Vasektomie rückgängig_XiXinXing

Refertilisierung

Eine Vasektomie rückgängig machen

am 20.08.2015 um 17:05 Uhr

Die Sterilisation des Mannes, auch Vasektomie genannt, gehört mittlerweile zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. Circa zehn Prozent aller Männer lassen sich sterilisieren. Doch was ist, wenn sie später doch noch einen Kinderwunsch entwickeln? Lässt sich eine Vasektomie rückgängig machen?

Kann eine Vasektomie rückgängig gemacht werden?

Der Begriff Vasektomie bezeichnet den chirurgischen Eingriff zur Sterilisation des Mannes. Männer, die sich sterilisieren lassen, haben ihre Familienplanung in der Regel bereits abgeschlossen oder wollen generell keine Kinder haben. Im Laufe der Jahre können sie diesen Entschluss jedoch ändern: Über 30 Prozent aller sterilisierten Männer entwickeln später doch noch einen Kinderwunsch. Viele Paare glauben, dass sich der Wunsch nach einem eigenen Kind in solch einem Fall nicht mehr erfüllen lässt. Dies ist jedoch ein Irrglaube, denn es ist möglich, die Vasektomie rückgängig zu machen, indem die Samenleiter, die bei der Sterilisation durchtrennt wurden, im Zuge eines mikrochirurgischen Eingriffs wieder zusammengeführt werden. Wenn Du und Dein Partner Euch ein Kind wünscht und Dein Lebensgefährte die Vasektomie rückgängig machen lassen möchte, sollte Euch jedoch bewusst sein, dass vor allem der Zeitpunkt für die Wiederherstellung der Samenleiter im Hinblick auf die Erfolgsaussichten für eine Schwangerschaft von großer Bedeutung ist. Wenn die Samenleiter beispielsweise nach drei Jahren wieder hergestellt werden, liegen die Erfolgschancen bei 70 bis 80 Prozent. Nach zehn Jahren sinken die Chancen hingegen auf 30 Prozent. Da sich das Gewebe nach dem Eingriff zunächst erholen muss, kann es zudem circa sechs bis zwölf Monate dauern, bis es zur gewünschten Schwangerschaft kommt. Daneben spielt natürlich auch Deine eigene Fruchtbarkeit eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die Erfolgswahrscheinlichkeit.

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Heutzutage lässt sich eine Vasektomie rückgängig machen.

Wie lässt sich eine Vasektomie rückgängig machen?

Fast jeder zehnte Mann entscheidet sich in Folge einer Sterilisation dazu, die Vasektomie rückgängig zu machen. Den Eingriff, mit dem eine Vasektomie rückgängig gemacht wird, bezeichnen Mediziner als Refertilisierung. Die hierfür am häufigsten angewandte Methode ist die sogenannte Vasovasostomie. Bei dem mikrochirurgischen Eingriff werden die im Zuge der Sterilisation getrennten Samenleiter erneut miteinander verbunden, damit die Spermien wieder ins Ejakulat gelangen können. Die Operation erfolgt unter einem speziellen Mikroskop, welches die Samenleiter bis um das 20-Fache vergrößert, da diese einen Durchmesser von weniger als drei Millimeter aufweisen und der Kanal, der für den Spermientransport vorgesehen ist, einen noch geringeren Durchmesser von nur 0,3 bis 0,5 Millimeter hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Samenleiter nach der Vasovasostomie wieder durchlässig sind, liegt bei 90 Prozent.

Gibt es Risiken, wenn eine Vasektomie rückgängig gemacht wird?

Grundsätzlich ist es möglich, dass es auch bei einer zunächst erfolgreich erscheinenden Vasovasostomie erneut zur Undurchlässigkeit der Samenleiter kommt. Grund hierfür sind mögliche wiederkehrende Vernarbungen. Der Eingriff, bei dem die Vasektomie rückgängig gemacht wird, gilt jedoch ansonsten als risikoarm. Nichtsdestotrotz können im Anschluss an die Operation Komplikationen auftreten. Dazu gehören beispielsweise Infektionen, Nachblutungen, Abszesse, Schwellungen, Blutergüsse und Nebenhodenentzündungen. Diese Komplikationen treten allerdings bei weniger als fünf Prozent der Patienten, die die Vasektomie rückgängig machen lassen, auf. In noch selteneren Fällen ist es zudem jedoch möglich, dass die Operation zu einem Verlust der Hoden führt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten, wenn eine Vasektomie rückgängig gemacht wird?

Weil es sich bei der Refertilisierung beziehungsweise der Vasovasostomie um eine Operation handelt, die auf eigenen Wunsch durchgeführt wird, übernehmen die Krankenkassen in der Regel nicht die Kosten für den Eingriff. Sie werden nur dann getragen, wenn die Operation aufgrund einer Erkrankung stattfinden sollte. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Funktionsstörung der Samenleiter nicht auf eine vorausgegangene Vasektomie, sondern auf eine angeborene Fehlbildung oder auf eine durch eine Entzündung bedingte Vernarbung der Samenleiter zurückzuführen ist. Die Kosten für den Eingriff, bei dem die Vasektomie rückgängig gemacht wird, belaufen sich auf 2.000 bis 6.000 Euro.

Vasektomie rückgängig machen: Welche Alternativen gibt es?

Sollte Dein Partner die Vasektomie nicht rückgängig machen lassen wollen, aber Ihr Euch trotzdem ein Kind wünschen, gibt es eine weitere Methode, mit der Ihr Euch Euren Kinderwunsch trotz der Sterilisation erfüllen könnt: Wenn Dein Lebensgefährte sich Samenzellen aus dem Hoden entnehmen lässt, können diese für eine künstliche Befruchtung verwendet werden. Die Entnahme erfolgt ebenfalls operativ, entweder unter einer allgemeinen Narkose oder unter einer lokalen Betäubung. Die Samenfäden, die hierbei gewonnen werden, kann der Arzt für eine spätere Fruchtbarkeitsbehandlung einfrieren, sodass mehrere Versuche der künstlichen Befruchtung erfolgen können. Die Behandlungskosten werden jedoch auch bei dieser Methode in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Welche Behandlung für Dich und Deinen Partner am sinnvollsten ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher solltet Ihr Euch auf jeden Fall von Euren Ärzten beraten lassen.

Die Sterilisation des Mannes, auch Vasektomie genannt, zählt zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. In der Regel entscheiden sich Männer für den Eingriff, wenn sie die Familienplanung bereits abgeschlossen haben oder sich generell keine Kinder wünschen. Aufgrund einer veränderten Lebenssituation können sie später jedoch trotzdem einen Kinderwunsch entwickeln. In solch einem Fall besteht die Möglichkeit, die Vasektomie rückgängig machen zu lassen, indem die durchtrennten Samenleiter im Zuge eines mikrochirurgischen Eingriffs wieder miteinander verbunden werden.


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