Hormonstörungen und ihre Therapie

Weibliche Hormonstörungen sind die Hauptursache für einen unerfüllten Kinderwunsch. Aber wie werden sie erkannt und welche Therapien gibt es, diese Störungen zu behandeln?

Hormonstörungen durch Hypophyse

Weibliche Hormonstörungen sind die Hauptursache für einen unerfüllten Kinderwunsch.

Weibliche Hormonstörungen sind die Hauptursache für einen unerfüllten Kinderwunsch.

Als Hypophyse bezeichnet man den Ausfall der Hirnanhangsdrüse. Besonders entscheidend ist hierbei die Funktion der Eierstöcke, die von der Bereitstellung unterschiedlicher Hormone (FSH und LH) durch die Hirnanhangsdrüse abhängt. Werden diese Hormone nicht ausreichend hergestellt, nimmt die Funktion der Eierstöcke ab, was wiederum zu einem niedrigen Östrogenspiegel führt. Hier hilft eine Kombination aus Pille und Gonadotropinen, die FSH und LH in reiner Form enthalten und damit den Ausfall der Hirnanhangsdrüse kompensieren.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht darin, das GnRH, also das Hormon, welches vom Zwischenhirn zur Stimulation der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird, zu ersetzen. Diese Methode ist weitaus effektiver als die Kombination aus Pille und Gonadotropinen. Etwas umständlich ist jedoch die Medikation: Dafür verwendet man eine spezielle Pumpe, die die natürliche Ausschüttung des GnRH nachahmt. Die Pumpe wird dauerhaft befestigt, so dass eine kontinuierliche Medikation per Spritze (Dauernadel) erfolgen kann.

Hormonstörungen durch PCO-Syndrom

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) ist eine Stoffwechselstörung bei Frauen und die häufigste Ursache für Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit. Da das PCO-Symptom eine Ansammlung von Symptomen ist, ist eine Behandlung des PCO-Symptoms schwierig. Die meisten Therapie-Ansätze stützen sich zunächst darauf, mögliche Ursachen zu beseitigen. Diese können sein: Übergewicht, Insulinresistenz oder die erhöhte Ausschüttung männlicher Hormone. In einem zweiten Schritt werden dann die Symptome selbst unter die Lupe genommen und entsprechend behandelt. Das Hauptproblem ist der ausbleibende Eisprung und die ausbleibende Blutung. Bei Frauen mit Kinderwunsch ist es also wichtig, den Eisprung wiederherzustellen. Sind Übergewicht und Insulinresistenz als Ursachen auszuschließen, kommen Hormone zur Stimulation der Eierstöcke zum Einsatz. In der Regel wird hier auf Clomifen oder aber gelegentlich auch hMG zurückgegriffen.

Hormonstörungen durch Gelbkörper-Schwäche

Eine Gelbkörperschwäche resultiert meist aus Störungen des Prolaktin-, Schilddrüsen- und Androgenhaushalts, die sich auf die Eizellreifung auswirken. Hier werden oft Gelbkörperhormonen in der zweiten Zyklushälfte, eine Kombinationstherapie aus Gelbkörperhormonen und Östrogenen, das Schwangerschaftshormons hCG oder eine Unterstützung der Follikelreifung durch Clomifen eingesetzt.

Hormonstörungen durch erhöhtes Prolaktin

Erhöhte Prolaktinwerte sind generell nicht zwingend behandlungsnotwendig. Doch für Frauen mit Kinderwunsch ist die Normalisierung des Prolaktinspiegels unabdingbar. Erster Behandlungsansatz ist die Verabreichung von Schilddrüsenhormonen, die die Prolaktinwerte wieder ausgleichen können. Sollte dies nicht gelingen, können zusätzlich noch prolaktinhemmende Medikamente eingesetzt werden.

Hormonstörungen und Wechseljahre

Die Diagnostik der Wechseljahre ist relativ einfach und durch eine Hormonbestimmung feststellbar. Diese sollte jedoch mindestens dreimal in einem Abstand von einem halben Jahr wiederholt werden, da nur so eindeutig festgestellt werden kann, dass die Eierstocksfunktion tatsächlich eingestellt wurde. Oftmals ergibt sich gerade bei einer der letzten Untersuchungen noch ein Hinweis auf eine Reserve der Eierstockfunktion, die mit der Zugabe von Hormonen soweit stimuliert werden kann, dass die Eizellenproduktion wieder möglich ist. Je nach individueller Situation ist diese Behandlung recht erfolgversprechend, so dass in vielen Fällen eine in-vitro-Befruchtung möglich ist.

