Unfruchtbarkeit behandeln

Unfruchtbarkeit belastet

Die Ausbildung ist beendet und die Jobs sind sicher, ein finanzielles Polster ist angespart und die Wohnung ist groß genug, um ein Kinderzimmer einzurichten: Was kann dem Babyglück jetzt noch im Wege stehen? Manchmal ist Liebe aber leider nicht genug. Trotz redlicher Bemühungen lässt eine Schwangerschaft manchmal auf sich warten – ein Grund dafür kann Unfruchtbarkeit sein.

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt

Unfruchtbarkeit oder Stress

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann ein belastender Zustand sein.

Wenn die Schwangerschaft über längere Zeit ausbleibt, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass einer der Partner keine Kinder bekommen kann. Es kann sich auch nur um eine vorübergehende Unfruchtbarkeit handeln. Vorübergehende Unfruchtbarkeit kann viele Gründe haben: Überbelastung, Frust oder Stress wirken sich nicht sehr gewinnbringend auf die Familienplanung aus. Oft setzen sich beide Partner auch zu sehr unter Druck, weil der ersehnte Kinderwunsch nicht eintritt und das äußert sich dann in zeitweiser Unfruchtbarkeit.

Wichtig ist, dass die Leidenschaft nicht verloren geht. Viele Paare versteifen sich zu sehr auf das Schwanger werden und tun sich damit keinen Gefallen. Wenn Ihr die Babyplanung lockerer angeht, hilft das oft schon gegen vorübergehende Unfruchtbarkeit.

Organische Ursachen für Unfruchtbarkeit

Tatsächlich gibt es aber auch viele körperliche Ursachen für vorübergehende oder andauernde Unfruchtbarkeit. Störungen im Menstruations-Zyklus können es schwer machen, den richtigen Zeitpunkt für die Zeugung abzupassen. Ein hormonelles Ungleichgewicht bei Frauen kann dazu führen, dass es nur unregelmäßig zum Eisprung kommt und so die Möglichkeit für eine Befruchtung viel seltener eintritt als gewöhnlich. Erhebliches Über- oder Untergewicht kann dieselben Folgen haben und damit zu Unfruchtbarkeit führen. Wenn Entzündungen oder Zysten am Eileiter, an den Eierstöcken oder an der Gebärmutter nicht von einem Gynäkologen behandelt werden, können die weiblichen Fortpflanzungsorgane dadurch dauerhaft geschädigt werden. Dann spricht man von einer andauernden Unfruchtbarkeit.

Das Alter ist ebenfalls ein Faktor für Unfruchtbarkeit: Eine Frau ist mit 40 Jahren nur noch halb so fruchtbar wie mit 25. Auch Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung im ganzen Körper – und wie sollen Eierstöcke, Gebärmutter und Prostata so vernünftig funktionieren? Übrigens sollten Frauen mit Kinderwunsch auch vorsichtig mit Kaffeekonsum sein. Mehr als drei Tassen pro Tag wirken sich negativ auf die Familienplanung aus, weil das Koffein die Hormonproduktion in den Eierstöcken beeinflusst. Auch eine chronische Krankheit kann die Ursache für vorübergehende Unfruchtbarkeit sein.

Mit der Unfruchtbarkeit umgehen

Wenn feststeht, dass bei Dir oder Deinem Partner andauernde Unfruchtbarkeit vorliegt, ist das natürlich ein Schock, der erst einmal verdaut werden muss. Lasst Euren Gefühlen dabei freien Lauf, redet, streitet, weint, aber verdrängt Eure Gefühle nicht! Nehmt Euch Zeit, um die Diagnose zu verarbeiten und sucht erst dann ernsthaft nach Alternativen. Künstliche Befruchtung oder eine Adoption sind dann mögliche Optionen für Euch.

Fehlfunktion des Immunsystems

Die Schwangerschaft kann überraschenderweise ausbleiben, obwohl beide Partner organisch gesehen kerngesund sind. In diesem Fall kann eine Fehlfunktion des Immunsystems der Grund sein. Es kann nämlich sein, dass der Körper der Frau Antikörper gegen die eigenen Eizellen produziert, was dann zur Unfruchtbarkeit führt.

Bei einer solchen Fehlfunktion wird die Eizelle vom Immunsystem als Fremdkörper erkannt und bekämpft, so dass es überhaupt nicht zum Eisprung kommen kann. Genauso kann sich bei Unfruchtbarkeit beim Mann der eigene Körper gegen die Samenzellen wenden, sie schädigen und unbeweglich machen. In selteneren Fällen bekämpfen sich sogar die Immunsysteme der beiden Partner. Im Körper der Frau bildet sich ein Vaginal-Sekret, das die männlichen Spermien abtötet und somit eine Befruchtung unmöglich macht. Kommt es trotzdem zu einer Schwangerschaft, kann es sein, dass der Embryo abgestoßen wird, weil er zur Hälfte aus dem Genmaterial des Vaters besteht. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten gegen diese Form der Unfruchtbarkeit.

Trotz Unfruchtbarkeit schwanger werden

Heutzutage gibt es dank wissenschaftlicher und medizinischer Erkenntnisse zum Glück genauso viele Behandlungsmöglichkeiten gegen Unfruchtbarkeit wie mögliche Ursachen. Hormontherapien sind nichts Ungewöhnliches und können die Chancen aufs Babyglück erheblich erhöhen. Zysten oder gutartige Tumore an den Eierstöcken oder an der Gebärmutter können operativ entfernt werden und Spermiogramme geben Aufschluss über die Anzahl und Beweglichkeit der männlichen Samenzellen.

Wenn die Spermien zu schwach sind, um selbst bis zur Gebärmutter durchzudringen, kann ein Arzt sie zum Zeitpunkt des Eisprungs mit einem Schlauch direkt einführen. Bei der In-Vitro-Fertilisation werden Ei- und Samenzelle außerhalb des Körpers, also „im Reagenzglas“ zusammengebracht und eine oder mehrere Embryos werden wieder in die Gebärmutter implantiert.

Denkt immer daran: Unfruchtbarkeit heißt nicht, dass Ihr keine eigene Familie gründen könnt!

Kommentare (5)

  • rosabienchen am 26.04.2012 um 10:47 Uhr

    Ich habe schreckliche Angst davor, dass bei einem von uns eines Tages doch noch Unfruchtbarkeit diagnostiziert wird :-(

  • Luna_Lottchen am 02.02.2012 um 10:31 Uhr

    Die Vorstellung unfruchtbar zu sein finde ich ganz schlimm fürchterlich :-(

  • squirrelgirl am 31.01.2012 um 11:08 Uhr

    Unfruchtbar zu sein muss einfach nur schrecklich sein, wenn man sich ein Baby wünscht. So schlimm.

  • viviane00 am 13.10.2011 um 14:25 Uhr

    Ich möchte auch so gern ein Baby!

  • HoolaHoop1 am 22.11.2010 um 10:14 Uhr

    Das kenne ich gut. Meine beste Freundin hat ähnliche Erfahrung gemacht. Obwohl sie sehr gesund war, hat es mit der Schwangerschaft nicht geklappt. Allerdings war sie berüflich sehr im Stress und hat auch einige private Probleme gehabt. Nachdem sie auf Anraten des Arztes jeglichen Stress beseitigt hatte, ging es ihr viel besser. Mittlerweile ist sie Mutter einer 3-Jährigen Tochter!