermien als unterer Normbereich. Die durchschnittliche Menge an Flüssigkeit pro Samenerguss beträgt mindestens 1,5 Milliliter. Wenn der Fruchtbarkeitstest vom Mann abweichende Werte ergibt, wird er nach acht bis zwölf Wochen wiederholt. Auch Hormonuntersuchungen können Aufschluss darüber geben, warum eine Befruchtung nicht möglich ist.

Wenn der Fruchtbarkeitstest dem Mann unangenehm ist

Wenn es bei einem Paar nicht klappt mit der erwünschten Schwangerschaft, ist es meist die Frau, die ärztliche Hilfe sucht. Unfruchtbarkeit beim Mann ist häufig noch immer ein Tabuthema. Viele Männer werden daher nur widerwillig ihr Sperma untersuchen lassen, da sie Angst vor dem Ergebnis haben. Unfruchtbarkeit ist jedoch kein Zeichen für mangelnde Potenz oder Männlichkeit. Dennoch kann so ein Fruchtbarkeitstest den Mann mit Angst erfüllen. Die ungewohnte Situation, in einer Arztpraxis masturbieren zu müssen, um das „Ergebnis“ des Samenergusses dann auf seine Tauglichkeit prüfen zu lassen, kostet verständlicherweise Überwindung. Daher sollte Dein Partner sich auf die Untersuchung vorbereiten und einen Facharzt aufsuchen, bei dem er sich gut aufgehoben fühlt. Auch Deine Unterstützung ist sehr wichtig, denn er will ja vor allem Dich nicht enttäuschen, wenn er Dir das Wunschkind nicht schenken kann. Ihr solltet Euch bewusst machen, dass Klarheit in jedem Fall der beste Weg ist, um sich den Wunsch einer Familie doch noch zu erfüllen. In manchen Fällen kann die Samenprobe auch zuhause gewonnen werden, sodass Du Deinem Partner „zur Hand“ gehen kannst. Wichtig ist nur, dass das Sperma dann auf schnellem Weg ins Labor geschafft wird.

Schnelltest für Zuhause

Wenn die Angst vor dem Facharzt besonders groß ist, gibt es mittlerweile auch Fruchtbarkeitstests für zuhause. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und können ganz bequem und ohne den oft peinlichen Weg ins Masturbationszimmerchen in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Das Ejakulat wird mit einer Flüssigkeit vermischt, deren Farbe nach einer kurzen Wartezeit umschlägt. Jedoch zeigt ein solcher Fruchtbarkeitstest dem Mann nur, ob mehr oder weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter in der Samenprobe enthalten sind und trifft keine Aussage über Beweglichkeit und Form. Ein Selbsttest ist daher keine verlässliche Alternative zum Spermiogramm, kann einem Mann aber die Angst davor nehmen, sein Sperma untersuchen zu lassen.

Wenn ein Paar ungewollt kinderlos ist, kann ein Fruchtbarkeitstest bei Mann und Frau Aufschluss darüber geben, wo die Gründe für die Unfruchtbarkeit liegen. Leider ist Unfruchtbarkeit beim Mann jedoch noch ein Tabuthema, sodass eine Untersuchung oft Widerwillen auslöst. Dein Partner sollte aber keine Angst davor haben. Das Fachpersonal ist mit dem Thema vertraut und wird sich einfühlsam um ihn kümmern.

Bildquelle: monkeybusinessimages/iStock/Thinkstock

Kommentare (2)

  • Ich verstehe nicht, warum ein Fruchtbarkeitstest dem Mann schwerer fallen sollte, als der Frau. Ist doch für beide doof, wenn man sich Kinder wünscht, aber es nicht klappt.

  • Ja ich kann mir denken, dass ein Fruchtbarkeitstest beim Mann für ordentlich Angst sorgt.. Die fühlen sich da ja oft direkt "weniger als Mann" wenn es nicht so klappen will. Schwieriges Thema.