Hormonstörungen und die Schilddrüse

Die Schilddrüse und ihre vollständige Funktion sind bei der Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches von großer Bedeutung. Recht häufig sind Unterfunktionen ein Hindernis für eine Schwangerschaft. Um Schilddrüsenstörungen zu erkennen, wird meist ein “Screening” durchgeführt und der sogenannte TSH-Wert bestimmt. Dieses Hormon wird von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet, um die Funktion der Schilddrüse zu steuern und steigt bei einer Schilddrüsenunterfunktion an. Anhand der Ergebnis-Werte orientiert sich dann die einzuleitende Therapie.

Es wird deutlich, welch unterschiedliche Ansätze es in der Behandlung von Hormonstörungen gibt und welche Wirkung sie erzielen können. Eines solltest Du Dir vor der Behandlung jedoch bewusst machen: Eine Hormon-Therapie erfordert viel Ausdauer und Geduld. Lass Dich auf jeden Fall gut von Deinem Arzt beraten.

Bildquelle: Dreamstime


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Was denkst du?

  • Wooooot am 05.08.2014 um 17:12 Uhr

    Bei Hormonstörungen hat man teilweise echt noch Glück gemacht. Ne Freundin hatte auch eine, PCO glaube ich, und es konnte gut behandelt werden. Es wird dann halt ausgeglichen und man kann wirklich noch was machen. Bei anderen Ursachen hat man meist nicht so viel Glück und muss für aufwendige Behandlungen echt ordentlich blechen.

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  • Corra_Linn am 03.06.2014 um 10:15 Uhr

    Ich schäzte eine Hormonstörung ist immer noch besser, als irgendwo einen Tumor an den Eierstöcke oder so zu haben.

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  • Nassita88 am 02.09.2013 um 17:53 Uhr

    Meine Schwester leidet unter einer Hormonstörung. Erst wurde diese Hormonstörung mit einer starken Pille eingestellt. Als sie dann schwanger werden wollte, hat sie pflanzliche Präoarate genommen, ich glaube da war Mönchspfeffer drin. Hat bei ihrer Hormonstörung gut geholfen und sie ist nach wenigen Monaten schwanger geworden.

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  • mamitobe am 07.12.2012 um 10:30 Uhr

    Wie wahrscheinlich ist denn eine Hormonsörung? Gibt es irgendwelche Hormonstörung-Statistiken?

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  • teekanne456 am 14.09.2012 um 13:31 Uhr

    PCO ist wirklich eine schlimme Hormonstörung. Das fatale ist ja, dass man sie am Anfang ja garnicht als solche erkennt. Es könnte ja ja auch jede andere Krankheit sein.

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  • Schnullilulli am 02.02.2012 um 10:47 Uhr

    Hormonstörungen können für SO vieles verantwortlich sein, das solltem an nicht unterschätzen und sich dahingehend im Zweifelsfall besser testen lassen. Denn eine Therapie der Hormonstörung kann sehr viel bewirken.

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  • clarabelle am 27.10.2011 um 21:34 Uhr

    Eine Freundin von mir hat PCO - das ist echt nicht schön. Sie musste deswegen auch schonmal ins Krankenhaus, weil sich die Zyste nicht gelöst hat.

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  • Weekender87 am 19.10.2011 um 11:35 Uhr

    das ist echt garnicht so einfach zu verstehen, ziemlich komplex diese hormonstörungen und die ganzen bezeichnungen erst..bei mir hats zum glück von allein geklappt mit dem schwanger werden.

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  • Kiwimaedchen am 13.10.2011 um 16:07 Uhr

    eine bekannte von mir hat eine schilddrüsenunter- oder überfunktion, ich weiß es garnicht mehr, sie hat auf jeden fall ziemlich abgenommen dadurch, war da aber nicht böse drum 😉

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